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Indianernessel Monarda diclyma
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Juni 2010 Mit etwas Farbe schmeckt alles noch mal so gut. Überraschend viele Blütenpflanzen sind essbar, obendrein wohlschmeckend und verführen zu allerhand blumiger Kochkunst. Sie lassen sich leicht im Garten anziehen und stehen den ganzen Sommer zum Ernten bereit.
Von der pikanten Kapuzinerkresse, dem würzigen Gänseblümchen, den stark aromatischen Rosenblättern bis hin zum süß-parfümierten Duftveilchen aus unseren Wäldern - das Spektrum an genießbaren Blüten ist weit. Sie bereichern den Speisezettel und verleiten zu allerhand kreativen Koch-Ideen. Ob als exotische Note im sommerlichen Salat, zur schmack haften Dekoration von Suppen, eingefroren in Eiswürfeln als Partygag für Getränke oder kandiert als Garnierung für Pralinen, Kuchen und Desserts: Blüten können sehr vielseitig verwendet werden und das Ausprobieren lohnt sich.
Blüten-Gerichte
Es müssen ja nicht gerade Magnolienblüten sein, die chinesische Köche schön kross und mit schmelzendem Wohlgeschmack zubereiten. In Eigelb und Mehl gewendet und in heißem Öl ausgebacken, mit etwas Salz oder Zucker bestreut, sind auch Zucchiniblüten eine Leckerei, die besonders in der italienischen Küche geschätzt wird. In Frankreich werden die Blüten mit Hackfleisch gefüllt, zugebunden und in der Pfanne gebraten. Ernten Sie jedoch immer nur morgens, denn ab Mittag welken die Blüten schon. Gut eignen sich dafür die männlichen Blüten, denn sie entwickeln keine Früchte und so kann von den weiblichen später noch geerntet werden. Mehr für aromatische Salate eignen sich die duftenden und pikant würzig schmeckenden Blüten der Kapuzinerkresse. Die Kletterpflanze gedeiht problemlos im Garten und entwickelt schnell ein üppiges Blüten- und Blättermeer. Auch die Blätter sind eine würzige Ergänzung für Salate. Die Knospen und jungen Samenkapseln dienen - in Essig eingelegt - als hausgemachter Ersatz für Kapern.
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Sammetblume Tagetes tenuifolia
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Würziges
Die Sammetblume, auch als Gewürztagetes bekannt (Tagetes tenuifolia), lockt mit zahlreichen gelben oder orangen Blütchen, die intensiv nach Zitrus duften und würzig schmecken.
Sie passen gut zu Süßspeisen, Obst und erfrischenden Sommertees. Die in Mexiko beheimateten, einjährigen Pflanzen wachsen niedrig und buschig verzweigt. Estragontagetes oder Zimmerestragon (Tagetes lucida) ist ebenfalls einjährig, kann aber im Gewächshaus überwintert werden. Die krautigen Pflanzen haben ein würziges Aroma, das den echten Estragon noch übertrifft. Blätter und Blüten geben Salaten, Fisch und asiatischen Gerichten eine aparte Note.
Schmackhafte Gartenblumen
Viele beliebte Gartenblumen machen im Beet eine gute Figur, sind aber als schmackhafte Leckerei eher unbekannt. Die Blüten der roten und blauen Indianernessel oder Bergamot (Monarda didyma) zum Beispiel ergeben eine delikate Würze zu Salaten und Süßspeisen. In Honig getaucht und konserviert sind sie sogar ein mildes Hustenmittel für Kinder. Das gelbe Schmuckkörbchen (Cosmos sulphureus) verschönert im Sommer nicht nur die Blumenrabatte, sondern auch den Salat. Und auch die Balsamine (Impatiens balsamina), eine enge Verwandte des Fleißigen Lieschens, ist mit ihren großen roten, gelben, weißen und violetten Blüten ein wahrer Gaumenschmaus.
Gänseblümchen (Bellis) in allen Formen und Farben verfeinern ein herzhaftes und abwechslungsreiches Butterbrot oder eine würzige Frühlingssuppe. Von den Gänseblümchen sind die Knospen besonders begehrt, da sie eine mildwürzige Geschmacksnote mitbringen. Ähnliches gilt für die weiß blühende Zwergmargerite (Hymenostemma paludosum), die uns den Sommer über erfreut. Gut schmecken auch die großen, orange-gelben Blüten der als Bauerngartenblume beliebten Ringelblume (Calendula officinalis). Die Blütenblättchen und jungen Laubblätter kann man als aparte Würze zu Salaten oder Suppen verwenden. Früher wurden die äußeren Blütenblätter frisch geerntet oder getrocknet als Ersatz für teuren Safran zum Färben von Speisen genutzt. Hornveilchen blühen mit niedlichen Blütengesichtern unermüdlich bis zum Frost und können so das ganze Jahr über aus der Blumenschale oder dem Beet für aparte Dekorationen von Salaten, Suppen oder Desserts geerntet werden. Besonders hübsch sind die Blüten aus der 'Twix'-Serie (von Kiepenkerl) oder die mit der Fleuroselect- Goldmedaille ausgezeich nete Sorte 'Ultima Morpho' mit ihren orange-violetten Blüten.
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Schmuckkörbchen-Mischung
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Aromen für Desserts
Kandierte, also in Zucker eingelegte Blüten haben in der Patisserie bereits eine jahrhundertealte Tradition. Besonders die Blätter von duftenden Rosen und die feinen Blüten der Duftveilchen (Viola odorata) wurden dafür genutzt. Aber auch andere ausdrucksvolle Blüten wie die von Duftpelargonien oder Borretsch eignen sich. Sie sind eine tolle Dekoration von feinen Desserts, Pralinen, Kuchen oder Eis und sorgen garantiert für Begeisterung unter den Gästen. Sie schmecken aber auch herrlich zu einem sommerlichen Glas Wein oder Sekt. Wer es lieber frisch und fruchtig mag, ist mit den schmalen, kräftigroten Blüten des Ananassalbeis (Salvia rutilans) gut bedient. Auch die Blätter haben ein fruchtiges Aroma, das sie in frischen Sommertees geschmackvoll verbreiten. Die ungewöhnliche Salbeisorte kann im Zimmer auf der Fensterbank oder im Wintergarten überwintert und dort auch in der kühlen Jahreszeit geerntet werden. Nichts für süße Schleckermäuler sind dagegen die blauen, rosa und violetten Blüten des Echten Salbeis (Salvia officinalis). Sie geben Fisch- oder Fleischgerichten eine interessante, würzige Note und entfalten in aromatischen Tees ihre entzündungshemmende Wirkung. Auch die scharf-würzigen Blüten des Schnittlauchs sind eher etwas für Fans der starken Aromen. Sie sind ideal für Liebhaber eines blütenreichen Rühreis.
Anzucht und Ernte
Wer keinen Staudengarten hat, sät ganz einfach auf Beeten, Balkonkästen und in Gefäßen Blüten zum Essen aus, die es preiswert als spezielle Samenmischung gibt (zum Beispiel von Sperli oder Kiepenkerl). Wer will, kann die Mischungen ab April oder Mai breitwürfig aussäen oder die Pflanzen einzeln anziehen und im Abstand von 20 bis 25 cm auf Beete pflanzen. Jeder gepflegte Gartenboden an sonniger oder halbschattiger Stelle ist dafür geeignet. Besonders hübsch gedeihen die meisten Blumen im Topfgarten und in Balkonkäs ten. Die Blüten werden am besten knospig oder kurz nach dem Aufblühen geerntet, dann haben sie noch ihr volles Aroma. Da die Blüten schnell welken, sollten sie möglichst bald nach der Ernte verwertet werden. Eventuelle Staub- oder Schmutzpartikel am besten abklopfen oder vorsichtig entfernen und das Waschen vermeiden, denn sonst verlieren die filigranen Blüten ihre Form.
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Blüte Duftrose
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Von Rosen, Lavendel und Ringelblumen sind vor allem die Blütenblätter genießbar. Stempel, Staubblätter und eventuelle bittere grüne Teile sollten entfernt werden. Nutzen Sie die Blüten möglichst frisch und roh wie Kräuter, dann kommen Sie in den Genuss des vollen Aromas. Leider sind nicht alle Blüten essbar, manche sogar giftig. Folgende sollten Sie daher nicht probieren: Adonisröschen, Akelei, Alpenveilchen, Anemonen, Butterblume (Caltha palustris), Christrosen, Eisenhut (Aconitum napellus), Fingerhut, Gemswurz (Doronicum caucasicum), Goldregen, Johanniskraut, Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris), Lupine, Maiglöckchen, Mohn, Narzissen, Rittersporn, Schachbrettblume (Fritillaria), Schöllkraut, Schwertlilie, Seidenpflanze (Asclepias currassavica), Stechapfel (Datura stramonium), Tabak (Nicotiana virginiana) und Ziertabak (Nicotiana alata), Trollblume (Trollius europaeus), Wolfsmilch (Euphorbia - alle Arten) und Vinca (Catharanthus roseus).