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Autor
Schmidt, Joachim

Minibäder einbauen - oder umbauen


Sepember 2009 Bei der Planung von Badezimmern scheiden sich die Geister. Viele wünschen sich einen Badetempel zur täglichen Entspannung -mit Design-Objekten und blitzenden Armaturen. Anderen genügt zur Körperpflege eine simple und praktische Nass-Zelle. Da jedoch weder Träume noch Spar-Ideologien gute Ratgeber sind, erweisen sich im Nachhinein viele Bäder als wenig alltagstauglich. Die Großen erfordern häufiges Putzen, in den Kleinen ist es meist zu eng. Wer sein Haus jedoch praktisch gestalten will und auch aufs Leben im Alter schaut, der sollte rechtzeitig darüber nachdenken, ob das Bade zimmer entsprechend lebensgerecht geplant ist und auch die altersbedingten Anforderungen erfüllen kann. Wer später einmal treppenfrei im Erdgeschoss wohnen möchte, sollte deshalb das Gästebad beizeiten zu einem praktischen Gebrauchsbad umbauen. Mit geräumiger Duschkabine oder einer bequemen Sitzbadewanne. Doch nicht nur das Alter stellt neue Bedingungen. In vielen Dachwohnungen finden sich enge Bäder, die schon normalen Anforderungen eigentlich nicht gerecht werden. Auch hierfür sollen unsere Beispiele als Vorbild zu eigenen Planungen und Umbauten anregen.

Vergrößerung: Gäste-WC bekommt Duchzelle
© Schmidt, Joachim
Vergrößerung: Gäste-WC bekommt Duchzelle © Schmidt, Joachim
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nach oben Beispiel 1:

Ein typisches Gäste bad im Eingangsbereich neben der Haustür. Bieten angrenzender Flur oder die Diele genügend Platz, kann man durch Herausbrechen der meist dünnen Trennwand und einer Umgestaltung mit modernen Wand-Elementen aus Gipskarton den erforderlichen Raum für eine recht geräumige Duschkabine schaffen. Der Diele geht in diesem Fall nur eine dreieckige Fläche von ca. 60 cm Tiefe verloren, und in der entstehenden Nische kann ein Teil der Garderobe Platz finden. Im Sanitärfachhandel finden sich heute Duschkabinen in vielen Formen, die speziell für den Einbau zwischen Leichtbau-Konstruktionen entwickelt sind. In diese Wand- Elemente kann sogar der Spülkasten fürs WC integriert werden, was zusätzlichen Platz schafft.

Sollte dieses Bad später einmal als Altersbad dienen, wäre auch ein Austausch des kleinen Waschbeckens gegen ein größeres von Vorteil.

WC rückt in die neue Gaube
© Schmidt, Joachim
WC rückt in die neue Gaube © Schmidt, Joachim
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nach oben Beispiel 2:

Dieses WC im Dachgeschoss wurde in den geringen Raum unter der Dachschräge gequetscht (Zeichnung oben rechts). Fürs Gäste zimmer reicht das aus, aber keineswegs für die Einliegerwohnung von Mutter oder Vater. Geräumiger und heller wird alles durch den Einbau einer Dachgaube. Sie bringt mehr Fläche (Stehhöhe), mehr Licht und frische Luft durch ein großes Fenster.

Auch wenn der Einbau einer Dachgaube für ein Bad zu teuer erscheint, schafft diese

Lösung unvergleichlich mehr Wohnqualität. Und es entsteht sogar noch Stauraum hinter dem WC, der von der anderen Seite als Besen- oder Wäscheschrank genutzt werden kann.

Dieses Beispiel lässt sich sicher nicht überall exakt und maßgenau nachbauen, aber es soll zeigen, dass man Raumprobleme im Dachgeschoss auch mit Gauben lösen kann.

Negativbeispiel: Badewanne fürs Minibad
© Schmidt, Joachim
Negativbeispiel: Badewanne fürs Minibad
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nach oben Negativbeispiel:


Badewanne oder Duschkabine? Das entspannende oder medizinische Wannenbad kann durch die Dusche nicht ersetzt werden. Eine Wanne im Haus zu haben ist deshalb ein nicht zu unterschätzender Komfort. Doch die hier gezeigte Umbau-Lösung wurde nicht optimal geplant. Die modisch schräg in ein Podest eingelassene Wanne ist nicht nur schlecht zu besteigen, sondern noch schlechter zu reinigen. Auch das dekorativ vorgebaute WC mit einer auf den Spülblock gesetzten Spritzschutz- Scheibe wirkt modern, bietet aber keine Vorteile gegenüber einer Standard-Lösung. Ein Beispiel dafür, dass beim Planen nicht zu Ende gedacht wurde. Nicht selten macht moderne Gestaltung im praktischen Alltag Mühe und erleichtert das Wohnen nicht. Hier wäre die Standard-Einrichtung mit einer quer eingebauten Wanne sinnvoller gewesen. Reicht die Raumbreite dafür nicht aus, ist immer noch Platz für eine Sitzbadewanne. Fazit: Kleine Bäder müssen gut durchdacht sein. Als Experimentierfeld für Sanitär-Gestaltung sind sie nicht geeignet.

nach oben Komfort zeigt sich im täglichen Betrieb!

Im Sanitärstudio und auch in den Ausstellungen des Fachhandels sind meist Bäder aufgebaut, die mit einer Vielzahl von Acces soires zum Kauf verführen sollen. Hinweise zur Einrichtung eines vorrangig praktischen Bades findet man hingegen kaum. Deshalb müssen viele Hausbesitzer erst einmal eigene Erfahrungen mit der Nutzung und Pflege ihres Badezimmers machen, um bei späteren Renovierungen richtig auszuwählen und einzurichten. Auch Handwerker sind da wenig hilfreich und in Einrichtungsfragen meist überfordert, denn für sie ist die einfache Rohrverlegung wichtig. Die Frage nach dem Badezimmer fürs Alter ist deshalb vorrangig eine Frage der täglichen Nutzung und der eigenen Ansprüche. Wer hier gut beraten sein will, orientiert sich nicht an Checklisten, sondern fragt dazu die Helferinnen und Helfer mobiler Pflegedienste. Aus ihren täglichen Besuchen in vielen Wohnungen wissen sie am besten, wo Handgriffe im Bad wichtig sind und kennen auch Sanitärarmaturen, die das Leben im Alter erleichtern.

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Schlagworte dieser Seite:

Bad, Badewanne, Badezimmer, Dusche

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