© Schmidt, Joachim
Kachelofen-Behaglichkeit aus der Zentralheizung
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März 2010 Bislang haben wir den steigenden Energiepreisen mehr oder weniger intelligente Sparmaßnahmen entgegensetzen können. Doch die Wirkungsgrade der Heiztechnik lassen sich nicht weiter anheben, und noch mehr Dämmen bringt auch nichts. Da keine bahnbrechenden Entwicklungen zu erwarten sind, bleibt nur ein Umdenken in der Heiztechnik. Beispielsweise die Hinwendung zur Strahlungs-Heizung. Die wärmt nicht nur physiologisch (naturgesetzlich) richtig, sondern verbraucht auch viel weniger Energie.
Die ursprüngliche Kachelofen- Behaglichkeit kennen nur noch wenige. Wer heute mit Holz heizt, nutzt dafür einen modernen Kaminofen. Doch wer weiß schon, dass dieser mit dem traditionellen Kachelofen so gut wie nichts mehr gemein hat.
Nicht das Feuer ist nämlich entscheidend, sondern wie dessen Glut in angenehmes Wohnklima umgewandelt wird. Wenn wir heute von Behaglichkeit sprechen, lassen wir uns nur allzu gern von der Optik, den flackernden Flammen hinter der Glasscheibe, täuschen. Behaglichkeit ist jedoch Gefühlssache und ein Resultat des Wärme-Gespürs, denn nicht jede Wärme wird vom Körper als behaglich empfunden.
Über Jahrtausende hat sich der menschliche Körper auf die Sonne als natürliche Wärmequelle perfekt eingestellt. Auch wenn die Luft kalt ist, empfinden wir Sonnenschein als angenehm und behaglich. Millionen feinster Thermo- Sensoren auf unserer Haut (Rezeptoren genannt) sind speziell auf die Frequenz der Sonnenstrahlung "eingestellt". Spüren sie Sonnenstrahlung, signalisieren sie Behaglichkeit, auch wenn die Luft vergleichsweise kühl ist.
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Auch als Ummantelung für eine Stütze möglich: Große Wohnräume haben häufig Stützen. Auch diese können mit einem beheizten Kachelmantel umgeben werden und milde Wärme abstrahlen. Es ist sogar möglich, tragende Stahlsäulen mit Heizwasser zu füllen und an den Kreislauf der Zentralheizung anzuschließen. Obwohl sie nicht mit Kacheln ummantelt sind, wirken solche „Heiz-Säulen“ sehr effektiv. Letzteres wurde vom Verfasser bereits mit Erfolg gebaut.
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Auch der Kachelofen unserer Großeltern produzierte Behaglichkeit, denn seine keramischen Kacheln (keine Fliesen) oder simpler Verputz mit Lehm wandeln die Hitze des Holzfeuers in Wärmestrahlung um, die in ihrer Frequenz dem Sonnenschein sehr nahe kommt. Eisenöfen strahlen zwar auch, aber vergleichsweise "hart" und unbehaglich. Die Qualität der Kachelofen-Wärme ist ungleich höher.
Obwohl jeder weiß, dass Sonnenschein auch bei kalter Luft wärmt, haben wir für unsere Häuser das Prinzip der Strahlungsheizung nicht übernommen. Stellen Sie sich vor, bei Raumtemperaturen von nur 18 Grad behaglich zu wohnen und auf Dämmung und superdichte Fenster verzichten zu können. Die Glasscheiben spiegeln die Wärme der Strahlungsheizung in den Raum zurück. Und frische Luft im Haus verursacht keine hohen Heizkosten, weil sie nicht als Heizmedium dient. Und gesünder ist sie obendrein!
Toll! Aber funktioniert das wirklich? In den Häusern unserer Großeltern hat das perfekt funktioniert, und im Gewächshausbau funktioniert das heute noch, denn mit warmer Luft lässt sich kein Glashaus wirtschaftlich beheizen, sondern nur mit Strahlung!
Aber schon in den 1970er Jahren wurde publiziert, dass Heizen mit Wärmestrahlung völlig unwirtschaftlich sei. Über die Nachteile, beispielsweise das schlechte Raumklima durch superdichte Fenster, wird nicht geredet, weil sich damit immer noch viel Geld verdienen lässt. Gleiches gilt für die dicken Dämmschichten. Die moderne Solar-Industrie hat indes das große Potential der Wärmestrahlung entdeckt und die Sparquoten berechnet. Hiervon könnte die traditionelle Heizungs branche viel lernen.
Jetzt, da die Heiztechnik ihre Leistungs-Grenzen erreicht hat und langsam klar wird, dass Energiepass und Super-Dämmung sich nicht auszahlen, sondern nur neue Kosten verursachen, ist ein Umdenken möglich. Die Details auf diesen Seiten können kreativen Hausbesitzern Möglichkeiten aufzeigen, wie man Heizkörper für angenehmes Sonnenschein- Klima baut und damit sogar die Heizkosten nennenswert senkt. Das ist keine Illusion, sondern Insidern seit langem bekannt.
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Die Hohlräume in den modernen Leichtbau-Wänden sind ideal zum Einbau von Heizkörpern. Hier ist ein simpler Lamellen-Heizkörper (Rohr-Register), der beispielsweise bei der Fa. sancal in 82413 Pullach als Meterware erhältlich ist, in den Hohlraum eingelegt. Die dadurch erwärmte Gipskarton-Schale gibt ihre Energie in Form von milder Wärmestrahlung an die Umgebung ab.
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Die richtigen Heizungsbauer finden
Handwerker wollen verdienen. Außergewöhnliches lehnen sie gern mit der Begründung ab: Das funktioniert nicht! Oder sie verschrecken den Kunden mit angeblich zu hohen Kosten. Kreative Hausbesitzer und Renovierer müssen deshalb nach ebenso kreativen Firmen suchen - und die gibt es auch. Wichtig ist, dass die Fachleute eine Wärme-Abgabe-Berechnung durchführen können und nicht "über den Daumen" planen. Auch etwas auszuprobieren, ohne dass gleich große Sonderkosten in Rechnung gestellt werden, muss möglich sein. Aber auch für versierte Heimwerker ist das Aufstellen einer Leichtbauwand mit eingesetztem Heizkörper in der Regel kein Problem.
Absprachen sind wichtig. Heizungsbauer stellen keine Wände und Ofensetzer verlegen keine Heizungsrohre. Auf Skepsis muss man gefasst sein. Die Bereitschaft zum Bau und die klare Zusage, nach den entsprechenden Lösungen zu suchen, ist deshalb Voraussetzung.
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Heizrohre innen vor die Glasfassade montiert, nutzen die Glasfläche als Wärme-Reflektor. Für Wintergärten ideal.
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Glasscheiben als Wärmespiegel
Die Architektur moderner Einfamilienhäuser wurde in den letzten Jahrzehnten durch deutlich mehr Glasflächen bestimmt. Jeder möchte es hell und sonnig haben. Im Winter zeigten diese Glasflächen dann ihre Kehrseite in Form hoher Wärmeverluste. Erst die "Wärmeschutz- Veglasung" mit aufgedampften Reflektions- Schichten können die Probleme mindern. Aber diese HighTech-Scheiben kosten viel Geld. Verblüffend ist deshalb die Tatsache, dass die Strahlungsheizung diese Probleme nicht kennt. Im Gegenteil: Glasflächen wirken als Spiegel und reflektieren die Wärmestrahlung zurück in den Raum. Nicht zu 100 Prozent, aber doch so stark, dass Glasflächen keine Kältelöcher mehr erzeugen. Und die reflektierenden Wärmeschutzgläser wirken bei der Strahlungs- Heizung fast viermal besser.
So kann ein beheiztes Geländer aus simplen Rohren, den "Kälteschatten" eines bodentiefen Fensters komplett kompensieren und durch die Reflexion zusätzlich den Raum heizen.