Reizvolle Schmuckgräser
Insgesamt haben die Gräser 40
Ähnlich der formenreichen Pflanzensippe der Farne, deren Vorhandensein reicht Millionen von Jahren zurück, verhalten sich die stillen Schönheiten der Gräser. In ihrer Lebensweise ein- oder mehrjährig, sind bei ihnen mannigfaltige Blütenstände wahrzunehmen, wie Ähren, Rispen und Ährenrispen. Von den erwähnten Typen üben die Schmuckgräser neben der optischen Wirkung eine einzigartige Faszination aus. Gemeint sind die niedrigen Gräser ebenso wie die Giganten unter ihnen.
Verwendung - Wuchsstärke Gleich den Kulturstauden gebührt den Gräsern ein fester Platz im Garten. Merke: Jeder Grashalm besitzt Knoten - eine Ausnahme macht das Pfeifengras, dessen Knoten sich dicht über dem Boden versteckt bilden. Über jedem Knoten befindet sich die Wachstumszone. Es ergeben sich daher unterschiedliche Wuchseigenschaften. Roggen wächst innerhalb von 24 Stunden 2 bis 3 cm; Bambus am Tage bis 25 cm!
Eine kleine Auswahl möchte die hübschen Blütenstände herausstellen.
Pampasgras Cortaderia selloana Das federbuschartige, zweihäusige Gras mit silberweißen Rispen (60 cm) blüht Ende September, Oktober und besiedelt die Steppen Argentiniens. Bei einer Höhe von 3 m nimmt das stattliche Gras auch mit beengten Plätzen vorlieb. Es bevorzugt viel Licht, Sonne sowie einen dränierten Boden. In Frostlagen ist es locker mit Buchenlaub einzuschütten und erst im Frühjahr auf fast Handbreite zurückzuschneiden. Nicht vor dem Wintereinbruch, da die zusammengebundenen Grashalme ein Schutz sind.
Chinaschilf Miscanthus sinensis Das reizvolle, mannshohe asiatische Gras entwickelt im Spätsommer aufrechte federige Blütenstände und Blätter mit silbrigem Mittelstreifen. Zierliche schmale Blätter
Gracillimus ,
Zebrinus wirkt dekorativ durch gelbe Blattquerstreifen. Wertvoll zur Auflockerung von Gehölzstreifen, aber besonders wirksam für Einzelstellung in Rasenflächen. Pflanzung April. Abdecken in extremen Frostlagen. Ähnlich schmückend das Goldleistengras,
Spartina pectinata Aureomarginata , Blätter bogig geneigt, gelbgesäumt. Alle angeführten brauchbar zwischen Trockenblumen für den Vasenschmuck.
| Zottiges Federborstengras |
Federborstengras Pennisetum-Arten Das tropische Gras erhielt wegen seines walzlich-fedrigen Blütenstandes den treffenden Namen "Lampenputzergras". Am Naturstandort klimabedingt mehrjährig, wird es in Kultur einjährig gezogen. Aussaat Ende März/April in Saatgefäßen. P. villosum (bis 60 cm) blüht weißlich mit starker Behaarung im August, September. Höher im Wuchs P. alopecuroides (bis 80 cm) zeigt bräunliche Blüten. Von niedrigem Wuchs
Hamlet , vordem blühend. Im Weinbaugebiet winterfest. Verwendung: Sonniger Platz. In den Sommermonaten reichlich gießen. In Felsgärten oder Gemischtpflanzungen. Gräser tragen dazu bei, einen harmonisehen Übergang innerhalb einer Gruppierung zu finden.
Perlgras Melica Einbezogen in die Ausführungen sind auch die niedrigen Wildgräser, deren Wirkung am Wegerand nicht zu unterschätzen ist. Man sollte ihnen ein Plätzchen der Besinnlichkeit im Garten einräumen, nämlich im Naturgarten. Auf sonnigen Kalkböden blüht an lichten Stellen das Wimper-Perlgras,
M. ciliata , im Mai. Bei näherer Betrachtung liegt der Reiz des Staudengrases im filigranen Wuchs des Blütenstands, der sich bei der Reife fahlgelb im Winde bewegt. Hübsch noch die Nickende und Einblütige Art,
M. nutans ,
M. uniflora . Alle Gräser sind im Frühjahr mit Ballen zu setzen. Auf Bodenschluss achten!
v.E.
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