© Stein, Dagmar
Heilkraft von Kräutern und Gemüse
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Juli 2009 "Gegen jede Krankheit ist auch ein heilendes Kraut gewachsen" - diese alte Weisheit stimmt zwar nicht ganz und Selbstmedikation kann den Arzt keineswegs überflüssig machen. Doch mit bewährten Hausmitteln aus dem eigenen Gemüse- und Kräutergarten kann man sich über etliche Wehwehchen wie Erkältungen, Entzündungen, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden hinweghelfen oder einfach wohltuend entspannen und damit manchen Gang zur Apotheke sparen.
"Gegen jede Krankheit ist auch ein heilendes Kraut gewachsen" - diese alte Weisheit stimmt zwar nicht ganz und Selbstmedikation kann den Arzt keineswegs überflüssig machen. Doch mit bewährten Hausmitteln aus dem eigenen Gemüse- und Kräutergarten kann man sich über etliche Wehwehchen wie Erkältungen, Entzündungen, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden hinweghelfen oder einfach wohltuend entspannen und damit manchen Gang zur Apotheke sparen.
Durch die Behandlung mit Heilpflanzen kamen unsere Vorfahren jahrtausendelang über die Runden.Die Ägypter und Römer hatten bereits detaillierte Kenntnisse über die Wirkungsweisen vieler Gemüse und Kräuter. Wissenschaftlich fundiert wurden die Behandlungsmethoden erst langsam mit Heilpflanzen im Mittelalter durch den berühmten Klosterkräutergarten und die Medizinbücher der Benediktiner- Äbtissin Hildegard von Bingen. Es ist erst wenige Jahrzehnte her, seit Pillen aus synthetisch hergestellten Wirkstoffen der Naturmedizin den Rang ablaufen. Doch heilende Pflanzen sind heute noch die Grundlage für viele Medikamente und die Nachfrage nach reinen Naturheilmitteln steigt stetig. Auch die chinesische Medizin stützt sich vornehmlich auf die heilsamen Kräfte der Natur. Gut,wenn die wichtigsten Heilpflanzen gleich greifbar vor der Haustür wachsen. Zwar hält nicht jedes Rezept aus Großmutters Zeiten wissenschaftlichen Nachprüfungen stand, doch die Zahl der als wirksam bestätigten Heilpflanzen ist erstaunlich groß.
Gut für die Verdauung
Rettiche und Radieschen enthalten Senfölglykoside, die verantwortlich sind für den etwas scharfen Geschmack der Rübengemüse. Senföle regen die Tätigkeit der Leber und der Galle an und helfen daher bei Verdauungsproblemen. Zudem wirken diese Inhaltsstoffe antibiotisch, also keimabtötend, und helfen bei der Bekämpfung von Pilzen im Magen- und Darmbereich. Auch bei Erkältungen wirkt sich Rettich positiv aus und wird gern als gesüßter Saft eingenommen. Rettiche und Radieschen können auch im Sommer noch in durchlässige, humose Erde ausgesät werden für eine baldige Ernte im Herbst.
Wirkungsvoll bei Verstopfung und zur Entschlackung ist Sauerkraut. Laut Pfarrer Kneipp hilft Sauerkrautsaft auch bei Sodbrennen und Magengeschwüren. Äußerlich angewendet soll es sogar die Wundheilung unterstützen. Bereits die Römer schätzten das Gesundheitskraut und zur Zeit der Äbtissin Hildegard von Bingen wurde es als Heilmittel zur Reinigung von Blut und Haut, zur Behandlung von Geschwüren oder Entzündungen sowie gegen Kopfschmerzen angewendet.
Der richtige Standort
Die Zahl der Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen geht in die Hunderte. Nicht alle passen in den privaten Gemüsegarten. Gut aufgehoben sind sie ebenfalls in der Staudenrabatte, am Rand von Wegen, in der Nähe eines Sitzplatzes oder geschützt vor allzu viel Nässe in der Nähe von Mauern und am Haus. Wer nicht lange suchen möchte, gibt ihnen ein gesondertes Quartier dicht an der Küche, damit sie bei Bedarf greifbar sind. Sehr gefällig sehen Beete aus, die eingerahmt sind mit immergrünem Buchs. Man kann sie als Rondell, Raute oder in quadratischer Form gestalten.
Tipp: Stecken Sie Etiketten mit dem deutschen oder botanischen Namen der jeweiligen Pflanze hinzu. Das gibt dem Ganzen einen professionellen Anstrich und verhindert, dass man sich aus Versehen vergreift. Von Heilpflanzen braucht man meist nicht viel - eine Pflanze oder zwei genügen für den Bedarf einer Familie, es sei denn, für Tees oder spezielle Zwecke wird besonders kultiviert. Dafür lohnt es sich, mit verschiedenen Arten für Abwechslung zu sorgen. Im Handel gibt es eine Riesenauswahl in Töpfen und Containern, die auch im Sommer gut gepflanzt werden können.
Schutz von innen
Knollenfenchel ist ein Gemüse, das in den letzten Jahren wieder verstärkt als Kochgemüse auf die Teller gelangt ist. Es hat nicht nur einen außergewöhnlichen, anisartigen Geschmack, sondern ist zudem auch ungemein förderlich für die Gesundheit. Der Grund dafür ist vor allem sein hoher Gehalt an ätherischem Öl, das den Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stärken und den Darm entgiften soll. Die Samen des Fenchels gelten als Sirup mit Zucker oder Honig vermischt als ein bewährtes Hustenmittel, das krampf- und schleimlösend wirkt. Tee aus den Fenchelsamen ist wohltuend bei Magen- und Darmverstimmungen. Die Pflanze gedeiht problemlos an sonnigem Standort aufmäßig trockenem, nährstoffreichem Boden.
Auch die Artischocke enthält viele gesunde Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, zellschützende Pflanzenstoffe und den die Leber und Galle anregenden Bitterstoff Cynarin. Sie wirkt entgiftend und fördert die Verdauung. Das Gemüse ist in den Mittelmeerländern sehr beliebt und wird dort gern gekocht oder mit etwas Zitronensaft geschmort genossen.
Zwiebeln -antibakteriell
Der Saft von Zwiebeln ist ein bewährtes Hausmittel gegen Erkältungen und Husten. Grund da für sind die antibakteriellen Eigenschaften der Zwiebeln. Frisch aufgetragen helfen sie gegen Insektenstiche und verhindern Schwellungen. Die halbierte Zwiebel legt man dabei ein paar Minuten mit der Schnittstelle auf die betroffene Hautstelle. Auch Blutfettwerte- und Blutzuckersenkende Eigenschaften der Zwiebel wurden beobachtet.
Knoblauch stammt aus der gleichen Gattung der Allium-Arten wie die Zwiebel und hat ähnliche Eigenschaften. Ihm wird eine äußerst positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem nachgesagt und er soll zudem Erkältungen vorbeugen.
Männer können sich beim Genuss von Kürbissen freuen. Die Kerne sollen bei gutartigen Prostatavergrößerungen helfen, das Kürbisfleisch dagegenwirkt harntreibend.
Wirkungsvolle Kräuter
Die meisten Kräuter haben auch eine heilsame Wirkung. Mutterkraut (Tanacetum parthenium) beispielsweise ist eine alte Bauerngartenpflanze und beugt nach englischen Untersuchungen Migräneanfällen vor. Eine Gabe von täglich 2 bis 3 der herb-würzig schmeckenden Blätter als Würze zu Speisen soll schon genügen. Ihre feinen, weißen Blüten bilden zudem einen attraktiven Blütenteppich im Beet.
Eine Salbe aus den großen, orange-gelben Blüten der Ringelblume wirkt gegen Sonnenbrand, Wunden oder Hautentzündungen. Die einjährige Sommerblume ist ausgesprochen dekorativ und fühlt sich auf jedem Gartenboden zuhause.
Kamille wird innerlich und äußerlich gegen Entzündungen und Magen-Darm-Beschwerden verwendet oder zur Inhalation bei Erkältungen. Besonders wirksam sind die weiß- gelben Blüten.
Bekannt ist auch die wohltuende und erfrischende Wirkung von Pfefferminze. Verantwortlich dafür ist das in ihr enthaltene Menthol. Es gibt den typischen, frischen Minz-Geschmack und lindert Erkältungen und Magenbeschwerden. Gerade im Sommer ist ein mit ein paar frischen Blättern aufgebrühter Tee sehr lecker (mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten stehen lassen).
Ernten und Verwerten
Zum Ernten müssen die Pflanzen leicht zu erreichen sein. Schaffen Sie daher gut begehbare Zugangswege und pflanzen Sie die Heilpflanzen in den vorderen Bereich des Beetes.
Gemüse kurz vor Gebrauch ernten, da sie nach der Ernte bald an Aroma verlieren. Auch in Essig oder Öl eingelegt,entfalten sich die Aromen und Wirkstoffe. Als Tee genossen werden meist die getrockneten Samen oder oft auch die Wurzeln.