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Autor
Griegel, Adalbert

Apfelwickler


Zeichnung:Margarete Griegel aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“
© Griegel, Adalbert
Zeichnung: Margarete Griegel aus dem Buch „Mein gesunder Obstgarten“

nach oben Schaderreger und Schadbild

Bedeutendster Obstbaumschädling, auch "Obstmade" genannt, vernichtet alljährlich einen beträchtlichen Teil der Apfelernte. Schon Ende Juni fallen erste wurmige, noch kleine Äpfel vom Baum (5). Ihnen wird oft keine Aufmerksamkeit gewidmet, da ihr Abfallen sich zeitlich mit dem normalen "Juni- Fall" überschneidet. Zu großen Schäden kommt es später, wenn die schon reifenden Äpfel wurmig werden (8) . Beim Durchschneiden der Frucht erkennt man zerstörte Kerngehäuse. Im Fraßgang ist eine bis 20 mm große, in der Anfangsphase ihrer Entwicklung weiße, später rötliche Raupe mit braunem Kopf zu finden.

nach oben Schädlingsentwicklung

Die Raupe überwintert in einem festen, zähen Gespinst unter den Borkenschuppen (1), wo es Ende April zur Verpuppung kommt (2). Die Falter der ersten Generation treten etwa ab Mitte Mai in Erscheinung (3). Sie sind braun mit etwa 14 bis 20mm Flügelspannweite. Sie fliegen in der Dämmerung,wenn die Temperaturen bei etwa 14 bis 16° C liegen. Die Weibchen beginnen kurz nach ihrem Erscheinen mit der Eiablage, deren Beginn und Dauer sehr stark temperaturabhängig ist. Gewöhnlich beginnt sie etwa Anfang Juni und dauert etwa 3 Wochen. Die Eier, 20 bis 80 an der Zahl, werden meistens einzeln an den Früchten abgelegt. Sie sind etwa 1,3 mm groß und haben die Gestalt von ovalen, glänzenden Schilden(4).8bis14 Tage nach dem Anfang der Eiablage schlüpfen die ersten Räupchen. Sie kriechen auf der Frucht umher und fressen an der Apfelschale.Nach 3 bis 4 Tagen bohren sie sich von der Seite her oder über die Kelchgrube in die Frucht ein. Nach etwa 4-wöchigem Fraß ist die Raupe ausgewachsen. Sie verlässt im Juli den geschädigten Apfel (6) und sucht die Verstecke - meistens unter der Rinde - auf,wo sie dann überwintert.

In warmen Jahren verpuppt sichein Teilder Larven Ende Juli, so dass im August Falter der 2. Generation auftreten (7) . Es handelt sich um die Larven, die aus den am frühesten (Anfang Juni) abgelegten Eiern geschlüpft sind. Die Falter legen wieder ihre Eier auf die Früchte. Durch den Fraß der Larven der 2. Generation werden noch erheblichere Schäden verursacht als durch dieder1.Generation,da es sich um die Schädigung der reifenden bzw. reifen Früchte handelt (8). Im Juni dagegen kommt es sowieso zum natürlichen Abwurf des übermäßigen Fruchtansatzes, sodass der Baum gewisse Schädigungen der jungen Früchte selbst ausgleichen kann. Die ausgewachsenen Raupen verlassen die geschädigten Äpfel und suchen sich Verstecke unter der Borke, wo sie überwintern (9).

nach oben Vorbeugung und Bekämpfung

Im Winter, spätestens aber bis Ende April, sollten die Baumstämme auf die unter der Borke überwinternden Larven untersucht und die gefundenen Larven bzw. Puppen abgekratzt und vernichtet werden.

Häufigeres Baum schütteln und gründliches Absammeln und Entfernen befallener Früchte, bevor die Raupen sie verlassen haben, reduziert die nächste Generation des Schädlings (der blaue Balken).

Ab Ende Juni sollten um die Stämme etwa 10 cm breite Wellpappe-Fanggürtel gelegt und einmal wöchentlich auf versteckte Larven untersucht werden. Gefundene Larven und Puppen vernichten. Ab September kann auf das regelmäßige Unter suchen der Fanggürtel verzichtet werden, wobei die Gürtel Ende Oktober entfernt werden sollten (der erste gelbe Balken).

Durch Aufhängen von Pheromon- Fallen (Sexuallockstoff-Fallen) können die etwa Mitte Mai bis Mitte August auftretenden Männchen des Schädlings in die Falle gelockt und durch den Leim gefangen werden (der zweite gelbe Balken). Dadurch wird die Zahl der befruchteten Weibchen und folglich wurmige Früchte reduziert.COMPO Obstmaden-Fallen oder Neudomon Apfelmaden-Falle (Neudorff).

Durch systematische, Jahr für Jahr wiederholte Durchführung der beschriebenen Maßnahmen kann erfahrungsgemäß bei schwachem Befallsdruck auf direkte Bekämpfung der Larven verzichtet werden.

Aufgrund starken Befalldruckes (mehrere Männchen pro Nacht in der Falle) kann eine direkte biologische (der grüne Balken) oder sogar chemische Bekämpfung( der rote Balken)notwendig sein. Sie ist nur dann wirksam, wenn man mit der Spritzbrühe die jungen Räupchen erreicht, die eben die Eier verlassen und sich noch nicht in die Früchte eingebohrt haben. Das sind bei den einzelnen Exemplaren praktisch nur 3 bis 4 Tage.

Beginn und Dauer des jeweiligen Fluges, der Eiablage, des Schlüpfens und der Fraßtätigkeit sind sehr stark temperaturabhängig. Aus diesem Grund ist die Festlegung von pauschalen kalendarischen Bekämpfungsterminen nicht möglich.

Der genaue Behandlungstermin ist am sichersten durch eine aufgehängte Pheromon-Falle zu ermitteln. Wenn man sich exakt an die Gebrauchsanweisungen der Produkte hält, können mit jeweils einer bis zwei Behandlungen sowohl die erste als auch die zweite Generation des Schädlings ausreichend bekämpft werden. Für eine direkte biologische Bekämpfung eignen sich Granulose-Virushaltige, selektiv nur gegen diesen Schädling wirkende Produkte, wie z.B. Granupom Apfelmadenfrei (Neudorff).

Die besten chemischen Bekämpfungsresultate werden erreicht bei einer Behandlung etwa8bis10Tagenachdemjeweiligen verstärkten Falterflug. Für den Garten ist zurzeit Bayer Garten Raupenfrei Runner zugelassen.

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Schlagworte dieser Seite:

Apfel, Apfelwickler, Bauschäden, Pflanzenschutz, Raupe, Schäden, Schädling

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