© Stein, Dagmar
Herkuleskeule
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Mai 2009 Wer im Garten oder auf der Terrasse Platz sparen muss, kann mit Spalieren oder Rankwänden für grüne Kulissen sorgen. Das sieht nicht nur gut aus und ist praktisch, es kommt auch dem natürlichen Wuchs vieler Gemüse entgegen. Nicht nur Stangen- und Feuerbohnen wachsen in die Höhe, auch Gurken und Melonen fühlen sich in lauer Luft viel wohler als am nassen Boden und danken es mit besseren Erträgen.
Große Herkuleskeulen
Wer viele Zäune oder Mauerwerk zu bedecken hat, ist mit der üppig wachsenden Herkuleskeule (Lagenaria siceraria) gut bedient, einer Spezialität der Flaschenkürbisse, die in Sizilien in jungem Zustand wie Zucchini gegessen werden. Ausgewachsen erreichen sie leicht 150 bis 200 cm Länge. Sie trocknen ohne weitere Mühe zu fes ten, keulenförmigen Gebilden, die viele Jahre haltbar bleiben und sich somit hervorragend für Dekozwecke eignen. Essbare Früchte er geben auch einige dekorative Kürbissorten wie z.B. "Orange Knirps", "Hokkaido", "Baby Bear", "Turban" und "Sweet Dumpling". Sogar Samen- Mischungen essbarer Sorten gibt es im Handel.
Schöne Feuerbohnen
© Stein, Dagmar
Feuerbohnen
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Sie blühen feuerrot oder weiß, schlingen sich mit ihren langen Trieben entgegen dem Uhrzeigersinn in die Höhe, bedecken innerhalb kürzester Zeit mit dichtem Blätterdach Mauern, Zäune oder Wände. Sie spenden Schatten und bringen reichliche Erträge. Die Prunk- oder Feuerbohnen (Phaseolus coccineus) zählen zum Gemüse, aber sie sind auch hübsch anzusehen, besonders wenn man je eine Tüte der weißblühenden Sorte "Desiree" (fadenlos) mit einer roten Sorte wie "Lady Di" (fadenlos) mischt und Anfang Mai aussät. Ab Juli warten dicke, flache, fleischige und sehr aromatische Hülsen auf die Ernte. Im Herbst bieten die Feuerbohnen auch wunderschön gefärbte dicke, schmackhafte und nahrhafte Samen, beispielsweise für Balkansalate. Auch für Kinder sind sie eine große Freude, wenn Papa ihnen aus kreisförmig aufgestellten Stangen ein grünes, blühendes Zelt aus Feuerbohnen baut. Die Pflanzen hüllen es in kürzester Zeit ein.
Balsambirnen
Momordia charantia ist der botanische Name der Balsambirne, auch Bittergurke genannt. In Indien und Fernost zählt der wüchsige Kletterer zu den am häufigsten verwendeten Gemüsen. Gegessen werden die jungen, dekorativ genarbten, blassgrünen Früchte ähnlich wie Gurken roh als Salat oder gedünstet. Ihr Geschmack ist leicht herb, im endgültigen Reifestadium auch obstartig. Dann färben sie sich auf dekorative Weise leuchtend orangegelb, platzen auf und entlassen einige orangerote Samen. Eine exotische Augenweide, die viele neugierige Blicke anzieht.
Schmackhafte Gurken
Alle Gurken klettern gern, an Gittern, Stäben oder Maschendraht. Sowohl im Freien als in größeren Gefäßen mit lockerer, nährstoffreicher Humuserde gedeihen vorgezogene Pflanzen von Salatgurken, Einlegegurken oder Schlangengurken und bringen hohe Erträge. Empfehlenswert sind vor allem Minioder Partygurken wie "Paska F1" oder "Lothar F1". Sie bringen etwas kleinere Früchte von 10 bis 20 cm Länge, gerade richtig für einen kleinen Haushalt, dafür aber in großer Zahl. Bei der Sorte "Printo F1" setzen sie sogar in Büscheln direkt am Haupttrieb an. Diese Sorte ist auch bemerkenswert, weil sie nicht mehr geschnitten werden muss. Ausgepflanzt wird nach Mitte Mai.
Schwammgurkem
Sehr dekorativ sind die in allen südlichen Ländern weit verbreiteten Schwammgurken (Luffa), die man in ganz jungem Zustand essen kann. Während das stabile Aderngerüst der etwa 30 cm langen Luffa cylindrica die bekannten pflanzlichen Badeschwämme für die Hautpflege, für Sandalen und zur Füllung von Matratzen ergibt, wird die Flügelgurke (Luffa acutangula) aus dem tropischen Asien gerne als Gemüse gegessen. Die tief geripppten, länglichen Früchte von dunkelgrüner Farbe werden 25 bis 50 cm lang und etwa 10 cm dick. Das grünlich-weiße, saftige Fruchtfleisch schmeckt süßlich, solange es jung ist und kann für Suppen, als Beilage zu Fleisch oder Fisch nach vielfältigen Rezepten verwendet werden. Beide Luffa-Arten brauchen viel Wärme. Sie gedeihen sicher im Gewächshaus, aber im Freien nur im Weinbauklima an geschützter Stelle.
Kletternde Zucchini
Zucchini, die mit buschigem Wuchs auf der Erde wachsen, brauchen viel Platz. Ganz anders die Kletterzucchini "Black Forest". Weil die Pflanzen an Spalieren und Pfählen in die Höhe klettern, kann man bequem ohne Bücken ernten. Das Wichtigste jedoch sind die vielen zarten, schmackhaften Früchte - 25 und mehr pro Pflanze - und alle in der richtigen Größe: sie werden nicht länger als 20 bis 25 cm.
© Stein, Dagmar
Galiamelone „Delgado“
Zum Vergrößern auf das Bild klicken.
Köstliche Melonen
Zucker- und auch Wassermelonen nutzen gerne die Höhe, am kalten Boden fühlen sie sich nicht wohl. Wie Gurken an Rankgittern gezogen, bringen sie ab August bis Anfang Oktober Ertrag. Im Gewächshaus, aber auch an geschützter Stelle im Freien kann man sie relativ leicht ziehen. Weil die Melonenwurzeln sehr empfindlich sind und ein Pikieren oder Ausein anderreißen nicht vertragen, wird gleich in Töpfe von 7 bis 8 cm Durchmesser oder in Topfplatten gesät, jeweils 2 Körner pro Topf. Die Aussaaterde soll wie der spätere Boden sehr locker, luftig und humusreich sein. Gepflanzt wird im Abstand von 40 x 80 cm erst, wenn sich der Boden genügend erwärmt hat und möglichst zu Beginn einer Schönwetterperiode, also Mitte bis Ende Mai. Das Aufleiten an Schnüren im Gewächshaus oder an Gittern im Freien bekommt Melonen gut. Schützen Sie die reifenden Früchte mit einem Netz. Es verhindert, dass die Früchte abreißen und vorzeitig abfallen. Achten Sie auf frühe Charantais- Sorten wie z.B. "Fiesta F1" oder "Marlene F1", die resistent ist gegen die tückische Fusarium- Welkekrankheit. Bei Wassermelonen haben sich "Red Star" oder "Sugar Baby" bewährt. Ab August kann geerntet werden: 6 bis 7 schöne, zuckersüße Melonen pro Pflanze.