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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Opitz, Wolfgang

Pflegemaßnahmen für den Rasen


Rasenflächen lassen sich mit Krokus auch bunt gestalten, dann ist die Pflege weniger intensiv.
© Löwenzahn / PIXELIO, www.pixelio.de
Rasenflächen lassen sich mit Krokus auch bunt
gestalten, dann ist die Pflege weniger intensiv.
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April 2009 Ein sattgrüner, dichter und strapazierfähiger Rasen ist das Bestreben und oft auch der Stolz vieler Gartenbesitzer. Die Monate April bis einschließlich Juni sind die beste Zeit für eine Frühjahrskur, um dem Rasen zu guten Wachstumsbedingungen zu verhelfen.

Der Rasen nimmt in der Regel einen großen Teil der Gartenfläche ein. Als Erweiterung z.B. der Terrasse schafft er im Garten die räumliche Tiefe für die ihn umrahmenden Blumen- und Gehölzrabatte.

nach oben Vertikutieren

Im Laufe der Zeit bilden abgestorbene Pflanzenreste im Rasen eine verfestigte, verfilzte Schicht. Dadurch wird die Aktivität des Bodenlebens gehemmt und die Filzschicht kann nicht mehr durch Mikroorganismen abgebaut werden. Die notwendige Belüftung des Bodens sowie die Zufuhr von Wasser und Nährstoffen für die Graswurzeln werden stark eingeschränkt. Der Rasen erstickt nahezu und kann kaum noch wachsen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Fläche auch noch stark vermoost ist.

Durch das Vertikutieren wird die Oberfläche mechanisch aufgeschnitten sowie die Filz- und Moosschicht entfernt. Dies geschieht bei kleinen Flächen mit dem Vertikutier-Rechen oder mit motorisch betriebenen Vertikutier- Geräten. Senkrecht arbeitende Messer befördern dabei die Filz- und Moosteile nach oben. Die Grasnarbe wird belüftet. Wasser und Nährstoffe können wieder frei in den Wurzelraum eindringen. Vor dem Vertikutieren wird der Rasen auf eine Höhe von etwa 2 cm gemäht und abgerecht.

Schnittleistung bei Rasen
© Prospekt-Foto
Schnittleistung bei Rasen
Leistungsvergleich von Rasenmähern mit unterschiedlicher Schnittbreite. © Prospekt-Foto
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nach oben Der Kampf mit dem Moos

Moose lieben schattige Lagen und feuchte Böden. Rasenflächen gehören daher an sonnige Standorte. In sehr schattigen Lagen hat der Rasen gegen das Moos auf Dauer kaum eine Chance. Hier sollten besser so genannte Bodendecker gepflanzt werden. Die Moosbildung wird außerdem gefördert durch verdichtete oder zu saure Böden, Verfilzung der Grasnarbe, mangelhafte Düngung, zu tiefen Schnitt, Anhäufung von Schnittgut in der Grasnarbe und lückigem Grasbestand.

Moos kann durch Eisensulfat verdrängt werden; auch unter der Bezeichnung "Eisendünger" im Handel erhäldlich. Der Rasen wird 2 bis 3 Tage vor dem Ausbringen gemäht und abgerecht. Eisendünger kann gestreut oder einfacher in einer Gießkanne aufgelöst und gegossen werden.

nach oben Absanden

Stark verdichtete Flächen, wie z. B. in den Bereichen von Wäschetrockenplätzen, müssen tiefer belüftet werden. Dafür werden 6 bis 10 cm tiefe Löcher in die Grasnarbe gestochen. Am besten sind Geräte mit Hohlz inken, die kleine Kegel aus dem verdichteten Boden ausstechen. Man kann bei kleinen Flächen aber auch mit der Grabegabel, die man senkrecht einsticht und hin und her bewegt tiefere Belüftungslöcher schaffen. Die so belüftete Fläche wird "abgesandet", das heißt, es werden 3 bis 5 Liter Sand je m² gleichmäßig verteilt und in die Belüftungslöcher verfüllt. Verwendet wird scharf gewaschener Quarzsand in der Körnung 0 bis 2 mm.

nach oben Mähen, mähen, mähen

Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen vertragen Gräser den häufigen Schnitt ausgesprochen gut. Ständiges Mähen ist eine der wichtigsten Pflegemaßnahmen. Hierdurch wird die Bestockung der Pflanzen gefördert und die Grasnarbe wird mit jedem Mähen dichter. Darüber hinaus werden Unkräuter unterdrückt.

nach oben Rasen-Pflege

  1. Regelmäßig mähen
  2. Moos mit Eisen sulfat (Eisendünger) bekämpfen.
  3. Vertikutieren gegen Verfilzung und Moos gründlich abrechen.
  4. Rasen gegebenenfalls belüften und absanden.
  5. Düngen.
  6. Nachsaat, kahle Stellen schließen.
  7. Bei Bedarf wässern.

nach oben Empfohlene Schnitthöhen

  • für normal beanspruchten Rasen 2 bis 4 cm;
  • in sonnigen und trockenen Perioden sowie bei Rasen- Neuanlagen 4 bis 6 cm;
  • in schattigen Lagen etwa 5 cm. Die größere Blattmasse gleicht das mangelnde Licht etwas aus. Das Wurzelwachstum wird dadurch gekräftigt und das Moos stärker unterdrückt.

Die Häufigkeit des Mähens richtet sich nach der Stärke des Wachstums. Das Schnittgut sollte besser von der Fläche entfernt werden, da es die Verfilzung und Moosbildung begünstigt. Scharfe Messer am Rasenmäher sorgen für einen glatten Schnitt. Messer sollen schneiden, nicht abschlagen.

nach oben Ohne Dünger kein Wachsen

Das häufige Schneiden und Entfernen des Mähgutes erfordert eine ständige Nachdüngung. Sie ist eine wesentliche Voraussetzung für einen dichten, dunkelgrünen Rasen, der auch Unkraut- und Moosbewuchs trotzt.

Düngeempfehlung: Im Mai und Oktober jeweils 40 g Blaukorn je m² (Nitrophoska Spezial); im Juli 30 g Kalkammonsalpeter je m².

Umweltfreundlicher - jedoch höher im Preis -sind die Langzeitdünger. Sie erleichtern uns außerdem die Arbeit. Diese Dünger geben die Nährstoffe über einen Zeitraum von mehreren Monaten, abhängig von Wärme und Feuchtigkeit und damit entsprechend dem Bedarf an die Pflanzen ab. Es genügen 2 Düngergaben mit jeweils 50 g je m² im April/Mai und im Oktober. Die meisten Gräser bevorzugen einen Boden im leicht sauren Bereich, von pH 5,5 bis 6,5. Durch eine Bodenuntersuchung lassen sich der Düngebedarf und der pH-Wert feststellen. Liegt der Boden in einem zu sauren Bereich, wird Kalk gegeben.

nach oben Lücken schnell schließen

Kahle Stellen im Rasen sollten möglichst schnell durch Nachsaat geschlossen werden. Dies erfolgt am besten ab Mitte Mai, wenn die Nachtfrostgefahr für die Keimlinge vorbei ist. Die kahlen Stellen werden oberflächlich gelockert und mit einer für die Nachsaat geeigneten, schnell keimenden Sorte z. B. "Majestic Royal" oder "Loretta" - etwa 20 g je m² - angesät, mit feiner Erde dünn abgedeckt, gewalzt oder mit einer flachen Schaufel angeklopft. Die genannten Sorten bilden einen dichten, kurzen Rasen und eignen sich auch gut für Neuanlagen. Abschließend wird mit Wasser gesprengt und bei evtl.
  • insetzender Trockenheit die Saat bzw. der junge Rasen feucht gehalten.

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