Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Springen sie direkt:

Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
Sie befinden sich hier: Pflanzen > Gemüse > Schnelle Salate für den Herbst
Autor
Stein, Dagmar

Schnelle Salate für den Herbst


Pflücksalat im Saatband
© Stein, Dagmar
Pflücksalat im Saatband
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
August 2009 Die Gemüsebeete leeren sich und schaffen Platz für leckeren Nachschub in der Herbstsaison. Schnellwüchsige Salate wie Schnitt- und Pflücksalate, Kopfsalat oder Eissalat und frostunempfindliche Salate wie Endivien, Zuckerhut, Radicchio, Feldsalat oder Chinakohl sind dafür ideal. Jetzt ausgesät oder gepflanzt, gedeihen sie ohne Schosser.

Die Saftströme verlagern sich in üppige, zarte Blätter, die Gefahr der vorzeitigen Blüte ist vorbei. Dennoch sollte man beim Säen aufpassen, denn mit der zweiten Jahreshälfte hat ein Wettlauf eingesetzt - gegen immer kürzere Tage mit weniger Wärme und gegen die Wachstumszeit, die allen Pflanzen bis zum Beginn des Winters zur Verfügung steht.

Auch die Gefahr von Nässe und Fäulnispilzen nimmt zu. Wo immer möglich, beugt ein kundiger Gärtner daher mit resistenten Sorten vor oder pflanzt bereits vorgezogene Salatpflänzchen - die Auswahlpalette ist noch groß:

nach oben Zichoriensalate

Radicchio fällt durch die ballonfömigen, weinroten Köpfe mit ausgeprägten weißen Blattnerven auf. Der nussartig schmackhafte, knackige und im Kühlschrank lange haltbare Salat erhält dadurch ein attraktives Aussehen. Beliebt ist Radicchio als farbiger Bestandteil von Mischsalaten, wegen seines intensiven Geschmacks besonders für den herbstlichen Salatteller.

Verwenden Sie F1-Hybriden wie ,Medusa' oder ,Elios', sie sind wesentlich gleichmäßiger als gewöhnliche ,Palla Rossa'- Typen oder zumindest gute Selektionen wie ,Silla' oder ,Palla Rossa 2'. Erst im folgenden Frühjahr gelangt der ,Verona' zur Ernte. Die Überwinterung ist oft durch Frost gefährdet. Wer probieren möchte, kann die herrlich bunten italienischen Sorten ,Castelfranco' und ,Rossa di Trevisio' (länglich, wie roter Chicorée) testen. Der Mittelzehrer nimmt mit einem altgedüngten humosen Boden Vorlieb, braucht aber volle Sonne. Die Kultur ähnelt der von Endivien, allerdings kommt jede Pflanze mit einem Abstand von 25 x 30 cm aus.

Zuckerhut gehört ebenfalls zu den Zichorien. Sehr spät im Jahr rollt dieser Salat seine Blätter zu festen, tütenförmigen Köpfen ein, die den früher üblichen Zuckerhüten ähneln. Er ist kräftig, herzhaft im Geschmack und lange haltbar. Gute Selektionen wie ,Poncho' oder ,Jupiter' lohnen den Anbau weit mehr als gewöhnliche Saat, die oft wenig Ausbeute liefert.

Zuckerhut wird auf humusreichem Boden kultiviert und im Abstand von 30 x 25 cm gepflanzt.

nach oben Feine Blattsalate

Die butterweichen, zarten Blätter der Kopfsalate sind der Inbegriff des Salates schlechthin. Kopfsalat braucht volle Sonne und einen humosen Gartenboden mit mäßigem Nährstoffvorrat. Gute Abstände für den Herbst sind 25 x 30 cm. Wählen Sie möglichst Sorten mit umfassenden Resistenzen wie z.B. ,Britney' (Sperli) oder ,Estelle' und ,Fiorella' (Kiepenkerl), um auch bei nasser Witterung der Fäulnis vorzubeugen. Diese Neuheiten sind wie ,Dynamite' nicht nur gegen Mehl tau resistent, sondern auch gegen die grüne Salatblattlaus.

Eissalat verträgt trotz seines Namens keinen Frost. Im Gegenteil - er liebt warme Temperaturen. Der Name weist auf die gute Haltbarkeit der knusprig-knackigen Köpfe im Kühlschrank hin. Volle Sonne, humoser Gartenboden und ein Abstand von 35 x 30 cm werden dem Anspruch des Mittelzehrers gerecht. Wegen der Herbstnässe empfehlen sich Sorten mit Mehltau- und Läuseresistenz wie z.B. ,Fortunas' oder die Neuheit ,Barcelona' (Sperli).

Tipp

Alle Zichoriensalate schmecken weitaus milder, wenn man sie eine halbe Stunde vor dem Verzehr in lauwarmes Wasser legt.

nach oben Leicht zu ernten

Pflücksalat ist wegen seiner Ergiebigkeit besonders interessant. Er formt keinen festen Kopf, sondern man kann die unteren Blätter einzeln abzupfen. Das Herz bleibt unbeschädigt und wächst immer wieder nach. So unterschiedliche Salate wie den roten ,Petticoatsalat' ,Lollo rossa Sol Sun', den roten oder gelb-grünen Eichblattsalat ,Salad Bowl' oder die rot-grüne Salatmischung ,Sperling’s Fitness Mix' beherbergt diese Gruppe. Auch Kraussalat gehört dazu. ,Bentley' (rot) und ,Smile' (grün) sind beide lausresistente Sorten. An sonniger oder halbschattiger Stelle entwickeln sich Pflücksalate gut. Man kann sie zu Köpfen ausreifen lassen. Schneller geht es mit Reihensaat (30 cm Abstand), dünn verteilt säen und alle 2 bis 3 Wochen die Blattspitzen ernten. Besonders wüchsig sind ,Amerikanischer Brauner' und ,Red Salad Bowl'.

Schnittsalat, wie die Sorten ,Gelber Runder' und ,Hohlblättriger Butter', wird schon nach 3 bis 5 Wochen geerntet. Die jungen Blättchen sind besonders zart. Schnittsalat ist anspruchslos und gedeiht überall, sogar noch bei Aussaat im September.

nach oben Kälteunempfindlich

Chinakohl ist ein Kohlgewächs, das meist als haltbarer und mild schmeckender Salat verzehrt wird, obwohl man ihn auch dünsten und kochen kann. Sein Vorteil: Anders als sonstiger Kohl bläht er nicht. Der Mittelzehrer reagiert stark auf die Tageslänge. Daher erst ab Anfang Juli bis Anfang August säen. Sonne, humoser, möglichst kalkhaltiger Boden und Überdeckung mit Insektenschutznetz zur Abwehr der Kohlweißlingsraupen lassen bis Oktober schöne, feste Köpfe entstehen. Wählen Sie kohlhernieresistente Sorten wie ,Parkin', ,Chorus' oder ,Bilko' (Kiepenkerl).

Winterportulak oder "Kubaspinat" ist winterhart. Er überdauert im Freien, im Frühbeet oder Gewächshaus die kalte Jahreszeit. Der Geschmack des wüchsigen Krautes ist mild, spinatähnlich und daher vielen Rezepten angepasst. Ab August kann man bis zum Spätherbst aussäen, am besten in Reihen von 15 bis 20 cm Abstand.

Feldsalat ist ein uralter frostharter Wintersalat. Sein angenehm nussiger Geschmack und der hohe Gehalt an Vitamin C ebnen ihm den Weg in die feinste Küche. Er braucht keine extra Düngung, wohl aber einen sonnigen, hellen Standort. Man sät dünn verteilt in Reihen von etwa 15 cm Abstand oder in Topfplatten (je 2 bis 3 Korn/Topf) und pflanzt später aus. Vorteil der Topfmethode: die Pflanzen lassen sich leichter und sauberer ernten. Mehltauresistente Sorten wie ,Elan', ,Vit', ,Gala', ,Favor' oder ,Jade' sind den alten Sorten überlegen.

Endivien bleichen
© Stein, Dagmar
Endivien bleichen
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

nach oben Endivien und Frisée

Endiviensalate sind frostunempfindlich und daher gut für die Anzucht im Herbst geeignet. Während Endivien breite, ganzrandige Blätter besitzen, sind die der vor allem in Frankreich beliebten, Frisées fein geschlitzt und attraktiv im Aussehen. Der an sich kräftige, leicht bittere Geschmack wird kurz vor der Reife durch Bleichen oder die Wahl von selbstbleichenden Sorten gemildert, dann sind die Blätter knusprig und zart. "Selbstbleichende" Sorten wie ,Diva', ,Golda' oder ,Jeti' wölben die Blätter der großen Köpfe nach oben und sorgen dadurch für Lichtentzug. Bewährte Friseesorten sind ,Elodie', ,Sally', ,Große grüne Krause' und ,Wallone'. Der Boden sollte humusreich und wasserhaltend sein. Auch Halbschatten wird vertragen. Der Samen keimt bei hohen Temperaturen um 18 bis 20 Grad am besten.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).


Schlagworte dieser Seite:

Blattsalat, Chinakohl, Eisbergsalat, Eissalat, Endiviensalat, Feldsalat, Frisee, Kraussalat, Lollo rosso, Pflücksalat, Salat, Salatrauke, Schnittsalat, Winterportulak, Zichoriensalat

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige