© Stein, Dagmar
Schöne Küchenkräuter
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April 2010 Wer sagt, dass Nutzgärten immer nur nützlich, grün und ordentlich aussehen müssen? Der berühmteste Gemüse garten der Welt, Schloss Villandry an der Loire, macht aus den Blattstrukturen, den kräftigen und dezenten Farben nahrhafter Pflanzen eine viel bewunderte Kunst. Doch Leckeres in Szene zu setzen, das gelingt durchaus in jedem Garten.
Kreuzförmige Wege, ein kleines Rondell und in der Mitte als Blickfang eine Figur oder Sonnenuhr, dazu niedrige Einfassungen der Beete mit dunkelgrünem Buchs, silbrigem Heiligenkraut oder blauem Lavendel, an repräsentativer Stelle platzierte Kübel mit charmanten Blumen oder Zitrusgewächsen - schon nimmt der eigene Mini-Schlossgarten Gestalt an. Krönt ihn ein romantischer Rosenbogen und tummeln sich bunte Sommerblumen zwischen den Gemüsen, dann ähnelt er einem Bauerngarten. Mit bewusst ausgewählten Gemüsesorten, geeigneten Mischkulturpartnern und dekorativ gestalteten Beetstrukturen wird der Gemüsegarten zu einem attraktiven Blickpunkt.
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Admiral auf Tagetes tenuifolia
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Schöne Gemüse
Artischocken 'Imperial Star' entwickeln schon im ersten Jahr, im Mai an sonniger Stelle ausgepflanzt, dickbauchige Knospen. Das Feingemüse ist ideal für ein Mahl zu zweit, gedünstet und mit Sauce Hollandaise angerichtet. Wenn man sie nicht aberntet, entfalten sich im Spätherbst noch strahlend blaue, riesige Distelblüten, die man als Anziehungspunkt für Schmetterlinge erhalten, für die Vase schneiden oder als haltbare Trockenblumen nutzen kann. Sehr dekorativ sind auch die tief gebuchteten, silbrig schimmernden Blätter von Artischocken und den nahe verwandten Cardy-Pflanzen. Beide sind eindrucksvolle Solitäre, die jeder Rabatte zur Ehre gereichen.
Wie wäre es, wenn Sie mit Artischocken als Mittelpunkt ein Spiel der Blattstrukturen und -formen beginnen? Als Nachbarn eignet sich ein Sortiment der verschiedenen Ziersalbeisorten aus dem Gartencenter, wie die gelbgrün gemusterte Salvia officinalis 'Icterina', die rötliche 'Purpurascens', die ganzrandige silbergrüne 'Berggarten', die dreifarbige 'Tricolor' mit zungenförmigen Blättern oder die gekrauste 'Cristata'. Dazu pflanzt man silbriges, nach Mittelmeer duftendes Heiligenkraut (Santolina chamaecyparyssus).
Farbe im Gemüsegarten
Haben Sie schon einmal bunten Stielmangold als Zierde und zum Essen gepflanzt? Roter Mangold (Rhubarb Chard) zum Beispiel sieht überraschend stilvoll aus. Je niedriger die Temperaturen, desto intensiver leuchten die feuerroten Stiele mit den deutlich abgesetzten grünen Nerven und umso dekorativer wirken seine malerisch gewölbten Blätter. In bunten Regenbogenfarben leuchten die Blattstiele der Sorte 'Bright Lights'. Dunkelrot sind auch die Blätter der japanischen Schwarznessel (Perilla frutescens). Sie schmecken delikat zu Sushi und anderem Fisch. Außerdem kann man sie auf Rabatten als dunklen Kontrast in Gruppen pflanzen, vor dem sich filigrane Gewächse (z. B. Gräser) dekorativ abheben.
Auch Zierkohl ist essbar und schmeckt recht gut - seine Möglichkeiten kann man nutzen und damit spät im Herbst noch Farbe in den Garten zaubern. In milden Wintern dauert die Pracht bis in den Frühling an.
Die Sammetblume (Tagetes tenuifolia), als kleinblütige Form der Studentenblume immer häufiger verwendet, ergibt einen zitronig-aromatisch schmeckenden Salat. Gleichzeitig passt sie mit nur 25 cm Höhe und üppigen Blütenkissen überall als leuchtender Farbfleck dazwischen. Die Blüte dauert von Mai bis zum Frost. Als Mischkulturpartner hilft die Sammetblume bei der Abwehr von Kohlweißlingen oder Weißen Fliegen. Gleichzeitig hält sie Nektar für Nützlinge und gern gesehene Gäste bereit. Falter zum Beispiel finden sich reichlich zum Nektartanken ein.
Dekorative Rahmen
Zum Einrahmen von Nutzgartenbeeten haben sich neben dem immergrünen Buchs blaugrüne Weinraute (Ruta graveolens 'Jackmans Blue'), Edelgamander (Teucrium chamaedrys) und die goldgelbe, flachwachsende, kissenbildende Fetthenne (Sedum floriferum 'Weihenstephaner Gold') bewährt. Auch mit silbrigem Greiskraut (Senecio bicolor) können Sie dekorative Kontraste und Rahmen setzen. Einfassungen mit niedrigem Basilikum, Duftkräuterhecken oder Bordüren mit bunten, niedrigen Blumen sind eine nützliche und zugleich charmante Idee. Sie knüpft an Gewohnheiten des Biedermeier- Bauerngartens an und ist auch heute wieder sehr aktuell. Mit Saatbändern sind Ecken, Quadrate, Kurven, Rondelle oder Schnörkel kein Problem. Rille ziehen - Saatband einlegen - angießen und wachsen lassen. Das kann jeder. Im praktischen Saatband gibt es auch Wildblumen, Balkonblumen, Romantikblumen und sogar Nützlingsblumen.
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Gemüse in attraktiven Schalen und Töpfen
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Gemüse in attraktiven Schalen und Töpfen
Grüne und bunte Salate sowie Kräuter kann man in Schalen, Amphoren und Terrakottatöpfen zusammen mit Fleißigen Lieschen, zierlichem Schleierkraut (Gypsophila muralis 'Garden Bride', einjährig oder Gypsophila repens, mehrjährig) kombinieren. Auch Erdbeerspinat (Chenopodium capitatum) erfüllt nach der Erntephase mit seinen leuchtendroten, fleischigen Fruchtständen einen dekorativen Zweck. Wirsingkohl und Rotkohl (siehe Foto rechts) passen beide hervorragend in Töpfe. Im Tau oder nach dem ersten leichten Frost sehen sie richtig edel aus. Allerdings brauchen die allzeit hungrigen Gemüse etwas Aufmerksamkeit bei der Pflege. Selbst dem dick bauchigen Weißkohl gelingt die Wandlung zum Kunstwerk der Natur, wenn sich auf seinen Blättern Tauperlen bilden.