© Beck
Die Blüten der ‘Aprikola’ gehen beim Verblühen in Rosa über.
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Juli 2009 Rosen sind wieder sehr gefragt - das war nicht immer so. Der Duft und die Widerstandskraft gegen Krankheiten wurden vermisst. Stehen die Rosen schon mitten im Sommer ohne Blätter da, mit nackten Stielen, nur ab und zu eine Blüte drauf, dann wundert es kaum, wenn die rechte Freude nicht aufkommen will. Da lohnt sich ein Tausch gegen gesunde Rosensorten. Mit der Auswahl neuer robuster Sorten ist das kein Problem mehr und diese Rosen sind pflegeleichter denn je.
Hobbygärtner dürfen sich freuen: Zauberhafte romantische Rosenzüchtungen warten mit starken Anklängen an die vermeintlich bessere Zeit auf, als sich noch friedfertige Menschen besinnlich in Rosenlauben trafen und schwungvolle Walzer die Feiertage bestimmten. Nostalgie ist angesagt für Freilandrosen und viele der dicht gefüllten Blüten haben einen höchst angenehmen und kräftigen Duft. Die heutigen Rosensorten sind meistens öfterblühend, robust und großblumig. Es darf auch kräftig für die Vase geschnitten werden - die meisten Sorten halten sich selbst im Zimmer sehr lange.
© Stein, Dagmar
Containerrosen sind bereits gut bewurzelt und können jederzeit auch im Sommer gepflanzt werden.
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Tipp-Containerrosen
Bislang pflanzte man Rosen als "wurzelnackte" Gehölze im Herbst oder vor dem Laubaustrieb im Frühjahr. Doch mit Rosen aus dem Topf bzw. Container kann man das ganze Jahr über gestalten. Der Vorteil: Sie kaufen die Pflanzen blühend und können sich daher gleich an ihrer Schönheit im Garten erfreuen. Mittlerweile sind die neuen Rosensorten im Container sehr robust und wachsen gut an.
Achten Sie bei der Pflanzung von Containerrosen darauf, dass die Wurzeln nicht kringeln oder geknickt in den Boden kommen (also den Ballen lockern). Füllen Sie große Pflanzlöcher mit nährstoffreicher Rosenerde und setzen Sie die Pflanzballen 5 bis 8 cm unter das umgebende Erdniveau. Dann mit Erde auffüllen, antreten und gründlich angießen. Mit dieser einfachen Maßnahme ist die Veredelungsstelle gegen Frost geschützt und man spart sich das leidige Anhäufeln im Herbst.
Resistente Sorten sind pflegeleicht
Durch moderne Zuchtmethoden ist es gelungen, besonders blühfreudige und wüchsige Rosensorten zu erhalten. Sie vereinen ihre altbewährten Eigenschaften wie Duft und ausdrucksstarke Farben mit natürlichen Resistenzen gegen Sternrußtau, Echten und Falschen Mehltau und Rosenrost. Diese pflegeleichten Sorten müssen im Allgemeinen nicht mehr gespritzt werden.
Schon seit einiger Zeit gibt es eine spezielle Bewertung für neue Rosensorten - die Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung (ADR). Alljährlich werden in elf deutschen Prüfgärten Hunderte von neuen Rosen auf Herz und Nieren getestet und ältere überwacht. Nur wenigen Züchtungen gelingt die Anerkennung als ADR-Sorte. Jedes einzelne Exemplar der so erfolgreichen Sorten darf auf dem Etikett das ADR-Gütesiegel tragen und ist daran im Gartencenter oder in der Baumschule leicht zu erkennen.
Geprüft wird besonders auf robusten Wuchs und Gartenwert, d. h. die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Rosen, die mit dem ADR-Prädikat ausgezeichnet sind, zeigen sich besonders blühfreudig und sehen auch im Herbst noch gesund und farbenkräftig aus.
Ausgezeichnete Bodendeckerrosen
Strauch- oder Bodendeckerrosen sind ideal zur niedrigen Bepflanzung von flächigen Rosenbeeten oder in Staudenrabatten. Sie bilden über die Jahre einen charmant blühenden Rosenteppich dicht an dicht. Beliebt ist dafür die besonders robuste und frostharte Sorte 'Aspirin’ von Tantau. Sie zählt zu den modernen Rosen, hat gefüllte, schneeweiße Blüten, die einen leichten Duft versprühen und wird etwa 60 bis 80 cm hoch.
Für die Romantiker empfiehlt sich die Sorte 'Heidetraum’ von Noack. Ihre zart gefüllten, kräftig rosa Blüten kommen durch das glänzende, dunkelgrüne Laub hervorragend zur Geltung. Sie ist ebenfalls sehr robust, hitzeverträglich und wird von Sternrußtau und Echtem Mehltau kaum befallen. Weitere schöne und pflegeleichte Bodendeckerrosen sind 'Gebrüder Grimm’ mit leuchtender, orangegelber Blüte, die auch für raue, kalte Lagen gut geeignete 'Crimson Meidiland’ mit roten, grossen Blüten oder die mehrmalsblühende 'Aprikola’, deren aprikosengelben, gefüllten Blüten beim Verblühen in Rosa übergehen.
© Stein, Dagmar
Bodendeckerrose Heidetraum mit intensiv rosa Blüten.
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Alte und neue Rosensorten
Eine der ältesten, mit dem ADRPrüfzeichen prämierten Sorten ist die Rose 'Flammentanz’ von Kordes. Sie wurde 1952 gekürt und ist seither nach wie vor eine gern gekaufte Kletterrose. Besonders dekorativ präsentiert sie ihre dunkelroten, einfachen Blüten, wenn Sie an Hausmauern emporklimmt und den Eingang umrankt. Aber auch als Stämmchenrose einzeln stehend macht sie eine gute Figur. Im Jahr 1974 wurde die cremeorange farbene Sorte 'Westerland’ von Kordes prämiert. Die charmant gefüllten, schalenförmigen Blüten verbreiten einen starken, fruchtigen Duft und öffnen sich stetig den ganzen Sommer über.
Zu den Neuheiten von 2008 unter den ADR-Rosen dagegen zählt die besonders regenfeste Edelrose 'Schloss Ippenburg’ von Meilland. Sie bringt stark gefüllte, zarte Blüten hervor, die langsam von Orange-Rosa in eine cremeweiße Farbtönung übergehen. Sie eignen sich gut für den Schnitt und haben einen intensiven Duft. Ebenfalls neu im Sortiment ist die wunderschöne Beetrose 'Intarsia’ von Noack. Ihre halbgefüllten Blüten zeigen sich innen in zartem Gelb-Orange und außen in duftigem Apricot-Ton. Sie erreicht eine Wuchshöhe von 70 bis 90 cm und blüht mehrmals im Jahr.
Sonne und Luft
Geben Sie Rosen einen sonnigen, luftumspülten Standort (an prallsonnigen Hauswänden wird es ihnen leicht zu heiß) und einen durchlässigen Boden mit etwas Lehmanteil und viel Humus. Schatten und reiner Sand lassen die Gehölze leicht kränkeln.
Rosen wollen nicht dauernd verhätschelt werden. Schon gar nicht vertragen Sie tägliche Duschen von oben mit dem Sprenger oder Schlauch. Regelmäßiges gründliches Wässern des Bodens reicht vollkommen aus, doch vermeiden Sie dabei Staunässe. Gönnen Sie den Rosen im März-April und im Juni eine Gabe organischen oder mineralischen Rosendünger, dann gewinnen sie Kraft für eine ausdauernde Blüte.