Autor
Griegel, Adalbert
Kräuselkrankheit
Kräuselkrankheit © Margarete Griegel aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“
Schaderreger und Schadbild
Es handelt sich um die bekannteste Pilzkrankheit der Pfirsiche, wobei die großen, gelbfleischigen Sorten, wie z. B. 'Dixired', 'Marygold' oder'Redhaven', besonders anfällig sind. Auch Nektarinen und Mandelbäume können infiziert werden. Bald nach dem Austrieb kräuseln sich die Blätter. Die vom Pilz durchwucherten Teile des Blattgewebes verdicken und verfärben sich je nach Sorte weißlich grün oder karminrot (2). Befallene Blätter werden immer dunkler, anschließend sterben sie ab und werden schon im Frühsommer vom Baum abgestoßen (4). Durch Neuaustrieb der Blätter erholt sich der Baum zwar etwas, die Bildung von Blütenknospen für das nächste Jahr wird aber stark reduziert. Auch der Ertrag des Befallsjahres wird stark in Mitleidenschaft gezogen, da die durch Blattverlust geschwächten Bäume die Früchte nicht ernähren können. Die durch den Neuaustrieb der Blätter nicht abgeschlossene Holzreife kann bei strengen Wintern zu Frostschäden führen. Starke Gummiflussbildung ist das nächste typische Merkmal der Krankheit. Bei starken, aufeinander folgenden Erkrankungen kann der Baum nach einigen Jahren total absterben.
Krankheitsentwicklung
Der Pilz überwintert auf den Trieben und an bzw. zwischen den Knospenschuppen. Im Frühjahr, vor dem Knospenaufbruch, zerfallen die überwinterten Pilzorgane in zahlreiche winzige Sprosszellen, die bei Regen zwischen die eben austreibenden jungen Blättchen gespült werden (1). Regnerisches Wetter in dieser Zeit fördert also die Infektion stark. Nur in dieser jungen Wachstumsphase sind die Blätter für eine Infektion der keimenden Sprosszellen des Pilzes empfindlich. Nach dem Keimen (Infektion) wuchert der Pilz im Blattgewebe, was zu kräuselartigen Deformationen der Blätter bzw. ihrer Teile führt (2). Etwa Ende Mai/Anfang Juni ist auf den Oberseiten der gekräuselten Blattpartien weißer, plüschartiger Flaum zu sehen. Aus diesen aus den Blättern ausbrechenden Pilzsporenlagern werden Sporen ausgeschleudert (3), die für die Verbreitung der Krankheit auf neue Äste und Bäume sorgen. Die Sporen keimen auf der Rinde, was aber keine Schäden verursacht. Ein Teil der Pilzorgane überwintert auf den Trieben und an bzw. zwischen den Knospen schuppen (6).
Vorbeugung und Bekämpfung
Bei einer Neubepflanzung sollten resistente bzw. weniger empfindliche Sorten, wie 'Alexander', 'Amsden', 'Eiserner Kanzler', 'Kernechter vom Vorgebirge', 'Mayflower', 'Roter Ellerstatter', 'Pirol', 'Proskauer Sämling', 'Rekord von Alfter', bevorzugt werden. Ausgewogene Düngung stärkt allgemein die Bäume und hilft ihnen, die durch Blattverlust verursachte Schwächung zumindest teilweise auszugleichen.
Die frühzeitige Beseitigung befallener Blätter bis Mitte Mai reduziert das Infektionspoten tial durch die im Mai/Juni entstehenden Pilzsporen und fördert einen früheren Neuaustrieb der Blätter. Die Krankheit kann nur vorbeugend, und zwar nur in einer ganz kurzen Zeitperiode, bekämpft werden (der rote Balken). Die gefährdeten Bäume sollten beim Schwellen der noch geschlossenen Knospen mit COMPO Duaxo Universal Pilz-frei sorgfältig behandelt werden. In manchen Jahren beginnt das Knospenschwellen sehr früh, z. B. im Januar. Wenn sich der Austrieb auf Grund der darauf folgenden Kälte verzögern sollte, ist erneute Behandlung nach 2 bis 3 Wochen (noch vor dem "Mausohrstadium") ratsam. Behandlungen zu den oben genannten Zeitpunkten mit Pflanzenstärkungsmitteln, wie z. B. Neudo-Vital Obst-Pilzschutz (Neudorff), stärken die Widerstandsfähigkeit gegen die Krankheit.
Wichtige Zulassungsneuheiten
Das gegen die Kräuselkrankheit empfohlene für "Haus- und Kleingartenbereich" neu zugelassene COMPO Duaxo Universal Pilz-frei hat sehr breite Wirkungs- und Zulassungsspektren:
- Im Obstgarten ist das Mittel zusätzlich auch gegen Birnengitterrost, Apfelschorf und Apfelmehltau, Weiß- und Rotflecken krankheit an Erdbeeren, Rutensterben an Himbeeren sowie gegen Pflaumenrost zugelassen.
- Im Gemüsegarten ist das Mittel gegen die wichtigsten Krankheiten an Gurke, Zucchini, Spargel, Rote Bete, Kohlrübe, frischen Kräutern, Möhre, Sellerie, Kohlarten, Pastinak, Wurzelpetersilie, Schwarzwurzel, Meerrettich, Porree und Zwiebel zugelassen.
- Im Ziergarten ist das Mittel gegen Echten Mehltau und zusätzlich gegen Sternrußtau an Rosen ausgewiesen.
- Das mit dem Wirkstoff des Neem-Baumes ausgestattete Bio-Schädlingsfrei Neem wird ab diesem Jahr auch im Bayer- Garten Programm zu finden sein. Der Zulassungsverlängerung steht, laut Behörden, nichts im Wege.
- Bayer Garten bringt ein neues, Eisen-Ortho-Phosphat-haltiges Schneckenkorn Biomol auf den Markt. Das Ködermittel ist breit gegen Nackt- und Gehäuseschnecken zugelassen.
- Das bis dato nur als Spray vorhandene Folicur ist ab diesem Jahr auch als Konzentrat unter dem Namen Bayer Garten Rosen-Pilzfrei Folicur zu haben. Das Mittel ist gegen Echten Mehltau und Rost an Zierpflanzen und an Rosen zusätzlich auch gegen Sternrußtau zugelassen.
- Neu im Neudorff Programm ist das gegen Kartoffelkäfer und Raupen an Weinreben zugelassene Ultima Käfer- und Raupenfrei.
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28. Juni 2010
Friedhelm Stockmar
Das wichtigste bei Pilzbefall vermisse ich.Die befallenden Blätter dürfen auf keinen Fall auf dem Kompost und die Nebentriebe müssen beim beschneiden unbedingt,ebenso die Blätter verbrand werden.