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Stein, Dagmar

Magnolien - Die Blüten der Kaiser


Magnolia soulangiana
© Stein, Dagmar
Magnolia soulangiana
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März 2010 Mit ihren großen, auffälligen Blüten gehören Magnolien schon seit vielen Jahrhunderten zu den schönsten Ziergehölzen in unseren Gärten. Unter den wärmenden Strahlen der Frühlingssonne erscheinen sie in üppiger Fülle an den ansonsten noch unbeblätterten Sträuchern und künden vom Frühling. Einige sommerblühende Arten überraschen sogar mit lieblichem Duft. Leider sind nur wenige Sorten der wärmeliebenden Ziergehölze für unser winter hartes Klima geeignet.

Am kaiserlichen Hof von China wurden die fleischigen Blätter der weißen Yulan-Magnolie (Magnolia denudata) als Delikatesse serviert. In Eigelb und Mehl gewendet und in siedendem Öl ausgebacken, konnten Eunuchen die Leckerei so kross und lecker zubereiten, dass nichts vom einmaligen Schmelz und Duft der Blüten verloren ging. Jahrhundertelang stand die Magnolie als Sinnbild von Reinheit und Süße allein dem Himmelssohn in Peking zu.

Europäer denken weniger an leibliche Genüsse, sondern an Frühling, blauen Himmel, seidige Lüfte und ein Übermaß von herrlichen Blüten, wenn sie die prächtigen Sträucher oder kleinen Bäume in ihre Gärten pflanzen. Als ob sich ein Schwarm bunter Vögel niedergelassen hätte, so präsentieren sich die großen Blüten. Nach dem französischen Gartendirektor Pierre Magnol benannt, umfasst die Gattung Magnolia mehr als 80 Arten aus Amerika und Fernost, dazu tausende von Sorten. Viele von ihnen zählen zu den prächtigsten Gehölzen und verbreiten traumhaften Duft. Leider überstehen nur die laubabwerfenden Arten unsere Winter. Gefährdet sind auch die Blüten im Mai durch späte Fröste. Gönnen Sie deshalb den empfindlichen Schönheiten viel Sonne und etwas Schutz durch Mauern, Hauswände oder immergrüne Gehölze.

nach oben Edle Blüten für kleine Gärten

Die prächtige kleine Sternmagnolie (Magnolia stellata) zeigt sich schon zeitig im April mit vielen weißen oder auch rosa Sternenblüten. Sie ist ein wahres Blütenwunder, wenn man sie jedes Jahr einkürzt und damit zu kugelförmigem Wachstum h erausfordert. Sogar lockere Hecken sind mit ihr auf saurem Boden möglich. Weil sie langsam wächst und nur 2 bis 3 Meter hoch wird, passt die edle Sternmagnolie ideal auch in kleine Gärten. Pflanzen Sie Hyazinthen, Tulpen, Narzissen oder Farne darunter, dann steht sie in einem wunderschönen Blütenteppich. Geben Sie ihnen einen geschützten Standort, denn wie alle Magnolien sind auch diese kleinbleibenden Sträucher durch Fröste gefährdet.

Sternmagnolienbaum
© Stein, Dagmar
Sternmagnolienbaum
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nach oben Prachtvolle Hausbäume

Baumartig wächst dagegen die bekannte Tulpen-Magnolie (Magnolia x soulangiana), eine wüchsige Hybride, die aus einer Kreuzung der weißen Yulan- Magnolie und der strauchartigen Magnolia liliiflora 'Nigra’ entstand. Ihre tulpenförmigen, aufrecht stehenden Blüten erscheinen in großer Zahl ab Mai und öffnen sich später schalenförmig. Die Blütenfarbe ist sortenbedingt und kann von Weiß ('Alba superba’),Hellrosa ('Lennei’) oder Dunkelrosa ('Susan’) bis hin zu Rosa-gestreift ('Alexandriana’) variieren. Der kleine Baum kann leicht 5 bis 6 Meter Höhe und einen ähnlichen Umfang erreichen. Die "Blumen des chinesischen Kaisers" sind nach wie vor etwas ganz Besonderes zum Schmücken von Vorgärten in sonniger Lage und daher zur Einzelstellung im Hausgarten besonders gut geeignet.

nach oben Gelbe Magnolien

In den Baumschulen und Versandkatalogen sind Sorten mit dieser ungewöhnlichen Blütenfarbe die großen Hits. Allerdings bleiben sie nicht klein, sondern entwickeln sich überwiegend zu Bäumen von 6 bis 10 m Höhe. Empfehlenswert ist zum Beispiel Magnolia brooklynensis 'Yellow Bird’ (Höhe 3 bis 5 Meter) mit wunderschönen goldgelben tulpenförmigen Blüten, die noch vor dem Laubaustrieb im April blühen und herrlich duften.

nach oben Sommermagnolie

Mit sommerlicher Blütenpracht wartet die exotische Sommermagnolie auf (Magnolia sieboldii). Sie stammt aus Ostasien und entwickelt sich zu einem locker und breit ausladenden Strauch mit etwa 3 bis 4 Meter Höhe. Die leicht hängenden Blüten öffnen sich über mehrere Wochen von Juni bis Juli und verströmen einen intensiven, süßen Duft. Sie sitzen an langen Stielen und wirken exotisch mit ihren schalenförmigen, reinweißen Blütenblättern und ihren roten, aufrecht stehenden Staubgefäßen. Später entwickeln sich daraus karminrote Fruchtkolben, die dekorativ von den Zweigen herabhängen.

Der winterharte Strauch zeigt wegen des späten Blühtermins keine Spätfrostschäden und blüht bereits als junge Pflanze zuverlässig. Wegen ihrer überschaubaren Größe eignet sie sich auch gut für kleinere Gärten.

nach oben Tipp: Gehölze pflanzen

  • Die meisten der blühenden Gehölze werden im Frühling angeboten. Das erleichtert das Kombinieren mit anderen Gehölzen und Stauden im Beet. Allerdings wachsen viele Pflanzen im Herbst besser an.
  • Lockern Sie den Boden tief und gründlich. Vermischen Sie ihn mit Pflanzerde aus dem Gartencenter oder mit Kompost im Verhältnis 5:1 sowie mit Langzeitdünger oder Hornspänen als langsam fließende Nährstoffquelle.
  • Mindestens 1 1/2-mal so groß wie der Ballen wird das Pflanzloch ausgehoben.
  • Belassen Sie bei Ballenpflanzen das Jutetuch. Es reicht, wenn Sie es aufknoten und lockern.
  • Nicht tiefer pflanzen als das Gehölz vorher stand.
  • Das Pflanzloch mit Erde auffüllen, ringsum antreten und einen Gießrand formen.
  • Gründlich einschlämmen, damit die Wurzeln Kontakt mit dem Erdreich bekommen.

nach oben Magnolien als Kübelpflanze

Neben den vielen blattabwerfenden Arten gibt es auch die besonders dekorative wintergrüne Art Magnolia grandiflora, die als Kübelpflanze bereits eine lange Tradition hat. Sie stammt aus dem südöstlichen Nordamerika und entwickelt sich in wintermilden Gebieten zu einem großen Baum. Im Weinbauklima kann die bis 5 m hohe Sorte auch im Freien ausgepflanzt gedeihen. Da ihre Winterhärte grenzwertig ist, ziert sie hierzulande in der fros tigen Jahreszeit meist den Wintergarten oder den Vorraum. Ausdrucksvoll sind nicht nur ihre großen, edel geformten, intensiv duftenden, weißen Blüten, sondern auch ihr attraktives, dunkelgrünes Blattwerk. Als bekannteste, auch bei uns erhältliche Sorte gilt die französische `Galissoniere’, deren Wuchs besonders regelmäßig und kugelförmig ist.

nach oben Pflege und Standort

Magnolien kommen gut mit lehmigen, sandigen, ja sogar mit tonigen Böden zurecht. Nur extrem trockene und kalkige Stand orte brauchen eine Verbesserung durch Torf, Kompost oder Rindenkompost. Die Blütenfarben lassen sich am besten im Frühjahr aussuchen, doch Pflanz zeit ist auch im Herbst.

Gute Partner zu Magnolien sind Rhododendren, Azaleen, Schneeheide, Nadelgehölze und andere Moorbeetpflanzen, Bambus und die Stauden am Teichrand. Unter den Gehölzen fühlen sich Zwiebelblumen wie Narzissen, Hyazinthen, Tulpen oder Traubenhyazinthen wohl und sorgen früh im Jahr schon für blütenreiche Abwechslung.

Fragen Sie beim Kauf der Magnolien nach dem Wuchs, denn viele Arten unterscheiden sich darin stark. Schwachwüchsige Magnoliensorten passen gut in Vorgärten, die starkwüchsigen eher als einzeln stehende Pflanzen in größeren Gärten oder Parks, immer aber an sonniger oder halbschattiger Stelle.

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Schlagworte dieser Seite:

Azalee, Bambus, China, Hyazinthen, Kübelpflanze, lehmig, Magnolie, Nadelgehölz, Narzissen, Rhododendron, Schneeheide, Sommermagnolie, Sternmagnolie, tonig, Tulpe, Tulpen-Magnolie

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