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Autor
Stein, Dagmar

Gründüngung - Neue Kraft für ausgelaugte Böden


Gründüngung Tagetes 'Single Gold'
© Stein, Dagmar
Gründüngung Tagetes 'Single Gold'
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August 2010 Nach der Ernte brauchen die ausgezehrten Böden neue Nahrung. Am besten lässt sich dies mit Gründüngung bewirken, also mit Pflanzen, die viel Blatt- und Wurzelmasse entwickeln, aber keine Ernte bringen. Sie werden bei Blühbeginn oder nach den Frösten abgemäht und in den Boden gebracht, wo sie den Bodenlebewesen als Nährhumus dienen.

In der Landwirtschaft wird Gründüngung gern als Nachfrucht und zur Erholung ausgelaugter Böden genutzt. Man sieht auf den Feldern im Herbst den gelben Senf wachsen oder Pflanzen mit starkem Blattgrün schnell den Boden bedecken. Die natürlichen Methoden zur Humusversorgung haben sich aber auch im Hausgarten bewährt. Für alle, die mit diesem Begriff weniger anzufangen wissen: Auch der Boden und die darin wirksamen Kleinlebewesen brauchen Nahrung. Sie verwerten Grünmasse, wandeln sie in Humus um. Dabei werden Nährstoffe frei, die wiederum den Kulturpflanzen als Dünger gelegen kommen. So schließt sich der natürliche Kreislauf.

nach oben Düngerfabrik

Pflanzen, die schnell wachsen und viel Biomasse produzieren, die den Boden beschatten, ihn auch in der Tiefe lockern und für lockeres, fruchtbares Erdreich sorgen, sind für die Gründüngung begehrt. Doch einige unter ihnen, allesamt Mitglieder der Schmetterlingsblütler-Familie (Leguminosen), können noch mehr. Sie produzieren wie kleine Düngerfabriken Stickstoff, den sie der Luft entziehen, mit Hilfe von Bakterien umwandeln und in zahlreichen Knöllchen an den Wurzeln einlagern. Stirbt die Pflanze nach den Frösten ab oder wird sie kleingehäckselt und in den Boden eingearbeitet, wird der Stickstoff durch die Tätigkeit der Bodenbakterien allmählich frei. Aussaaten, heranwachsende Gemüse und Blumen profitieren nach dem Winter davon und zwar nicht schlecht: Eine Gründüngung mit Lupinen oder Luzerne, mit Perserklee oder einer der stickstoffsammelnden Gründüngungsmischungen -wie zum Beispiel 'Rotenburger Gemenge' -liefert so viel, dass Salat, Möhren, Zwiebeln und Radieschen, Rettiche, Erbsen und Bohnen ausreichend Nahrung finden. Nur Starkzehrer wie Kohl oder Porree benötigen noch eine Zusatzdüngung.

nach oben Große Auswahl

Für frühe Termine eignet sich hervorragend der Buchweizen, eine alte Kulturpflanze, die vor allem auf leichten, sandigen Böden gedeiht. Dieses Knöterichgewächs verträgt keinerlei Frost, entwickelt sich jedoch schnell und blüht hübsch rosarot mit zahlreichen Blütchen, die alle Arten von Insekten und besonders die Bienen anlocken. Frühester Saattermin ist Ende April, spätester Anfang August.

Mehr und mehr Liebhaber in Garten und Landwirtschaft findet der Bienenfreund (Phacelia), eine nordamerikanische Pflanze mit zartblauen Blüten, ebenfalls eine Attraktion für die Insektenwelt. Phacelia bedeckt mit zarten, schirmartigen Blättern sehr schnell den Boden und schützt ihn so vor dem Austrocknen. Sie wird etwa 80 cm hoch, friert leicht und sicher ab. Zu hiesigen Kulturpflanzen besteht keine Verwandtschaft, sodass diese Pflanze gern zur Unterbrechung der Fruchtfolge und zur Bodengesundung Verwendung findet. Phaceliawird von März bis Ende August gesät. 2 Gramm Saatgut je Quadratmeter sind genug.

Unübersehbar und daher nicht zu vergessen sind die Sonnenblumen, von denen viele Gartenbesitzer kaum annehmen, dass sie zu den Gründüngungspflanzen zählen. Schnellwüchsigkeit, rasche Bodenbedeckung und die erhebliche Biomasse ließen sie zu einem Favoriten werden. Ihre Attraktivität für Bienen, Hummeln, Falter und auch Vögel ist bekannt, denn die zahlreichen Blütchen bieten reichlich Nahrung, zuerst mit Pollen und Nektar, später auch für Vögel, die sich an den reifenden Kernen laben.

Noch bis kurz vor dem Frost können Sie Roggen als Gründüngung einsäen, der den Boden bis zum Frühling bedeckt und organische Masse in den Boden bringt. Er ist allerdings nur für leichte sandige Böden empfehlenswert, auf Lehmböden entwickelt sich zu viel Wurzelmasse, die das Einarbeiten erschwert.

Ölrettich
© Stein, Dagmar
Ölrettich
Perserklee
© Stein, Dagmar
Perserklee
Inkarnatklee
© Stein, Dagmar
Inkarnatklee

nach oben Schutz gegen Krankheiten

Auf leichten Böden ist Roggen dem Gelbsenf vorzuziehen, der immerhin der gefürchteten Kohlhernie Vorschub leisten kann, was auf kalkhaltigen Böden weniger tragisch ist. Der Gelbsenf blüht noch spät im Herbst. Auf schweren Böden bedeckt er den Boden schnell und entwickelt sehr viel Grünmasse, die einen milden, mürben Humus ergibt. Von März bis Mitte September wird gesät (10 g/m2). Neuere Sorten können auch zur biologischen Bekämpfung von frei im Boden lebenden Nematoden eingesetzt werden.

Bienenfreund Phacelia
© Stein, Dagmar
Bienenfreund Phacelia
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nach oben Pollen und Nektar für Nützlinge

Viele Gründüngungspflanzen sind gleichzeitig für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Schwebfliegen und weitere Insekten von größtem Nutzen. Sie sehen nicht nur gut aus und erfreuen damit den Betrachter. Auch ihr Vorrat an Nektar scheint unerschöpflich. Dies ist besonders in den Herbstmonaten wichtig, wenn andere Blüten immer weniger zur Verfügung stehen. Ohne hin wird Gründüngung gern im Spätsommer und Herbst ausgesät, im August oder noch Anfang September, wenn die Gartenbeete bereits reiche Ernte getragen haben. Noch spätere Saattermine haben keinen Zweck, denn das täglich abnehmende Licht lässt wenig Pflanzenwachstum zu. Wer will, kann Gründüngung auch schon im Frühjahr oder Sommer säen und die Pflanzenmasse kurz nach Beginn der Blüte einarbeiten.

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Schlagworte dieser Seite:

Bienen, Bienenfreund, Düngung, Gründüngung, Humus, Knöterichgewächs, Schmetterlingsblütler, Schwebfliegen, Stickstoff, Tagetes

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