Wenn Sie von den eigenen Erdbeerpflanzen Ableger gewinnen möchten, dann sollten schon jetzt die Pflanzen mit dem besten Fruchtansatz mit einem Stab markiert werden. Nach der Erntezeit können dann von diesen Pflanzen die stärksten Ableger geschnitten und in Anzuchterde bewurzelt werden. Besonders erfolgreich gelingt die Bewurzelung an Ort und Stelle, wenn die Kindel durch die Ranken weiterhin mit der Mutterpflanze verbunden bleiben. Dazu graben wir kleine, mit Erde gefüllte, Blumentöpfe direkt unter den Ablegern ein und fixieren sie mit einem gebogenen Draht. Nach vier bis sechs Wochen sind die Kindel pflanzfertig.
Erdbeeren aus dem eigenen Garten schmecken besonders gut, weil sie bis zur vollen Reife an der Pflanze verbleiben können. Pflücken Sie die Beeren mit Stiel und vermeiden Sie Druckstellen durch mehrmaliges Anfassen.
Nach einem starken Obstbaumschnitt im Winter bilden sich häufig lange Triebe, so genannte "Wasserschosse", im Kroneninneren. Sie sind überflüssig, weil sie Schatten werfen, das rasche Abtrocknen der Baumkrone behindern und Krankheiten wie Schorf und Blutläuse begünstigen. Bei einer Länge von etwa 30 Zentimetern reißen wir die Wasserschosse bei Kernobst ab. Mit dieser rigorosen Methode entfernen wir auch die schlafenden Augen an der Triebbasis. Steinobst ist empfindlich. Hier entfernen wir die "Wasserschosse" mit einem glatten Schnitt.
An
Spalierobst und
Brombeeren werden die Seitentriebe auf zwei bis drei Blätter gekürzt.
Weinreben heften wir am Rankgerüst an, die Fruchtruten werden auf zwei bis drei Blätter über der letzten Traube pinziert und Triebe ohne Fruchtansatz bis auf ein Blatt entfernt.
Ein
hoher Fruchtansatz an Kernobst mag uns mit Stolz erfüllen, bedeutet aber für den Baum Stress. Die Folge sind kleine, unzureichend ernährte Früchte und eine mangelhafte Blüte im nächsten Jahr. Für die ausreichende Ernährung eines Apfels oder einer Birne sind mindestens 20 Laubblätter erforderlich. Das bedeutet, dass pro Meter Zweig etwa sieben Früchte reifen sollten. Das Ausdünnen des Fruchtbehangs wird vor dem natürlichen Juni-Fruchtfall durchgeführt.
Bei
Pflaumen verbessert ein Fruchtholzschnitt ab Mitte Juni die Fruchtqualität. Es werden die dünnen, hängenden Triebe entfernt und übervolle Fruchtäste ausgedünnt.
Aprikosen wollen jetzt gut versorgt sein. Sie reagieren auf Nährstoff- und Wassermangel im Juni meist mit Ertraglosigkeit im Folgejahr. Dieser Wechsel zwischen ertragreichen und ertraglosen Jahren wird als Alternanz bezeichnet. Gut versorgte Bäume tragen hingegen jedes Jahr etwa gleich gut.
Wurmstichige Äpfel sind das Werk des
Apfelwicklers, einem unscheinbaren Schmetterling. Mit Pheromonfallen können die Männchen auf dem Flug zur Paarung abgefangen werden. Eine erfolgreiche Bekämpfung gelingt mit einem biologischen Spritzmittel, dem Granulos-Virus, das nur dem Apfelwickler gefährlich wird. Die Behandlung erfolgt nach sieben Tagen, nachdem mehr als fünf Apfelwickler innerhalb einer Woche in einer Pheromonfalle gefangen wurden.
Gartenmonat JuniGartenarbeit ist jetzt besonders abwechslungsreich: Blumenbeete und Zierrasen warten auf Pflege, das erste Gemüse ist erntereif, Sommerblumen und Gemüsenachzügler wie Tomate und Co. wollen gepflanzt werden. Wenn wir die Arbeit gut einteilen und sie mit genussvollen Pausen unterbrechen, ist sie ein gesundes, wohltuendes Fitnesstraining in frischer Luft.