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Autor
Stein, Dagmar

Bambus - Exotik für jeden Garten


Bambus im Japangarten - Phyllostachys bambusoides Castillo
© Stein, Dagmar
Bambus im Japangarten - Phyllostachys bambusoides Castillo
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April 2010 Wen faszinieren sie nicht? Die immergrünen Riesengräser aus Japan erleben einen Siegeszug ohnegleichen. Mit sympathischem Flair geben sie sich elegant, fremdartig, nützlich und sind obendrein von botanischen Geheimnissen umwittert. Die neuen Züchtungen liegen voll im Trend.

Wo gibt es das schon? Eine Pflanze, die man zumindest in unseren Breiten nie blühend sah. Rund hundert Jahre nach ihrem Import aus dem fernen China durch den Engländer Ernst H. Wilson erwachten innerhalb weniger Jahre alle Exemplare, die von den damals noch wenigen Mutterpflanzen abstammten, in Europas Gärten zu übermäßiger Blüte. Sie versamten sich und gingen - von der Liebeslust erschöpft - ausnahmslos ein. Doch in ihren Sämlingen lebt der Schirm bambus (Fargesia murielae) mit neuen Sorten weiter. Ein risikoloses Vergnügen für alle Gartenbesitzer, zumindest für die nächsten 50 Jahre.

nach oben Faszinierendes Riesengras

Die Blätter der immergrünen Riesengräser bewegen sich beim leisesten Windhauch, Licht und Schattenspiele machen den Reiz des sinnlichen Gewächses aus. Es passt in jeden Garten, bietet bald einen natürlichen Sichtschutz und dient als Kulisse für blühende Stauden und fernöstliche Gehölze. Bambus verzaubert jeden Wassergarten, verleiht kantiger Architektur modernen Charme und fasziniert besonders im Winter, von der Schwere des Schnees auf malerische Weise niedergebeugt, aber nie gebrochen. Im ersten Winter brauchen die Wurzeln Verdunstungsschutz durch eine dicke Schicht Laub.

Bambusgarten
© Stein, Dagmar
Bambusgarten
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nach oben Lebende Wände

Zwar sind die Riesengräser auch auf eher trockenem Gelände erstaunlich zäh, doch zehren sie lieber von reichlich Wasser, das sich allerdings niemals auf lehmigem Untergrund stauen sollte. In luftfeuchten Seengebieten gedeihen sie besser als im trocken-kalten Alpenraum. Einige schöne Arten eignen sich sogar für größere Wintergärten. Leider kann man die wohlschmeckenden Sprosse von Bambusoides edulis nur im milden Klima südlich der Alpen ernten. Doch mit der Zeit wachsen sich viele Arten auch bei uns zu imposantem Sichtschutz aus und sind ideal für Sitzplätze, Grenzen und Innenhöfe.

"Acht Meter Höhe haben meine Phyllostachys vivax aureocaulis in nur sieben Jahren erreicht" meint stolz ein Bambusliebhaber, der auf einem winzigem 150 m2 Stadtgrundstück ein erstaunlich wucherndes Tropenparadies sein Eigen nennt. Nicht alle Arten werden so hoch und längst nicht alle sind anspruchsvoll. Im Gegenteil, Bambus ist pflegeleicht, er gewöhnt sich auch an extremen, aber windgeschützten Stellen ein und kommt mit alljährlichen Gaben von Kompost und Hornspänen im Frühling aus.

nach oben Vielseitige Arten

Für niedrige Hecken von 40 bis 60 cm Höhe sind vor allem Arten von Pleioblastus und Sasa geeignet. Auch in größeren Kübeln fühlen sich viele Arten wohl, besonders die neuen, verbesserten Sorten des Schirmbambus: 'Simba’ verträgt Schatten und ist mit nur 1,5 bis 2,5 Metern Höhe für kleine Gärten ideal, 'Jumbo’ wächst aufrecht und hat hellgrüne Blätter, während 'Bimbo’ ein hübscher kleiner Gartenbambus ist, der nicht höher wird als ein Meter und ebenso breit. 'Kranich’ ähnelt mit 2,5 bis 3 Metern Höhe dem alten wüchsigen Typ. Schon 20 Jahre lang hat man diese Züchtungen mit gutem Erfolg auf Winterhärte erprobt.

Bambus wandert

Heben Sie das Pflanzloch mindestens doppelt so groß aus wie den Ballen, lockern und drainieren Sie den Boden mit Kies. Nicht tiefer setzen als vorher. Ausläuferbildende Arten wie Phyllostachys hindert man schon bei der Pflanzung am Wandern durch eine flexible Rhizomsperre, eine 60 bis 70 cm tiefe flexible Wand aus recycltem Kunststoff oder Teerpappe, die rund um die Pflanzen leicht schräg nach außen eingesetzt wird. Sie soll ca. drei Finger breit aus dem Boden ragen, damit man Ausläufer rechtzeitig erkennt und abstechen oder ganz einfach mit dem Rasenmäher am Aufkommen hindern kann.

nach oben Beliebte Sorten

Für die Bepflanzung von Gärten empfehlen sich vor allem die neuen Sorten des der horstbildenden Schirmbambus (Fargesia), denn sie breiten sich nur langsam ohne Ausläufer aus. Besonders schön sind Arten mit farbigen Halmen wie Phyllostachys nigra, Ph. viridis 'Sulphurea’ mit gelber Naht, Ph. vivax aureocaulis mit grüner Naht oder die schlankeren Ph. aureosulcata spectabils mit abwechselnd gelb-grünen Halmen. Auch bei dem bodendeckenden Zwergbambus sind gelbgrüne Blätter wie bei Pleioblastus viridistriatus beliebt.

nach oben Gartengestaltung nach fernöstlichem Beispiel

Bambus in seinen mannigfaltigen Formen passt gut an den Biotop-Rand. Die eleganten Stängel und zierlichen Blätter ergänzen die Symphonie der Wasserpflanzen, hüllen alles in ein Dschungel-Dämmerlicht. Sogar im Winter bleibt ein Bambusgarten als immergrünes Paradies erhalten. Die heute üblichen Bambusarten wie Phyllostachys, Fargesia, Sasa und Pleioblastus vertragen Fröste von -20 bis -25 Grad. Im Gartencenter gibt es eine Riesenauswahl an frostbeständigen Bambusarten. Lassen Sie sich beraten.

Bambussprossen ernten
© Stein, Dagmar
Bambussprossen ernten
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Besonders lebendig, elegant und erheiternd wirken zweifarbige Formen. Bodendeckende Büsche erzielt man an Böschungen oder zwischen Steinen mit Zwergbambus (Pleioblastus pumilus und P. pygmaeus). Außerdem gibt es zur Anlage eines echten Bambusbiotops Zubehör: Wasserspiele, Steinlaternen, Zierkies, Kois und andere Fische. Nicht zu vergessen japanische Gehölze wie den Schlitz ahorn oder Azaleen und Stauden wie bunte Chrysanthemen, Pfingstrosen, weißen Schneefelberich (Lysimachia clethroides) und die Vielzahl der edlen Funkien-Arten.

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Schlagworte dieser Seite:

Bambus, Biotop, Fargesia, Funkie, Lebende Wand, Pfingstrose, Phyllostachys, Pleioblastus, Riesengräser, Sasa, Schirmbambus

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