© Stein, Dagmar
Heidegarten im Blütentaumel
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August 2009 Die weiten Flächen der Lüneburger Heide, lilablühend und voller Bienengesumm, hin und wieder durchsetzt mit Birken, Kiefern und herb-duftendem Säulenwacholder, verlocken dazu, ein Stück dieser Romantik im eigenen Garten nachzuvollziehen. Jetzt ist Hochsaison im Heidegarten, doch eine gekonnte Gestaltung kann das ganze Jahr über schön sein.
Eine prima Idee, denn ein Heidegarten sieht immer gepflegt aus, natürlich und trotzdem nicht wild, romantisch, aber nicht unmodern. Dieser Klassiker der Gartengestaltung passt in große, sonnige Gärten, aber auch in kleine. Sogar kuschelige Ecken lassen sich mit Heidepflanzen leicht gestalten. Sein größter Vorteil ist, dass er kaum Pflege braucht, abgesehen von etwas Sorgfalt im Frühjahr. 15 bis 20 Jahre lang kann man sich auf gelegentliche Korrekturen beschränken. Vorausgesetzt, bei der Bodenvorbereitung wird nicht gespart.
Die Unterschiede zwischen Erica und Calluna
Was viele nicht wissen, beim Pflanzeneinkauf aber von größter Bedeutung ist: Die sommerblühende Heide, in Liedern und auch sonst oft als "Erika" bezeichnet, heißt in Wirklichkeit Calluna vulgaris, Besenheide.
Besonders attraktiv sind die neuen Züchtungen der Besenheide, die man Knospenblüher nennt (z.B. die ,Garden Girls’). Ihre Blüten öffnen sich nicht und halten daher ihr frisches Aussehen von August bis Januar, in milden Wintern bis April. Das macht sie ideal für die Verwendung im Garten, in Gefäßen und in Töpfen.
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Glöckchenheide (Erica tetralix) ist im Moor beheimatet und im Garten eher schwierig anzusiedeln.
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Im Sommer blüht auch die dunkelrosa Rosmarin- oder Glöckchenheide (Erica tetralix), ein Bewohner unserer nährstoffarmen, immerfeuchten Moore. Sie ist im Garten schwierig anzusiedeln und bleibt daher außer Betracht. Genauso wie die prächtige herbstblühende Topfheide (Erica gracilis), eine der bei uns erfrierenden südafrikanischen Arten. Sie wird häufig in Töpfen und zur Balkonbepflanzung angeboten. Lassen Sie sich nicht zum Auspflanzen verleiten, denn im Heidegarten erfriert sie bald. Die winterblühende Schneeheide (Erica carnea)aus den Alpen dagegen kommt mit jedem Boden zurecht (auch mit Kalk und Lehm) und ist schon aus diesem Grunde sehr empfehlenswert.
Sonne lockt die Blüten
Legen Sie Ihren Heidegarten nur an sonnigen Stellen an, denn im Schatten gehen die Pflanzen allmählich zugrunde. Darin stimmen Calluna und Erica auch mit der Vielzahl der anderen Heidearten und Sorten überein, die es für die Sommerblüte gibt. Zum Beispiel Irische Glockenheide (Daboecia) mit Blüten von Juni bis Oktober, Cornwall-Heide (Erica vagans)mit Blüten von Juni bis September oder Grauheide (Erica cinerea) mit Blüten von Juli bis September. Vermeiden Sie die Nähe größerer Bäume und den Schatten von Mauern. Benutzen Sie nur vorkultivierte Pflanzen mit kräftigem Ballen vom Gärtner. Herausgerissene wachsen kaum an. Auch die Anzucht aus dem feinen Samen (1 Gramm enthält 60.000 Samen) ist nicht zu empfehlen. Im Herbst vor dem Frost oder im Frühjahr bis zum Laubaustrieb ist die beste Zeit zum Pflanzen.
Tipp
Sofort nach dem Abblühen im April müssen die Winterheide und bei dieser Gelegenheit auch die Sommerheide alljährlich um ein Viertel zurückgeschnitten werden. Nur so bleiben die Pflanzen blühwillig und verwildern nicht. In der Natur übernehmen Schafherden diese Aufgabe.
Begleitpflanzen für den Heidegarten
Zur Heide passen heimische Gehölzarten wie Birken, Wacholder (Juniperus communis), Zwergkiefern und Ginster, alles in kleineren Gruppen von drei bis fünf Stück und in lockerer Verteilung gepflanzt. Auch die langsam wachsende immergrüne Stechpalme (Ilex) ist eine wertvolle Ergänzung dieser Pflanzengemeinschaft.
Sommerblühende Stauden wie Zierdisteln (Echinops ritro, Eryngium alpinum), Silberdisteln (Carlina acaulis) und die zweijährigen Weberkarden (Dipsacus sativus), lilarosa Prachtscharte (Liatris spicata) aus den Prairien, die gelbblühende Junkerlilie (Asphodeline luteus), lange blühende Silberimmortellen (Anaphalis triplinervis), Strandnelken (Armeria maritima), Fett henne (Sedum telephium) und die herrlich duftenden Thymianarten, vor allem der Quendel (Thymus serpyllum) sind dankbare und pflegeleichte Begleitpflanzen. Sie alle haben einen großen Vorteil: Bienen, Hummeln und vor allem eine Vielzahl von Schmetterlingen bevölkern auf der Suche nach dem reichlich angebotenen Nektar von zeitigem Frühjahr bis zum späten Herbst das Fleckchen Heide.
So wird gepflanzt
Lockern Sie den Untergrund tiefgründig, reichern Sie die Erde mit viel Torf, Kompost oder Rindenhumus an und sorgen Sie mit Hornspänen (je 50 g pro m
2) für eine langsam fließende organische Nährstoffquelle.
Heide wirkt am besten in größeren Gruppen, auf mehreren Quadratmetern und flächig gepflanzt. Pflanzen Sie daher nur im Balkonkasten oder in einer Schale ein oder drei Pflanzen zusammen. Ansonsten empfehlen sich zehn bis zwölf Pflanzen pro Quadratmeter. Selbst wenn Ihr Heidegarten ein kleiner Vorgarten ist, versuchen Sie den Eindruck der Weite zu vermitteln und verbannen Sie Gehölze an den Rand. Malerische Baumwurzeln, Gräser und Farne sowie Wasser verstärken den naturhaften Eindruck. Einmal eingewurzelt, überstehen die Heidepflanzen sowohl Regenperioden als auch Trockenheit. Nur Dauernässe durch tropfende Gehölze führt zu Fäulnis, ebenfalls liegengebliebenes Laub. Alle zwei Jahre wird im Frühjahr organisch gedüngt. Auch wenn Ihr Boden lehmig, ja sogar kalkhaltig ist, müssen Sie auf einen Heidegarten nicht verzichten. Der Schwerpunkt der Bepflanzung liegt lediglich auf der Winterheide (Erica carnea), die von November bis Ende März blüht und in den Alpen auf kalkhaltigen sowie auf saueren Böden wächst.