Oktober 2009 Hui, es wird wieder windiger - der Herbst ist da! Schön, denn nun ist die richtige Zeit zum Pflanzen. Wie wäre es, wenn du jetzt schon für den nächsten Sommer vorsorgst und dir ein schattiges Plätzchen im Garten baust: Zum Beispiel ein Weiden-Tipi?
Ein Weiden-Tipi ist eigentlich ein Baumhaus auf dem Boden. Da es wächst und regelmäßig gepflegt werden muss, kannst du daraus gleichzeitig dein eigenes Gartenprojekt machen. Denn so ein Weiden-Tipi kann mit der Zeit ganz schön hoch wachsen. Außerdem gibt es - wie bei einem richtigen Haus - immer etwas zu tun. Die Zweige brauchen einen regelmäßigen Schnitt, ab und zu müssen auch neue Ruten eingeflochten werden. Dafür sieht es aber toll aus!
Frag vorher deine Eltern. Schließlich steht dein Baumhaus dort für lange Zeit fest im Boden verankert. Und vielleicht bieten sie dir ja auch ihre Hilfe an - dann geht der Bau umso schneller.
Hier gibt es Weidenruten:
Klar, Weiden-Tipis kann man auch kaufen, aber selbstgemacht sind sie noch viel toller. Vielleicht kennst du jemanden, der dir Weidenruten aus seinem Garten gibt. Ansonsten frag doch einfach mal bei deiner Heimatgemeinde nach. Denn wenn die Gemeinde Land besitzt, auf dem Weiden wachsen, fallen dort - nach dem Rückschnitt - auch regelmäßig Weidenruten an. Und die gibt es dann günstig oder sogar kostenlos. Ansonsten kann man sie auch kaufen, z.B. bei der Firma re-natur. Manchmal gibt es Weidenruten auch im Baumarkt, aber dort sind sie relativ teuer. Für das Tipi eignen sich gut Silber-, Korb- und Purpur-Weiden.
Du brauchst
- Einen Eimer mit Wasser
- Lange, zwei- bis dreijährige Weidenruten (10 dickere und 20 dünnere)
- Ein langes Stück Schnur (am besten einen Kokosstrick)
- Einen Spaten
So geht’s
Damit du die Ruten schön biegen kannst, stellst du sie - wie einen Blumenstrauß - einen Tag lang in einen Eimer mit Wasser.
Am nächsten Tag legst du dort, wo das Tipi im Garten stehen soll, mit der Schnur einen Kreis aus. Entlang dieses Kreises gräbst du im Abstand von jeweils 30 cm einige kräftige Weidenruten ein. Oder du gräbst direkt einen ganzen Graben und buddelst die Ruten ein. Nun nimmt das Stück Schnur und binde damit die Weidenruten oben zusammen.
Als nächstes die dünneren Weideruten diagonal (in einem 45- Grad-Winkel) "einweben". D.h. legst die dünne Rute einmal über eine dickere Rute, die im Boden steckt, und dann ziehst deinen dünnen Zweig hinter der nächsten eingepflanzten Rute her. Und so geht das weiter, bis zum Schluss: Vorne, hinten, vorne, hinten,... Die erste Rute webst du von der linken Seite ein, die nächste von der rechten. Auf diese Weise werden im nächsten Frühjahr alle Zweige wieder schön grün und du hast dein eigenes, blicksicheres Reich. Du kannst dabei selber bestimmen, wie dicht dein Dach sein soll. Lässt du viel Abstand zwischen den eingewebten Ruten, dann kommen dort später mehr Licht und Luft rein. Ein dichtes Dach ist schattiger, aber auch dunkler. Wenn Du genug Platz, Zeit und noch Lust hast, kannst Du auch einen Eingangstunnel für dein Tipi bauen. Und falls dein Tipi nicht auf einer Wiese steht, kannst du es dir gemütlicher machen, wenn du den Boden mit Mulch ausstreust.
Wie man das Weiden-Tipi baut könnt Ihr in dieser Bilderserie sehen:
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