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Clematis - Klettergerüstler mit unzähligen Blüten
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Juli 2010 Könnten Mauern und Zäune etwas romantische Verbrämung gebrauchen? Haben Sie einen alten Obstbaum oder Zierstrauch, den Sie aufmöbeln möchten? Versuchen Sie es mit Clematis! Jetzt zeigen die Dauerblüher ihre volle Pracht.
Mit den üppig blühenden Waldreben (Clematis) können nur wenige Kletterkünstler konkurrieren. Sie sind die perfekten Partner zu Kletterrosen, lehnen sich an Mauern, schmücken Gartentore, Bögen und Rankgitter. Sie klettern gern in Bäume und erwecken so malerische Obstveteranen zu neuem Leben. Die meisten Hybriden blühen zweimal im Jahr.
Vielerlei Sorten
Clematis gibt es in vielen Arten und in allen Farben. Kombiniert man die verschiedenen Sorten, kann man sich von April bis Oktober an den zarten Blüten erfreuen. Schon zeitig im Frühling, mit Elfenbeinginster, Azaleen und Rhododendron zusammen, öffnen sich die violettblauen oder weißen Glöckchenblüten der
Alpenwaldrebe (Clematis alpina). Wie der Name schon sagt, ist sie ursprünglich in den Alpen beheimatet. Ihre Blüten erscheinen einzeln an etwa 12 cm langen Stielen von Mai bis Juni.
Kurz danach sind Wände, Pergolen, Gehölze oder Mauern mit einem Blütenmeer der
Bergwaldrebe (Clematis montana) übersät. Zehn Meter Höhe sind an geschützter Stelle für diese Art kein Problem. Die ursprünglich weißen Blüten mit gelben Staubblättern erscheinen in Massen. Es gibt mittlerweile aber auch bunte und stark duftende Sorten wie z.B. 'Rubens' mit kleinen, hellrosa Blüten oder 'Odorata' mit weißen, süßlich duftenden Blüten.
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Clematis-Hybride 'Nelly Moser'
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Blüte im Sommer
Im Frühsommer und ein zweites Mal im Herbst überzeugen mit Blütenmassen die herrlich
großblumigen Garten-Hybriden wie 'Nelly Moser' (rosa gestreift), 'Mme Le Coultre' (weiß) oder 'Königskind' (blau). Nach einer Sommerpause blühen diese Hybriden zum zweiten Mal von August bis Oktober.
Etwas schwachwüchsiger, dafür mit anmutigen goldgelben Blüten erscheint ab Juni bis zum Herbst die
Goldwaldrebe (Clematis tangutica). Eine besondere Attraktion sind ihre silbrig glänzenden, federartigen Samenstände, die bis in den Winter hinein eine Zierde sind.
Im Hochsommer schmücken sich Clematis viticella (violett, rosa, blau und weiß) und Clematis jackmannii (blau) mit Wolken von mittelgroßen Blüten.
Ab August überraschen die
Orientalische Waldrebe (Clematis orientalis) mit laternenartig aufgehängten und zurückgekrümmten gelben Blütenblättern. Sie erreichen bis zu vier Meter Höhe.
Im Herbst haben die stark wachsenden Wildarten (Clematis vitalba und Cl. fargesoides) mit weißer, kleiner Blüte ihren großen Auftritt. Pergolen, Rankwände, Mauern und Bäume erstürmen sie mit Leichtigkeit. Wer einen Wintergarten hat, kann sich von Februar bis Mai am süßen Duft der chinesischen Clematis armandii mit weißer Blüte erfreuen.
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Maschendraht als Rankhilfe.
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Kletterhilfen
Alte Obstbäume sind genau das, was die schönen Waldreben zum Klimmen brauchen. Schon nach zwei bis drei Jahren sind Stämme und Zweige mit zartem Blattwerk umgarnt und Hunderte von Blüten schenken über Wochen ein Blütenmeer, das dem Baum eine zweite Jugend verleiht, ohne ihm zu schaden. Wichtig sind ein Stück Gitter, Maschendraht oder eine Draht rolle, die beim Aufleiten der Triebe Hilfestellung leisten. Bringen Sie am besten im Gehölz einen 30 bis 40 cm breiten und beliebig langen Streifen aus Kaninchen-Maschendraht an und verbinden Sie die Stäbe der neuen Clematis damit.
Sympathische Kletterhilfen sind auch geflochtene Wände aus Weiden. Das natürliche Material passt mit rustikalem Charme hervorragend zu Gär ten in englischem, naturnahem oder bäuerlichem Stil. Immer häufiger gehören die Beetbegrenzungen, Zaunelemente, Kegel und Rankhilfen aus Weidenruten zum Angebot im Gartencenter.
Pflanzzeit
Beste Pflanzzeiten sind im Frühling und von August bis Oktober. Als ehemalige Waldbewohner lieben Clematis humusreichen Boden und einen beschatteten Fuß. Man erreicht dies durch eine dicke Mulchschicht (Holzhäcksel, Dekomulch, Rinde oder Stroh). Bleiben Sie beim Pflanzen von Hausmauern und Klettergerüsten wie Pergolen etwa 50 cm entfernt. Ist der erste Blattansatz 7 bis 10 cm dick mit Erde bedeckt, kann sich die Pflanze nach Frösten oder Befall mit dem gelegentlich auftretendem Welkepilz wieder erholen.
Halbschatten ist wichtig und niedrige Pflanzen davor, die den Wurzeln der Waldgewächse Schutz vor praller Sonne bieten.
Soll die Waldrebe den Baum erklimmen, pflanzt man dem Ballen im Schatten des Stammes, etwa einen Meter entfernt und genügend tief.
Pflege von Clematis
Clematis wachsen naturgemäß steil nach oben. Um eine reiche Verzweigung zu erreichen, sollten Sie bereits beim Pflanzen die jungen Triebe seitlich verteilen und bei Bedarf leicht einkürzen. Ältere Pflanzen müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden, denn sie neigen dazu, ihr Blattwerk und die Blüten immer mehr nach oben zu verlagern. Je nach Art kann man die Triebe im zeitigen Frühjahr oder nach der Blüte kräftig zurückschneiden. Durch seitliches Befestigen der Triebe am Rankgerüst oder Spalier erzielt man zudem eine größere Breite der Pflanze.
Ein gefürchtetes Problem für alle Clematis-Liebhaber ist die Clematis-Welke, gegen die es kein zuverlässiges Mittel gibt. Befallene Pflanzen können innerhalb kurzer Zeit große Zweigpartien verlieren oder gar gänzlich absterben. Großblumige Hybridsorten sind in der Regel stärker gefährdet als die kleinblumigeren Wildarten und die ab Sommer blühenden Abkömmlinge der Clematis viticella.