Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Springen sie direkt:

Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Zwiebelgemüse
Autor
Stein, Dagmar

Zwiebelgemüse


Zwiebelgemüse
© Stein, Dagmar
Zwiebelgemüse
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Sepember 2009 Zwiebeln und Knoblauch gehören als Würz- und Ge schmacksgeber zur Grundaustattung einer jeden Küche - das ganze Jahr über. Doch jetzt haben sie Hochsaison, denn es darf reichlich geerntet und gleichzeitig neu gepflanzt werden. Dabei gibt es viele tolle Sorten zu entdecken.

Zwiebeln (Allium cepa) sind variantenreich und die wohl ältes ten Gemüsepflanzen der Welt. Ohne sie hätten viele der Bauwerke in Mesopotamien oder Ägypten nicht gebaut werden können, denn die Senföle (Sulfide), die den scharfen Geschmack und Geruch bedingen, sind gleichzeitig Heilmittel, die Erkältungen bekämpfen, den Kreislauf beschleunigen und allgemein die Gesundheit stärken.

Küchenzwiebeln sollen fest und lange lagerfähig sein. Neben den Sorten für die übliche Aussaat im März gibt es auch japanische Züchtungen wie ,Senshyu Yellow Globe' für die Überwinterung, die im August bis September gesät und im Juni geerntet werden. In vielen Gärten sät man auch weiße, milde Sorten wie ,Weiße Königin', ,White Lisbon' oder ,Vaugirard' (von Sperli) zur Überwinterung aus, stehen doch gleich im Frühjahr schon frisches Laub und weiche, milde Jungzwiebeln zum Würzen zur Verfügung.

nach oben Milde Würze

Scharfe Würze wie bei der gelben oder roten Küchenzwiebel liegt nicht mehr im Trend. Milde Lauchzwiebeln (Allium fistulosum) aus Japan und China sind gefragt für feine, knackige Wok- Gerichte. Sowohl die kleinen, weißen Stangen als auch das Laub sind als Würzmittel beliebt. Etwas Besonderes ist die Sorte ,Sperling’s Toga'. Ihre Stängel färben sich kräftig rot, sind dabei mild im Geschmack und als dekorative Beigabe zu Salaten oder als Partygemüse gefragt.

Sehr beliebt ist auch die milde Zwiebelsorte ,Winterhecke'. Sie gedeiht schnell, ist winterhart und kann von März bis September ausgesät werden. Je nach Belieben und Reifestadium können sowohl die weißen Zwiebeln als auch das Laub geerntet werden und machen sie so vielseitig verwendbar.

Riesig, aber mild im Aroma sind Gemüsezwiebeln, die man für beliebte Fast-Food-Ge richte wie Hamburger oder Döner in großen Mengen verwendet. Wer will, kann daraus scheibenförmige, dicke Zwiebelschnitzel schneiden und in der Pfanne ausbraten.

Mit den ausstellungsreifen englischen Sorten wie ,The Kelsae', ,Ailsa Craig' oder ,Exhibition' ist dies gut möglich, denn sie bringen leicht 800 bis 100 Gramm auf die Waage. Der Weltrekord laut Guinness-Buch der Rekorde steht sogar über 5.200 Gramm für eine einzige Zwiebel. Hierfür erfolgt die Anzucht allerdings schon ab Februar unter Glas, ausgepflanzt wird im Mai.

nach oben Ungewöhnliche Raritäten

Besonderheiten sind die birnförmigen Zwiebeln, eine Spezialität aus Franken mit mildem Geschmack, die gerne in Scheiben geschnitten für Schaschlikspieße genutzt werden. Ungewöhnlich ist auch die Etagenoder Luftzwiebel (Allium cepa var. viviparum). Diese lebendgebärende Zwiebel stammt vermutlich aus Amerika von der indianischen Catawissa-Zwiebel ab und ist über Frankreich nach Deutschland gelangt. Sie ist steril, bringt keinen Samen und pflanzt sich nur über die kleinen, festen, rötlichen Zwiebelchen fort, die sich im Spätsommer in 60 bis 70 cm Höhe als Abschluss des Triebes bilden. Schnell bilden sich Wurzeln und bald nach dem Herabfallen wächst die Etagenzwiebel weiter. Die würzigen Zwiebeln werden gern in der Küche verwendet oder beim Einwecken von Gurken zugegeben. Weil sie auch starke Fröste überstehen, kann sich glücklich schätzen, wer diese Rarität im Garten hat, denn sie steht im Sommer und Winter immer frisch zur Verfügung.

Perlzwiebeln gibt es fast nur im Supermarkt. Wer will, kann die weißen, milden Zwiebeln der italienischen Sorten ,Barletta' und ,Pompei' im Frühjahr dicht in Reihen säen und schon im Juni ernten. Besonders lecker sind auch die kleinen schmackhaften Brutzwiebelchen, die sich nach der Überwinterung häufig am Schaft boden des Lauchs bilden. Man kann sie abnehmen und als kulinarische Delikatesse verwenden.

nach oben Steckzwiebeln

Aus einer Kurzkultur entstehen aus Samen der gelben und roten Küchenzwiebeln die beliebten Steckzwiebeln, die jetzt für die Überwinterung ins Beet gesteckt werden und bereits im Frühjahr fertige Zwiebeln ergeben. Diese Art der Kultur ist für Freizeitgärtner eine beliebte, bequeme und vor allem schnelle Methode, denn sie schafft einen Erntevorsprung von etwa drei Monaten gegenüber der langwierigen Anzucht aus Saatgut. Eine Gratis-Zugabe ist vorweg das frische Zwiebellaub, die "Schlotten". In kleine Röllchen geschnitten, würzen die runden Zwiebelblätter sowohl den berühmten Frühlingsquark als auch knackige frische Salate, Suppen, Fisch und Eiergerichte.

Die Sorten ,Hercules' (gelbschalig) und ,Hyred' (mit roter Schale) von Kiepenkerl tragen das Güte-Siegel "Quality inside", das gute Qualität der Steckzwiebeln mit gleichmäßigen Größen, sehr guter Lagerfähigkeit und besonders schneller Wuchskraft auszeichnet.

Steckzwiebel
© Stein, Dagmar
Steckzwiebel
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

nach oben Tipp Steckzwiebel

Setzen Sie überzählige Steck zwiebeln in eine Schale mit Erde. Im Nu treiben sie aus und bringen frisches Zwiebellaub für die Küche, sogar mitten im Winter.

nach oben Schalotten

Schalotten (Allium cepa var. ascalonicum), auch Eschlauch genannt, weisen mit ihrem Namen auf die Stadt Askalon im heutigen Israel hin, aus der französische Kreuzfahrer diese alte Kulturpflanze nach Europa brachten. Offenbar haben ihre Qualitäten überzeugt, denn bei unseren Nachbarn gilt sie wegen ihres kräftigen Wohlgeschmacks immer noch als Königin aller Zwiebeln. Die gelben oder roten Zwiebeln teilen sich handförmig in kleinere Segmente, reifen früher und sind besser haltbar als Zwiebeln. Meist werden sie als Steckzwiebeln gehandelt und Ende März bis April oder schon im Herbst im Abstand von 15 x 20 cm an sonniger Stelle gesteckt. Von der sonst als steril bekannten Pflanze gibt es seit kurzem auch Samen (Sorten ,Creation', gelb und ,Atlas', rot), der Ende März bis Anfang April wie Zwiebeln gesät werden kann.

nach oben Knoblauch

Knoblauch ist ein uraltes Kultur gemüse, das wegen seines typischen, würzigen Geschmacks zum Verfeinern von Speisen genutzt wird. Beliebt ist er auch wegen seiner blutdrucksenkenden Wirkung auch als "Gesund erhalter" und Hausmittel. Damit wird Kreislaufproblemen vorgebeugt. Seine Inhaltsstoffe können desinfizierend wirken und Erkältungen bremsen. Knoblauch ist steril und gibt deshalb keinen Samen. Er wird über "Zehen" vermehrt, die man jetzt frisch aus dem Beet ernten kann oder zum Stecken im Gartencenter erhält. September und Oktober sind günstige Monate dafür, denn schnell bilden sich Wurzeln und nach dem Winter verläuft das Wachstum gleich recht zügig. Ein günstiger Abstand ist 20 cm in der Reihe und 20 bis 25 cm zwischen den Reihen. Knoblauch braucht Sonne und einen kräftigen, humosen Boden sowie einen geschützten Standort.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).


Schlagworte dieser Seite:

Knoblauch, Schalotten, Steckzwiebeln, Winterzwiebel, Zwiebel, Zwiebelgemüse

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige