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Stein, Dagmar

Bohnen - lecker und vielseitig


Bohnen - lecker und vielseitig
© Stein, Dagmar
Bohnen - lecker und vielseitig
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Mai 2010 Alle kennen sie und fast alle mögen sie. Busch- und Stangenbohnen zählen im Garten zu den wichtigsten Gemüsearten und das aus gutem Grund. Sie sind einfach anzubauen, gedeihen auf fast allen Böden, machen wenig Arbeit und bringen hohen Ertrag.

Bohnen zählen zur weltweit verbreiteten Familie der Schmetterlingsblütler (Leguminosen), die mit einer im Pflanzenreich seltenen Eigenschaft aufwarten kann: Als Pionierpflanzen können sie Stickstoff aus der Luft einfangen und diesen wichtigen Nährstoff in Wurzelknöllchen speichern. Dies gelingt mit Hilfe von bestimmten Bakterien, mit denen sie in nützlicher Symbiose leben. Nach dem Absterben der Pflanzen zerfallen auch die Knöllchen, Stickstoff wird frei und nachfolgende Pflanzen können davon profitieren. Bohnen werden deshalb im Bioanbau als Bodenverbesserer (so wie die verwandten Gründüngungspflanzen Lupinen und Klee) hoch geschätzt. Sie können sich auch weitgehend selbst ernähren, etwas Kompost als Unterstützung genügt ihnen für reichen und sicheren Ertrag.

nach oben Alte Kulturpflanze

Aus diesem Grund zählen Bohnen zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sie wurden schon vor mehr als 10.000 Jahren genutzt, in Asien (z. B. Mungbohnen), in Europa (Puffbohnen) oder in den südamerikanischen Anden (Stangen- und Feuerbohnen, woraus die Buschbohnen entstanden). Wichtiger als die schmackhaften frischen und ballaststoffreichen Hülsen waren unseren Vorfahren die lange lagerfähigen Samen, die viel Eiweiß und Kalorien, Mineralien und die heute so wichtigen schleimlösenden Saponine enthalten. Als "sekundäre Inhaltsstoffe" können sie den Cholesteringehalt senken und einigen Krebsarten vorbeugen.

Vor dem Verzehr grüner roher Hülsen von Busch- und Stangenbohnen wird gewarnt, denn sie enthalten Phasin, einen Eiweißstoff, der dem Blut von empfindlichen Personen und Kindern nicht bekommt, ja sogar (in seltenen Einzelfällen) tödlich verlaufen kann. Kochen Sie deshalb Bohnenhülsen vor dem Verzehr immer ab, denn beim Erhitzen wird das enthaltene Phasin zerstört.

nach oben Stangenbohnen

Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris var. vulgaris) gelangten schon mit Kolumbus nach Europa und waren lange Zeit dominierend. Ebenso wie die weniger wärmebedürftigen und deshalb für Küsten- und Berglagen gut geeigneten Prunk-, Woll- oder Wachtelbohnen (Phaseolus coccineus), die sich durch rote, weiße oder rot-weiße Blüten auszeichnen und etwa 30 cm lange, breite, fleischige, aromatische Hülsen hervorbringen. Erst seit wenigen Jahrzehnten wurden daraus niedrige Buschformen selektiert.

Stangenbohnen bieten durchweg einen ausgeprägten, aromatischen Geschmack. Gute Sorten sind die ertragreiche, grüne Stangenbohne 'Cobra', die früh reifende 'Rakker', die gelbe 'Neckargold' und die blauviolette 'Blauhilde'. Geschmack kann man auch bei den hübsch blühenden Prunk- oder Feuerbohnen finden wie der , weiß-rot blühenden Sorte 'Hestia'. Doch müssen deren Hülsen bereits sehr jung geerntet werden, sonst sind sie schnell zäh und hart. Angenehm im Aroma und lange Zeit weich bleibend sind die Hülsen von "Türkischen Erbsen", den früher in Norddeutschland weit verbreiteten Perlbohnen. Man kann die Bohnen kurz vor der Trockenreife auspalen, dann schmecken sie besonders kernig. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des sommerlichen Traditionsgerichtes "Birnen, Bohnen und Speck".

Stangenbohnen sind wärmebedürftiger, aufwändiger in Kultur und Pflege, aber auch deutlich ertragreicher als Buschbohnen (2,5 bis 4 kg/m2). In kleinen Gärten sind sie deshalb die bessere Wahl. Je nach Sorte werden die Pflanzen 2 bis 4 Meter hoch. Sie brauchen dafür Halt an senkrecht, kreisförmig oder kreuzweise aufgestellten Stangen, an Netzen oder Schnüren. Die 22 bis 30 cm langen Hülsen sind je nach Sorte grün, gelb oder blauviolett gefärbt. Die Mittelzehrer brauchen einen windgeschützten, sonnigen Platz und besonders humosen, nährstoffreichen Boden.

nach oben Buschbohnen

Buschbohnen (Phaseolus vulgaris) sind mit ihren langen, fleischigen Hülsen die in hiesigen Gemüsegärten wohl gängigsten Bohnen. Einige können Gourmets wirklich entzücken. Am bes ten gelingt dies bei "Filetbohnen", deren Vorfahren aus Frankreich stammen. Achten Sie auf neuere Sorten, die schon fadenfrei sind, wie zum Beispiel 'Negra' (Kiepenkerl) oder 'Nassau' und 'Montano' (Sperli). Viele neuere Sorten sind auch resistent gegen typische Bohnenkrankheiten. Die Sorten 'Sixta' und 'Divara' zum Beispiel zeigen sich robust gegen Bohnenmosaikvirus, Brenn- und Fettflecken. Ein Extra an Aromastoffen bieten die auffälligen blauhülsigen Buschbohnen wie 'Purple Teepee', 'Purpiat' oder 'Purple King'. Keine Angst vor der blauen Farbe! Sie verschwindet beim Kochen und die Hülsen präsentieren sich anschließend appetitlich grün.

Die gleichmäßig geformten, langen, fleischigen Hülsen der Buschbohnen lassen sich gut einfrieren. Dazu sollte man sie kurz in kochendem Wasser blanchieren und dann abkühlen lassen. So sind sie in der Gefriertruhe lange haltbar und im Herbst und Winter eine ideale Gemüsebeilage zu Fleisch.

nach oben Aussaat bis zur Ernte

Der Anbau von Bohnen ist keine Kunst und gelingt auf Anhieb auf jedem lockeren, gut durchlüfteten Gartenboden. Achten Sie jedoch auf einige Besonderheiten:

Als Kinder der Subtropen sind alle Busch- und Stangenbohnen wärmebedürftig. Frost wird nicht vertragen, auch keine wassergesättigten Böden, die noch Verdunstungskälte abstrahlen. Die Samen brauchen im Gegenteil viel Sauerstoff, also einen gut gelockerten Boden und dürfen maximal 4 bis 5 cm tief abgelegt werden. Der Boden sollte sich schon auf mehr als 8° C erwärmt haben und abgetrocknet sein. Ideale Aussaatzeit ist daher der Mai. Warten Sie bei ungünstigem Wetter noch zwei Wochen, die bessere Entwicklung gleicht Verzögerungen schnell wieder aus.

Vor der Aussaat werden die Beete mit reifem Kompost oder organischem Dünger hergerichtet und die Kletterstangen für Stangenbohnen aufgestellt. Eine gute Standweite ist 100 x 50 bis 60 cm. Ende Mai bis Ende Juni ist Aussaatzeit. In 2 bis 4 cm tiefe Rillen verteilt man rund um die Stangen jeweils 5 bis 6 Samen, drückt sie an, deckt mit lockerer Erde ab und gießt gründlich an. Sobald die Triebe 15 bis 20 cm Höhe erreicht haben, häufelt man mit Erde an und leitet die Triebe zu den Stangen. Immer reichlich wässern, hacken oder mulchen ist wichtig für lange fleischige Hülsen und hohe Erträge. Letzter Termin für die besonders interessante Herbsternte von Buschbohnen ist Anfang Juli. Gesät werden Buschbohnen entweder in Reihen von 40 cm Abstand fortlaufend alle 4 bis 6 cm 1 Korn oder in Horstsaat (Dibbelsaat). Dabei werden jeweils 5 bis 7 Samen zusammen und im Abstand von jeweils 40 bis 50 cm in eine kleine Kuhle gegeben und mit Erde bedeckt. Die Pflanzen wachsen so dicht gedrängt auf und stützen sich gegenseitig, was das Umfallen verhindert.

Buschbohnen 'Purple Teepe' vor und nach dem Kochen
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Buschbohnen 'Purple Teepe' vor und nach dem Kochen
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nach oben Geschmack ist wichtig

Bohnen eignen sich zwar nicht als Rohkost, trotzdem gibt es andere Zubereitungen, die ihren Ruf als schmackhaftes und gesundes Gemüse gefestigt haben. Die grünen, gelben oder gefleckten jungen fleischigen Hülsen kann man dünsten, kochen, sauer einlegen, als Schnippelbohnen mit einer weißen Soße anrichten, als knackigen Salat in einer Essig soße oder als kräftigende Suppe servieren. Kurz blanchiert und danach gefrostet verlieren die meisten Sorten leider sowohl erheblich an Geschmack als auch ihre feste Konsistenz. Gut erhalten bleiben diese Eigenschaften dagegen beim Einwecken nach Mutters Art, doch wer macht das noch?

Feuerbohnen
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Feuerbohnen
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nach oben Gute Pflege

Gegen die häufigsten Krankheiten der Bohne wie Brennflecken, Fettflecken und Virus kann man im Garten wenig ausrichten. Verwenden Sie immer neues Saatgut und Züchtungen, die von Natur aus weitgehend resistent dagegen sind. Die Bohnenfliege wittert Bohnensamen in der Keimphase (und nur dann sind sie gefährdet) kilometerweit und legt an ihnen Eier ab. Die herausspitzenden Keimblätter sind anschließend zerfressen und fallen ab, die Pflanze stirbt. Beugen Sie vor und decken Sie das Beet bis zum Erscheinen der echten Blätter mit Insektenschutznetz ab. Eine weitere Methode ist das Aussäen im Haus in Töpfe (5 bis 7 Samen pro 10-cm- Topf). Die Jungpflanzen werden später ausgepflanzt. Vor, während und nach der Blüte dürfen die Pflanzen keinen Mangel leiden, sonst werden Blüten und bereits angesetzte Hülsen wieder abgestoßen. Also gerade dann reichlich wässern und düngen. Bohnen sind dankbar für Anhäufeln mit der Hacke, sobald sie 10 bis 15 cm Höhe erreicht haben. Das erhöht die Standfestigkeit. Gute Ernten mit vielen zarten Hülsen bringen späte Aussaaten (Anfang bis Mitte Juli) in den Herbstmonaten September/Oktober. Verwenden Sie dazu nur schnellwüchsige Sorten wie 'Montano', 'Speedy', 'Juvina'.

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15. Juli 2011

Dieterich H.W. Würzburg. Ich habe Sange

Ich bitte um rat?

Meine Stangenbohnen stehen unter einem Dach und werden von oben nicht nass, reichlich gegossen werden sie jeden Tag. Sie sehen aus als hätten sie Meltau und haben kleine runde schwarze Läuse. Blühen tun sie sehr Üppig. ich habe auch schon geerntet, es hängen auch noch viele für Samen, sind abernoch nicht braun.


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Bohnen, Buschbohne, Fettflecken, Keimblätter, Kulturpflanze, Schmetterlingsblütler, Stangenbohne, Virus

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