Juli 2009 Für ein kleines Gerätehäuschen ist auf heutigen Grundstücken kaum noch Platz. Schon gar nicht, um es an der Grundstücksgrenze zu verstecken. Noch schwieriger gestaltet sich die Planung eines überdachten Sitzplatzes im hinteren Teil des Gartens, denn der Nachbar hat ein Anrecht auf eine unverbaute Grundstücksgrenze. Doch bei guter Nachbarschaft gibt es eine ideale Lösung: Gemeinsam auf der Grundstücksgrenze bauen - zu beiderseitigem Vorteil.
© Schmidt, Joachim
Beispiel 1
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Von den geräumigen Gartenhäusern unserer Großeltern können wir nur noch träumen. Und war das Raumangebot nicht ausreichend, dann gab es noch eine Außentreppe am Haus mit direktem Zugang zu den Abstell- und Lagerräumen im Keller. Doch die Rückbesinnung auf die Vorteile des eigenen Hauses und den Erholungswert des Gartens erfährt zur Zeit eine ungeahnte Renaissance, denn unsere Mobilität stößt an ihre Grenzen - zumindest was die Kosten und den Umweltschutz anbelangt.
Um das eigene Haus so richtig genießen zu können, muss es nicht nur schön anzuschauen, sondern auch praktisch sein - und der Aufwand an Gerätschaften und technischen Helfern ist groß. Doch der Bau der so wichtigen Abstellräume wird bei der Planung gern auf "später" verschoben. Schnell zeigt sich jedoch das Manko: Was die Baumärkte an Gerätehäuschen zu bieten haben, ist zwar preiswert, aber meist zu klein.
Wer mehr will, beispielsweise ein Gerätehäuschen, in das gleich ein überdeckter Sitzplatz integriert ist, der sollte vor der Planung einmal mit dem Nachbarn reden. Meist ist das ohnehin vonnöten, denn in der Regel möchte man das Häuschen an die Grenze bauen, und dazu braucht man die Zustimmung. Da aber der Nachbar nicht selten ähnliche Probleme oder Wünsche hat, könnte sich aus so einem Gespräch auch eine gemeinsame Planung entwickeln. Man baut dann gewissermaßen "Rücken an Rücken" und löst damit auf einfachste Weise die baurechtlichen Fragen.
Hinzu kommt, dass ein gemeinsames Bauwerk anteilig deutlich billiger wird als zwei einzelne Häuschen. Eine Kostenanalyse kann deshalb bei der Entscheidung sehr hilfreich sein.
Eine gemeinsame Lösung muss jedoch nicht bedeuten, beidseitig alles gleich (spiegelbildlich) zu bauen. Wichtig sind eine tragenden Mittelwand auf der Grenze und ein gemeinsames Dach. Dann ist die Raumplanung darunter sekundär und nach eigenen Wünschen gestaltbar.
Unsere drei Beispiele zeigen unterschiedliche Möglichkeiten. Vom Sitzplatz bis zum Abstellraum - oder beides in Kombination. Es müssen auch nicht unbedingt Satteldächer gebaut werden. Flachdächer werden in der Regel billiger. Aber im Satteldach ergibt sich weiterer Stauraum. Und da jede Abstellfläche wichtig ist, sollte der Platz unterm Satteldach nicht vergessen werden.
Fürs Flachdach empfiehlt sich eine Begrünung, unter der die Dachfolie versteckt wird. Dann bietet auch dieses Dach einen reizvollen Anblick von oben und wird so zu einem Teil des Gartens. Wem das zu aufwändig ist, kann die Folie mit einer Schüttung aus groben Kieseln kaschieren.
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Beispiel 1
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Ideal zum Selberbauen
Ob gemauert oder aus Holz gebaut, macht im Grunde keinen Unterschied. Da man jedoch auch für hölzerne Wände tragfähige Fundamente benötigt, kann man darauf auch mauern. Das hat Vorteile. Schon eine Mittelwand mit zwei kurzen Winkeln steift das ganze Bauwerk gegen Wind aus und die dünnen Holzwände werden dann nur "eingesetzt".
Der Rat oder die Mitwirkung eines Fachmanns ist jedoch wichtig. Mit ihm gemeinsam kann dann auch die Eigenhilfe abgestimmt werden. Viele scheuen vor dem Aufmauern zurück und bauen lieber in Holz. Moderne Mauern können jedoch vergleichsweise schnell aus großformatigen Steinen oder Blöcken aufgesetzt werden.
Auch muss ja nicht alles sofort fertig gebaut werden. Wenn der Nachbar auf seiner Seite nur den Rohbau errichtet, um ihn erst später auszubauen, ändert das an der kostengünstigen Grundplanung nichts.
Im Übrigen dürfen die hier gezeigten Beispiele nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich nur um kleine Bauwerke handelt. Um sich - und dem Nachbarn - die Maße vor Augen zu führen, sollte man aus zusammengenagelten Dachlatten die Firsthöhe auf der Grenze aufbauen und mit Pflöcken im Erdreich die Grundabmessungen abstecken und damit deutlich machen.
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Beispiel 2: Viele Kombinationen sind möglich. Spiegelbildlich aneinander gebaute, gleiche Grundrisse oder der einseitige Sitzplatz am Abstellraum des Nachbarn. Nutzung und Himmelsrichtung bestimmen die Planung. Auf jeden Fall bietet die Grenzmauer guten Schallschutz.
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