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Frühaussaaten im Gewächshaus und auf der Fensterbank
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Februar 2009 Noch liegen die Beete im Garten brach. An die Aussaat im Freien ist dabei kaum zu denken. Wer jetzt jedoch im Gewächshaus und auf der Fensterbank wärmeliebende und langsamwachsende Gemüse wie Tomaten, Paprika oder Auberginen und schnellwüchsige Salate, Radieschen, Kohlrabi oder Kräuter aussät, kann mit frühen Ernten rechnen.
Gemüsearten aus dem subtropischen oder tropischen Süden lieben eine feuchtwarme Umgebung. Eine günstige Keimtemperatur für Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurkengewächse liegt bei 22 bis 23 Grad. Wenn die Temperatur zu niedrig liegt, vor allem in den Nachtstunden, gibt es leicht Misserfolge. Wichtig für die Anzucht sind daher ein beheiztes Gewächshaus oder die Zimmerwärme der Fensterbank. Mit Hilfe eines Minima-Maxima-Thermometers kann man die richtige Keimtemperatur leicht überprüfen. Ist es zu kalt, hilft eine untergestellte Wärmeplatte, ein isolierendes Holzbrett oder eine Keimbox bei schwierigen Kulturen Kosten sparend über kritische Phasen hinweg.
Schon bald nach dem Aufgang werden die Keimlinge in nährstoffreiche Erde pikiert. Anschließend finden die Töpfchen an einem hellen Ost- oder Westfenster Platz. Die Zeit bis zum Auspflanzen dauert etwa 8 bis 12 Wochen. Schützen Sie die Pflanzenbabys jedoch sicherheitshalber bis Mitte Mai noch vor nächtlicher Kälte im Freien und pflanzen Sie sie erst nach den Eisheiligen ins Beet.
Vitaminspender
Zeitig beginnt auch die Anzucht von Salatpflanzen. Die frühesten Züchtungen sind ab Mitte April im Gewächshaus erntereif. Wichtig ist eine Aussaat bei kühlen Temperaturen um 12 bis 15 Grad; über 18 Grad kann es zu Keimhemmungen kommen. Wird in Schalen gesät, brauchen die feinen Sämlinge sofort nach dem Aufgang einen hellen Platz, damit sie nicht in die Länge schießen. Schöne, feste Köpfe bilden sich nur, wenn die Pflanzen langsam und luftig wachsen. Temperaturen über 15 Grad führen zu lockeren Köpfen und verbrannten Blatträndern. Außerdem sollen Salate immer hoch gepflanzt werden, damit sie nicht faulen. Man zieht sie in Töpfchen an und setzt die Ballen nur leicht eingesenkt im Abstand von 20 x 20 cm in die feuchte, lockere Erde.
Achten Sie beim Saatgutkauf auf Resistenzen und Toleranzen gegen die verschiedenen Salatkrankheiten. Insbesondere Falscher Mehltau ist im Gewächshaus ein Problem, im Freiland sind Verkrüppelungen durch Viren. Resistent gegen Blatt läuse und Mehltau sind Kopfsalat "Dynamite" und "Fiorella", Eissalat "Fortunas" und Kraussalat "Smile".
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„Frisch“ aus dem Ofen
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Kompost in der Mikrowelle
Tests ergaben, dass Samen in Kompost freudig keimen. Zum Pflanzen dient fertig ausgereifter Kompost, d.h. er sollte 2 bis 3 Jahre liegen bleiben. 2 bis 3 mal umgeschaufelt, feinkrümelig und zersetzt, enthält er keine schädlichen Stoffe mehr. Eine hauchdünne Schicht von 2 bis 3mm genügt, um die meisten Pflanzen zu ernähren. Für die Aussaat ist Kompost ideal, allerdings nur, wenn man ihn vorher sterilisiert. Doch das ist nicht schwer: Füllen Sie Ihren Bedarf in eine geschlossene Bratfolie oder in einen Topf und erhitzen Sie alles im Backofen bei 150 Grad 20 bis 30 Minuten lang. Auch die Mikrowelle eignet sich zum Sterilisieren: 15 Minuten lang bei 500 Watt. Nach dem Abkühlen die Erde umgehend verbrauchen.
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Kompost aus der Mikrowelle
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Ernte ohne Heizung
Auch wer energiesparend ohne Heizung im Gewächshaus gärtnert, kann sich früh mit Vitaminen versorgen. Spinatsorten wie "Palco", Stielmus "Hymenia", Winterportulak, Salatrauke, frühe Möhren wie "Almaro" oder "Sugarsnax", Rettich "Rex" und Radieschen "Saxa", "French Breakfast" oder "Cyros" sind nicht unbedingt auf viel Wärme angewiesen. Gerade eben über Null Grad reicht aus, um die Keimung in Gang zu setzen. Sämlinge oder pikierte Jungpflanzen in Kisten, Topfplatten oder Schalen wachsen durch Zusatzlicht noch besser heran. Für die ersten Treibkulturen von Kohlrabi, Kohl und Porree richtet sich der Saattermin nach Sorte und Anbaumethode. Im Gewächshaus können sie ab Februar ausgesät werden, dann haben die Jungpflanzen gerade die richtige Größe, wenn sie ab Ende März ins Freiland gepflanzt werden.
Einige Tipps
Wenigstens zwei Wochen schneller als pikierte Sämlinge sind Aussaaten direkt in Topfplatten oder Töpfchen. Bei Pillensaat plazieren Sie ein Korn pro Topf und decken den Samen nicht zu. Ansonsten sicherheitshalber möglichst 2 bis 3 Samenkörner auslegen, mit Subs trat leicht bedecken und nach dem Aufgang nur die stärks te Pflanze belassen.
Die Erd oberfläche mit hellem Sand abstreuen. Das reflektiert Licht und lässt Grauschimmel keine Chance.
Nach dem Auspflanzen ins Freie unbedingt mit Vlies abdecken. Es bereitet ein ideales Kleinklima, hält Wind ab, Hagel und sogar Läuse, Schnecken und Erdflöhe. Dies setzt aber voraus, dass die Luftdurchlässe dicht genug sind. So kann man im Freiland 3 bis 4 Wochen früher ernten.
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Ideale Krümelstruktur
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Anzuchterden - worauf kommt es an?
Nicht nur Licht, Temperaturen oder die Qualität des Saatguts sind für ein gesundes Wachstum von Jungpflanzen wichtig; auch eine gute, durchlässige Erde trägt viel zum Erfolg der Anzucht bei. Verwenden Sie daher eine Anzuchterde, die den jeweiligen Ansprüchen der Gemüse arten entspricht. Keimende Samen sind nicht nur auf Feuchtigkeit sondern auch auf viel Luft angewiesen. Deshalb ist eine lockere, durchlässige Aussaat- oder Anzuchterde wichtig, die Feuchtigkeit bindet und nur Spuren von Dünger enthält. Auch sollte sie möglichst keimfrei sein, dies beugt den sogenannten "Umfallkrankheiten" der Sämlinge vor. Weil Düngersalze die zarten Wurzeln auslaugen und ein Überschuss an Nährstoffen die Bildung von Ballen eher hemmt als fördert, sind normale Blumenerden für junge Pflanzen nicht geeignet. Auch reiner Torf nicht, der mit seinen Huminsäuren zwar die Wurzelbildung fördert, durch das Fehlen von Kalk aber das weitere Wachstum unterbindet. Verwenden Sie spezielle Anzuchterde, die auch für die Vermehrung über Stecklinge verwendet werden kann.