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Stein, Dagmar

Erste Gemüse für Feinschmecker


Kopfsalat „Fiorella“
© Stein, Dagmar
Kopfsalat „Fiorella“
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März 2009 Die Tage werden merklich länger, die Sonne scheint zunehmend und wärmt mit ihren Strahlen den in diesem Jahr besonders frostgebeutelten Boden. Für Gemüsegärtner sind das willkommene Nachrichten, denn mit jedem Tag verbessern sich die Bedingungen für die Anzucht der ersten frischen Gemüse im Freien.

Salate, Spinat, Stielmus, Salatrauke, Frühmöhren, Rettiche und Radieschen sind nicht unbe dingt auf viel Wärme angewiesen. Gerade eben über 0 °C reicht aus, um die Keimung in Gang zu setzen. Das Abdecken mit Verfrühungs-Vlies ist ein gutes Hilfsmittel, um Frosteinwirkungen abzuhalten oder zu mildern, die Wärme der einfallen den Sonnenstrahlen zurückzuhalten und das Wachstum der Pflänzchen zu fördern. Dies sind beste Voraussetzungen für schnelle Ernten im Garten.

nach oben Frühe Radieschen

Radieschen brauchen viel Licht und auch mehr Platz, als man vermuten würde. Die Aussaat von schnellen "Kurztagssorten" kann im Gewächshaus bereits ab Januar beginnen, im Freien ab Ende März. Unter Glas empfiehlt sich ein Abstand von 8 x 6 cm, im Gemüsebeet die Aussaat in Reihe. Säen Sie nicht tiefer als 1 cm, sonst ziehen sich die Knollen in die Länge. Außerdem dürfen die Bodentemperaturen nicht höher als 10 bis 12 Grad sein, sonst werden die Blätter zu lang und es bilden sich statt runder Knollen nur Schosser. "French Breakfast" bildet mit feinem Laub dekorative, längliche Knollen, "Cyros" (Sperli) und "Lucia" (Kiepenkerl) sind robust, "Rundes halbrot - halbweiss" und "Eiszapfen/Vitus" sind gut geeignet für die ersten Freilandsätze unter Folie und Vlies.

Stielmus „Holländische Weiße“
© Stein, Dagmar
Stielmus „Holländische Weiße“
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nach oben Stielmus - lecker und schnellwüchsig

Stielmus oder Rübstiel (Brassica campestris var. rapa) ist eine lokale Spezialität, die im Rheinland und in Westfalen weite Verbreitung fand. Man erntet hierbei eher die zarten, jungen Stiele als die Blätter. Gedünstet oder leicht angebraten ergeben sie ein leckeres und feines Gemüse als Beilage oder als Salat. Die Blätter der heute meist verwendeten Sorten "Namenia" und der besonders wüchsigen "Hymenia F1-Hybride" sind besonders mild. Generell gilt, dass in der lichtarmen Jahreszeit Stielmus eher mildwürzig und bei hoher Sonneneinstrahlung im Sommer kräftig und pikant schmeckt.

Stielmus kann im Frühling als eines der ersten Gemüse im Freiland geerntet werden. Aber auch die Herbstkultur ist üblich. Man sät am besten in Reihe im Abstand von 10 bis 15 cm. Bereits nach 5 bis 6 Wochen, wenn die Pflanzen etwa 20 cm hoch sind, schneidet man die Stiele dicht über dem Boden ab. Stielmus ist anspruchslos und gedeiht auf jedem humosen Gartenboden an sonniger oder halbschattiger Stelle oder im Gewächshaus. Ein sandiger, leichter Boden mit hohem Humusoder Kompostanteil bekommt den Pflanzen am besten.

Tomate „Phantasia“
© Stein, Dagmar
Tomate „Phantasia“
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nach oben Tomaten mit Braunfäuletoleranz

haben sich Hobbygärtner schon immer gewünscht. Die schwer zu bekämpfende Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans) wird durch Pflanzenreste vom Vorjahr und durch nahe Kartoffelfelder übertragen. Nur Überbauen mit Plastikfolie hindert sie bislang zuverlässig am Ausbruch. Auch mehrfaches Spritzen mit Fungiziden hält sie im Zaum.

Nicht immer, aber sehr oft, wurden in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht mit toleranten Züchtungen wie der Fleischtomate "Myrto", der runden Stabtomate "Fantasio" (Sperli), der wilden Johannisbeer tomate mit süßen Minifrüchten und mit der starkwüchsigen Baumtomate "de Berao". Erst gegen Ende der Ernte zeigten sie einige Anzeichen von Befall.

Jetzt gibt es (bislang nur als veredelte Pflanzen) eine resistente Generation mit der Stab-Tomate "Philovita" und der süßaromatischen Kirschtomate "Phantasia" (von Kiepenkerl). Auch im letzten Jahr ist es damit gelungen, diese häufige Krankheit in den Griff zu bekommen. Zeigen die Blätter dennoch einige Blattflecken, schneidet man sie einfach ab und kultiviert die Pflanzen weiter.

Möhre „Almaro“
© Stein, Dagmar
Möhre „Almaro“
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nach oben Zuckersüße Möhren ganz früh

Die ersten Möhrchen sind sehr zart und knackig -auf Riesenerträge kommt es dabei nicht an. Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Sie schon dünn verteilt im Freiland oder im Frühbeet säen. Die Samen quellen, kommen in Keimstimmung und mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt der Keimprozess. Noch besser klappt die Verfrühung, wenn Sie die Samen mit feuchtem Sand mischen, in einen Plastikbeutel geben und 2 Tage lang bei Zimmertemperatur vorkeimen lassen. Danach werden sie in flache Rillen (1 bis 2 cm tief) gesät mit 25 bis 30 cm Abstand. Gute frühe Züchtungen sind "Amsterdamer 2/Babylon" (Flora-Frey), "Laguna F1" (Sperli), "Pariser Markt 4" (rund) und "Almaro" (Kiepenkerl).

Minisalatgurke „Lothar“
© Stein, Dagmar
Minisalatgurke „Lothar“
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nach oben Gesunde Gurken

Bei alten Sorten entscheidet eher der Zufall, ob die Pflanzen unter Befall von Gurkenkrätze, Virus, Echtem oder Falschem Mehltau zusammenbrechen oder ob sie überleben. Tun sie das, sind die Früchte häufig bitter und der Ertrag lässt sehr zu wünschen übrig, denn auf viele männliche Blüten kommen nur wenige der weiblichen, die allein die Früchte tragen.

Moderne Züchtungen wie z.B. die Einlegegurken "Amber", "Diamant" oder die Mini-Salatgurke "Silor" setzen dagegen selbst bei Regenwetter bitterfreie und kernlose Früchte an. Gegen Krankheiten sind sie weitgehend immun, die neuesten sogar gegen Echten und Falschen Mehltau. Das gilt auch für Gewächshausgurken wie "Sudica" (Kiepenkerl), "Futura" oder die besonders ertragreichen Minigurken "Lothar" (Sperli) oder "Printo" (Kiepenkerl).

Zucchini „Mastil“
© Stein, Dagmar
Zucchini „Mastil“
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nach oben Tolerante Zucchini

Wer hat nicht schon mal das frühe Absterben der Zucchinipflanzen bedauert? Oft tritt der Echte Mehltau schon im Frühherbst auf, und dann ist es mit der Ernte bald vorbei. Noch schlimmer, wenn die Pflanzen von Viren befallen sind (gelb gestreifte Blätter, verkrüppelte Früchte) und sich erst gar nicht entwickeln. Das ist mit der von Natur aus widerstandsfähigen Züchtung "Mastil" (Kiepenkerl) vorbei. Weil die wüchsigen Pflanzen früh mit dem Ertrag beginnen, verfügen sie über eine erfreulich lange Ernteperiode.

nach oben Züchtungs-Trend

Gesunde und robuste Sorten

Ginge es nach den Pflanzenzüchtern, kämen Profi- und Hobbygärtner schon bald ohne Pflanzenschutzmittel aus. Wie von Zauberhand unangreifbar (resistent) gemacht, wüssten sich unsere Schützlinge von allein gegen Krankheiten und Schädlinge zu wehren. Erfolgversprechende Schritte in diese Richtung sind schon gemacht - die Zahl der von Natur aus robusten und resistenten Sorten bei Salaten, Tomaten, Gurken, Spinat, Möhren, Blumenkohl und vielen mehr steigt Jahr für Jahr.

Von Natur aus widerstandsfähig, so sollten Gemüse sein. Diesem Ziel sind die Pflanzenzüchter ein ganzes Stück näher gekommen. Mit Gentechnik hat das alles nichts zu tun, eher mit viel Fantasie und gründlicher Beobachtung der Natur. Möglichkeiten dazu bietet die Einkreuzung aus überlebenskräftigen Wildpflanzen.

Die Züchter sehen sich zunächst in den Pflanzensammlungen und Instituten nach geeigneten Altsorten oder Wildpflanzen um, an denen nie Mehltau beobachtet wurde, an denen man nie eine Laus fand oder die man bei Pilzinfektionen als widerstandsfähig erkannte. Weitere verbraucherfreundliche Forschungsziele heißen: mehr von wertvollen sekundären Inhaltsstoffen wie Lycopin bei Tomaten und Carotin oder Anthocyan bei Möhren. Ernährungsbewusste profitieren davon, denn sie können von gesünderen Früchten naschen.

Bessere Eigenschaften

Was nach Darwins Lehre ohne Einwirkung des Menschen Jahrtausende dauerte, holt der Züchter mit zahlreichen Tests in Labors und Gewächshäusern im Schnellgang nach. Wer besonders gesunde und dazu noch widerstandsfähige Sorten wählt, vermeidet Probleme wie Pflanzenkrankheiten, Fäulnis und Verderb. Umso größer ist dann der Genuss im Garten. Salate wie der Kopfsalat "Dynamite", "Fiorella" oder der Blattsalat "Bentley", die nicht mehr von Blattläusen befallen werden und Möhren wie "Fly away" oder "Ingot", um die Gemüsefliegen samt ihrem madigen Nachwuchs einen großen Bogen machen, haben sich in den letzten Jahren bereits als großer Erfolg erwiesen. Jetzt wurde auch bei Gurken, Tomaten und Zucchini den Viren- und Pilzkrankheiten auf natürliche Weise der Kampf angesagt.

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