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Autor
Schmidt, Joachim

Komfort, der sich im Winter beweist


März 2009 Wohnqualität fängt schon an der Haustür an. Der regen- und schneegeschützte Eingangsbereich ist ein Komfort, den man nicht mehr missen möchte, wenn man ihn erst einmal hat. Bausätze für Vordächer finden sich heute in jedem Baumarkt. Doch preiswerte Angebote bieten nur selten gute Gestaltung und langlebige Materialien. Wer Haus und Wohnen aufwerten will, sollte auch nach entsprechenden Lösungen suchen. Hier ein paar Vorschläge, die sich bewährt haben und von versierten Heimwerkern sogar selbst verwirklicht werden können.

Komfort, der sich im Winter beweist
© Schmidt, Joachim
Komfort, der sich im Winter beweist: regen- und schneegeschützter Eingangsbereich © Schmidt, Joachim
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Teure Energie, Finanzkrise, Klimawandel - die Aussichten für die Zukunft scheinen wenig rosig. Doch sollen wir die Decke über den Kopf ziehen und abwarten? Da wir an den großen Problemen der Zeit kaum etwas ändern können, sollten wir uns lieber unserem Haus zuwenden und es krisensicher machen. Hier lassen sich fast immer Wünsche realisieren und Planen macht bekanntlich Spaß. Besonders, wenn dadurch die Wohnqualität und somit auch der Wert des eigenen Hauses gesteigert wird. Nicht ohne Grund haben unsere sparsamen Vorfahren Vordächer über ihre Haustüren gebaut oder gar ganze Windfänge davor gesetzt. Bewohner, Besucher und die meist teure Haustür waren so vor Regen geschützt, und auch das Fahrrad oder die Gummistiefel konnten hier schnell mal ihren Platz finden.

Modern "abgespeckte" Häuser bestechen zwar durch klare Linien, das geht aber meist zu Lasten der täglichen Praxis. Deshalb stehen Eingangsüberdachungen in der Rangfolge der nachträglichen Anbauten ganz vorn.

Unser erstes Beispiel passt aufgrund seiner simplen, dennoch formschönen Konstruktion, an fast jedes Haus. Treppe und Podest werden durch eine Winkelmauer eingefasst, auf der das Dach statisch sicher ruht, so dass die Stütze schlank und grazil aus Holz oder Stahl gebaut werden kann. Für die Mauer empfiehlt sich Porenbeton, der dann weiß verputzt wird, als preiswerteste Lösung.

Das Dach besteht nur aus einer geneigten Fläche, die von Holz-Sparren getragen wird. Die Konstruktion braucht keine dicken Balken, denn die Eindeckung mit Zinkblech macht das Dach leicht. Kupferblech ist teurer, aber nur als Material.

Im zweiten Beispiel verbirgt der verglaste Fachwerkanbau eine interessante Grundriss- Lösung, die in vielen Häusern den separaten Eingang für eine Einlieger-Wohnung relativ einfach möglich macht. Für die Haushaltskasse ist die Miete aus einer Einliegerwohnung oft eine wichtige Einnahme. Nicht selten stören jedoch gemeinsamer Eingang und Diele die Privatsphäre, und auch das Finanzamt will eine "abgetrennte" Wohnung.

In vielen Einfamilienhäusern befinden sich Flur und Treppe ins Dachgeschoss gleich hinter der Haustür. Wird die Treppe durch eine Leichtbauwand (Gipskarton) abgeschottet und ein Durchbruch in der Außenwand vorgenommen, kann man eine zweite Haustür einsetzen und dadurch einen absolut getrennten Zugang zu einer Einliegerwohnung im Dachgeschoss schaffen. Der angesetzte Vorbau schafft dafür mehr Raum. Sogar für eine kleine Garderobe ist Platz. Das Durchbrechen und Abfangen der Hauswand muss unbedingt von einer Fachfirma ausgeführt werden, die dann die konstruktive Sicherheit gewährleistet.
© Schmidt, Joachim
In vielen Einfamilienhäusern befinden sich Flur und Treppe ins Dachgeschoss gleich hinter der Haustür. Wird die Treppe durch eine Leichtbauwand (Gipskarton) abgeschottet und ein Durchbruch in der Außenwand vorgenommen, kann man eine zweite Haustür einsetzen und dadurch einen absolut getrennten Zugang zu einer Einliegerwohnung im Dachgeschoss schaffen. Der angesetzte Vorbau schafft dafür mehr Raum. Sogar für eine kleine Garderobe ist Platz. Das Durchbrechen und Abfangen der Hauswand muss unbedingt von einer Fachfirma ausgeführt werden, die dann die konstruktive Sicherheit gewährleistet. © Schmidt, Joachim
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Hier kann ein klug geplanter Eingangsvorbau (mehr im Text zur Zeichnung) doppelten Nutzen bringen, indem er zwei separate Zugänge ermöglicht. Auch hier lässt die Holzbauweise Eigenhilfe zu, wobei der Rat oder die Vorfertigung der Bauteile durch eine Fachfirma allerdings von Vorteil ist.

Für die Freunde begrünter Fassaden haben wir den dritten Vorschlag gewählt. Leiterähnliche Gerüste aus druckimprägnierten Dachlatten können Rank- und Kletterpflanzen Halt bieten. Beidseitig am Eingang montiert, lässt sich dazwischen auch noch ein Schutzdach einhängen. Aus wetterfestem Sperr holz und zusätzlich mit einer Folie beklebt. Auch eine Abdeckung mit Zink- oder Kupferblech ist möglich. Was bei dieser kleinen und rechtwinkligen Fläche meist weniger kostet als vermutet.

Aber auch diese simple Konstruktion kann man nicht einfach an die Fassade hängen. Kleine Fundamente mit einer eingegossenen Gewindestange (12 mm NiRo) machen es möglich, die Konstruktion im Laufe der Jahre ein wenig nachzujustieren und so ein Verbiegen und Verziehen zu verhindern. Auch dieser Vorschlag ist leicht selbst zu verwirklichen: Profi-Heimwerker wissen wie man’s macht.

Zum Schluss noch ein Hinweis: Jedes Haus hat seine Architektur - das gilt auch für Siedlungshäuser. Anbauten darauf abzustimmen, ist wie das Auswählen von Kleidung. Nicht jede Mode macht schöner!

Vordach
© Schmidt, Joachim
Vordach
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nach oben Dem Stil des Hauses anpassen!

Bauteile und Bausätze, wie sie in Baumärkten in den Re galen stehen, erfüllen ihren Zweck. Auf individuelle Architektur können sie indes nicht eingehen, sondern müssen als billige Serien-Produkte zu möglichst vielen Häusern passen. Wer Ansprüche stellt, sollte das beachten. Auch, das Bausätze zur Selbstmontage meist schnell unansehnlich werden und häufig keine lange Lebensdauer aufweisen.

Ein stilvolles Vordach - wie das Nebenstehende - für ein Haus der 30er Jahre kostet natürlich deutlich mehr als ein simples Schutzdach aus dem Baumarkt. Es vermittelt aber dem Haus dafür mehr Architektur und wird zum Blickfang für Passanten. Dass Eindeckungen mit Zink- oder Kupferblech besonders teuer sind, ist ein Trugschluss. Falzbleche machen ein Dach leicht und begünstigen so auch eine leichte Konstruktion und die Montage an der Fassade. Außerdem sind sie langlebig und verwittern nicht. Sie bekommen sogar eine Patina, die mit allen üblichen Baumaterialien wie Ziegel, Putz, Beton und Holz immer gut harmoniert.

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