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Autor
Griegel, Adalbert

Kraut- und Braunfäule an Tomaten


Kraut- und Braunfäule an Tomaten
© Zeichnung: Margarete Griegel aus dem Buch "Mein gesunder Gemüsegarten"
Kraut- und Braunfäule an Tomaten

nach oben Schaderreger und Schadbild

Diese gefährliche Tomatenkrankheit kann in feucht-warmen Jahren zu großen Ernteverlusten führen. Derselbe Pilzerreger ist bei den Kartoffelbeständen für die Kraut- und Knollenfäule verantwortlich. Meistens im Juli werden, beginnend auf den untersten Blättern, graugrüne, später dunkelbraune und sich bei feuchtem Wetter schnell ausdehnende Flecken beobachtet. Bei hoher Luftfeuchtigkeit ist blattunterseits am Rande der Flecken ein weißgrauer, dünner Pilzrasen festzu stellen (2). Bei trockenem Wetter stirbt das Blattgewebe innerhalb der Flecken. Ist die Pflanze stark befallen, verdirbt das erkrankte Blattwerk ganz. Auch am Stängel bilden sich großflächige, braunschwarz begrenzte Flecken, die sogar den ganzen Stängel erfassen können. Auf den Früchten, vorwiegend auf der oberen Hälfte, entstehen große, schmut zig braune, leicht eingesunkene Flecken mit runzeliger Oberfläche (3). Das Fruchtfleisch unter den Flecken ist verhärtet, braun und faul.

nach oben Krankheitsentwicklung

Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass der Pilz nur an den gelagerten oder im Boden gebliebenen, infizierten Kartoffelknollen überwintern kann. Auf den aus diesen Kartoffeln keimenden schon infizierten jungen Trieben bilden sich in großen Mengen Pilzsporen, die durch Wind nicht nur auf die benachbarten Kartoffeln, sondern auch auf oft weit entfernte Tomatenpflanzen übertragen werden (1). Bei diesem Krankheitsverlauf werden meistens erst die Früchte und dann etwa 2 bis 3 Wochen später sekundär die Blätter infiziert. Nach neuesten Erkenntnissen überwintert der Pilz aber auch in der Erde - in Form von Überdauerungsorganen, so genannten Oosporen. Im Frühjahr keimen diese im Boden und bilden eine große Anzahl von sehr infektiösen Pilzsporen, die sowohl durch Luftbewegung als auch durch Wasserspritzer auf die untersten Tomatenblätter und Stängelpartien übertragen werden. Dies erklärt, warum ganz besonders bei Tomaten im Garten, die jedes Jahr auf derselben oder unmittelbar benachbarten Fläche angebaut werden, erst die Blatt- und dann die Fruchtinfektionen auftreten ((2) und (3)). Die Ansteckung des neuen Blatt- bzw. Stängel- oder Fruchtgewebes kann nur dann erfolgen, wenn es, zumindest einige Stunden lang, feucht bleibt. Das Infektionsoptimum liegt bei Temperaturen zwischen 12° C und 15° C. Für ein weiteres Wachstum des Pilzes in der Pflanze sind Temperaturen zwischen 20° C und 23° C optimal. Zu dichte Bestände und windgeschützte Lagen, die das Abtrocknen der feuchten Pflanzen erschweren und die Stickstoffüberdüngung fördern, verstärken die Infektion.

nach oben Vorbeugung und Bekämpfung

In besonders gefährdeten Lagen sollten weniger empfindliche Sorten bevorzugt werden. Eine ausgewogene Ernährung verstärkt die Widerstandsfähigkeit.

Größerer Abstand zwischen den Pflanzen erleichtert das schnelle Abtrocknen der Blätter. Im Gegensatz zu der oft verbreiteten anderen Meinung sollen auch Tomaten jährlich auf einer anderen Fläche im Garten gepflanzt werden. Das Gießen soll am besten morgens, und zwar unter der Pflanze durchgeführt werden, damit die Blätter und die Früchte nicht unnötig befeuchtet werden. Folienüberdachung verhindert bzw. reduziert die Befeuchtung der Pflanzen durch Regen. Eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen soll helfen, die erste Infektionsphase auf den untersten Blättern bzw. Früchten rechtzeitig zu erkennen. In solch einem Fall sollten die Blätter bis zu dem ersten Fruchtansatz und auch erste befallene Früchte rigoros entfernt und beseitigt werden (der blaue Balken). Flankierend zu den agrotechnischen und mechanischen Maßnahmen ist es ratsam, besonders bei feuchtem Wetter, die ganzen Pflanzen inklusive der Blattunterseiten, Stängel und Früchte sorgfältig und in regelmäßigen Abständen von 7 bis 14 Tagen (je feuchter das Wetter desto öfter) mit einem geeigneten Pilzbekämpfungsmittel vorbeugend zu behandeln (der rote Balken). Geeignet und für Tomaten im Garten zugelassen sind folgende Produkte: Fungisan Rosen- Gemüse-Pilzfrei (Neudorff), COMPO Ortiva Universal Pilz-frei, Cueva AF Tomaten-Pilzfrei (Neudorff), Cueva Pilzfrei (Neudorff), AtempoKupfer-Pilzfrei (Neudorff).

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Schlagworte dieser Seite:

Branfäule, Knollenfäule, Krautfäule, Pilzerreger, Tomatenkrankheit, Tomatenpflanzen

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