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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Stein, Dagmar

Hecken - natürliche Zäune


Hecken - natürliche Zäune
© Stein, Dagmar
Hecken - natürliche Zäune
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Oktober 2009 Es gibt wohl keinen, der gerne auf dem Präsentierteller sitzt. Wann immer ein Garten neu eingerichtet oder verändert wird - der Schutz vor neugierigen Blicken ist ein wichtiges Thema. Wer eine preisgünstige Möglichkeit ohne Bauantrag sucht, findet über kurz oder lang zur natürlichen Lösung und das ist die Hecke. Sommergrüne Laubgehölze lassen im Winter Licht passieren, immergrüne dagegen sind ein Dauerschutz. Die Pflanzenauswahl richtet sich nach der vorgesehenen Höhe.

Sommer wie Winter freundlich sehen immergrüne Heckengehölze, wie z. B. Zwergkiefern, aus. Sie gedeihen auf fast jedem Boden. Je nach Geschmack kann man sich Sorten in verschiedenen Wuchshöhen aussuchen. Besonders niedrig bleibt die Sorte ’Mini Mops' mit einer Wuchshöhe von nur etwa 40 cm. Etwa 1 m Höhe erreicht dagegen die Sorte Pinus mugo ssp. Pumilio. Auch Fichte, Tanne oder Lebensbaum sind immergrün und als Heckengehölze sehr beliebt. Einen besonders schmalen und aufrechten Wuchs hat dabei der Abendländische Lebensbaum Thuja occidentalis. Sehr beliebt und schnittverträglich sind Scheinzypressen (Chamaecyparis lawsoniana) und die Bastard- oder Leylandszypresse (Cypressocyparis x leylandii). Kirschlorbeer wirkt mit seinen großen, lorbeerartigen Blättern südländisch- elegant. Er blüht im Frühling weiß, gedeiht aber nur auf kalkfreien Böden. Die Sorte ’Herbergii' eignet sich besonders gut zum Schnitt.

Eibenhecken in verschiedenen Formen.
© Stein, Dagmar
Eibenhecken in verschiedenen Formen.
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nach oben Mit der Eibe ist nicht zu spaßen

Die Eibe ist ein schöner Baum und wird gern als Hecke gepflanzt. Besonders schmückend sind die leuchtendroten Scheinbeeren zu dem dunkelgrünen Laub. Doch Vorsicht ist hier geboten, die Pflanze ist hochgiftig und gehört in die Giftklasse 1. Bereits der Verzehr von geringen Mengen wie 50 - 100 Nadeln ist lebensgefährlich. Als einziges Pflanzenteil ist das Fruchtfleisch nicht giftig, die darin eingeschlossenen Samen aber sehr wohl. Dies ist eine Gefahr vor allem für Kinder. Entsprechende Aufklärung tut daher not! Vögel, die sich gerne an den Beeren bedienen, scheiden die giftigen Samen unverdaut aus und sorgen damit für eine Verbreitung. Auch die grünen Teile sind sehr giftig, Schnittreste daher nicht auf Grünland werfen, das Kühen oder Pferden zugänglich ist.

nach oben Buchshecken

Zu jeder Jahreszeit verhelfen auch Buchshecken dem Garten zu einer gefälligen Form. Besonders hübsch verzaubern sie im Winter, mit Raureif und Schnee bedeckt. Buxus sempervirens ist als bis vier Meter hoher Laubbaum bei uns heimisch, robust und dem Klima angepasst. Dank langsamen Wachstums und dichter Verzweigung ist Buchs (mit Sorten ’Suffruticosa’, ’Herrenhausen' oder ’Blauer Heinz’) das ideale Gehölz für niedrige Hecken. Sie lassen sich auch gut in Kugeln, Kegel, Säulen oder zierliche bis abenteuerliche Formen schneiden. Diese wirken besonders dekorativ am Anfang oder am Ende einer Hecke. Buchs stämm chen sind schon viele Jahre alt und deshalb entsprechend teuer. Besonders in kleinen Gärten fallen sie als dekorativer Zierrat auf. Wegen des langsamen Wachs tums sind sie aufwändig heranzuziehen. Es lohnt das Selbervermehren. Ausgereifte Triebenden als Stecklinge bewurzeln leicht in 6 bis 12 Monaten. Nur der Frost ist ein Hindernis, ansonsten können Sie zu jeder Jahreszeit vermehren.

Wer den herben Duft des Buchs nicht mag, findet in der ebenfalls immergrünen Kriechspindel (Euonymus fortunei) eine Alternative. Es gibt zahlreiche Sorten. Eine gleichwertige und ähnlich frostharte Pflanze ist z.B. ’Emerald’n Gold'mit gelbgrünen Blättern. Ähnlich im Wuchs wie Buchs aber erheblich langsamer ist der Berg-Ilex (Ilex crenata).

Für diese Heckenpflanzen gilt: Ein bis zwei Schnitte nach dem Winter und/oder nach dem Austrieb im Sommer. Beenden Sie den Schnitt spätestens im August, so reifen die Triebe bis zum Frost noch aus.

Forsythienhecke
© Stein, Dagmar
Forsythienhecke
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nach oben Hecken mit Schmuck

Blüten und bunte Früchte können für mehr Abwechslung sorgen. Auffallend schön sind Blütenhecken mit gelben Forsythien und roten Blutjohannisbeeren im Frühling sowie rosa Deutzien oder roten Weigelien im Sommer. Über und über schmücken sie sich mit Blüten und verwandeln sich in ein prachtvolles Farbband. Im Winter allerdings sind sie ohne Blattwerk.

Manche Blütenhecken duften auch. Einen intensiven, honigsüßen Duft verströmen zum Beispiel im Frühjahr die gelben Blüten der immergrünen Mahonien-Hecken. Sie liefern Bienen und Hummeln reiche Nahrung. Wenn der Winter naht, bieten viele Hecken einen wochenlangen zweiten Höhepunkt im Gartenjahr: Die Herbstfärbung mit leuchtendroten, rosa oder gelben Blättern ist besonders schön bei Berberitzen, Ahorn, Mispel und Felsenbirne. Eine herrliche Gelbfärbung hat auch der Hartriegel, Cornus alba. Dafür lassen sie nach dem Herbstspektakel auch ihre schönen Blätter fallen.

Pflanz-Tipp

Für kleine Grundstücke eignen sich geschnittene Hecken mit Gehölzen wie Eibe, Hartriegel, Kornelkirsche, Liguster, Weißdorn, Feldahorn, Hain-, Weiß- oder Rotbuche. Für größere Grundstücke und Knicke in zwei- oder dreireihiger Pflanzweise wählt man besser unter Hartriegel, Haselnuss, Hundsrose, Kornelkirsche, Sanddorn, Schlehe, Schwarzem Holunder, Weißdorn, Feldahorn, Wildbrombeere und Hainoder Weißbuche aus.

nach oben Ökologisch wertvoll sind heimische Hecken

Ortsbild und schaffen neuen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Der Ökovorteil ist bares Geld wert, denn zahlreiche Gemeinden fördern die Neuanlage im Ortsbereich mit beachtlichen Zuschüssen zum Pflanzmaterial. Wenn Sie gerade gebaut haben oder eine alte Omorika-Hecke ersetzen wollen, lohnt sich daher eine Anfrage bei Ihrer Gemeinde nach den Bedingungen für ein eventuell aufgelegtes Heckenprogramm. Gewöhnlich sind jedoch die Mittel begrenzt - wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Vielfach gehören Haselnuss (Corylus avellana), Hundsrose (Rosa canina), Liguster (Ligustrum vulgare), Sanddorn (Hippophae rhamnoides), Schlehe (Prunus spinosa), Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), Weißdorn (Crataegus monogyna) und Wildbrombeere (Rubus fruticosus) dazu.

nach oben Heckenformen

Die Vielfalt der Heckenideen ist enorm. Nur wer mit wenig Platz auskommen muss oder einen formalen, repräsentativen Garten hat, kann auf den Schnitt im Frühsommer nicht verzichten, wobei sich die Pflanzen von unten breiter nach oben schmaler werdend verjüngen. Alles andere wächst locker, pflegeleicht und ganz natürlich heran: Beeren hecken, Blütenhecken, Frucht hecken, immergrüne Hecken oder Wildobsthecken.

Heckenpflanzen kann man zu lauschigen Lauben formen, aus immergrünem Buchs und Eiben kunstvolle Figuren zaubern, mit weiß- oder gelbgrünen Sorten selbst bei trübem Wetter und im Winter freundliche Stimmung verbreiten.

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