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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Schmidt, Joachim

Wann gehen diese Lichter aus?


© surom92 / PIXELIO, www.pixelio.de
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November 2008 Obwohl die dramatisch steigenden Energiekosten schon seit Jahren die Schlagzeilen beherrschen, warten wir anscheinend immer noch auf ein Wunder, das uns von diesem Kostendruck wieder befreit. Das wird jedoch nicht kommen. Wir müssen deshalb lernen, uns neuen Verhältnissen anzupassen.

Die Epoche der billigen Energie geht zu Ende. Wann die Erdöl und Gasquellen letztlich versiegen werden, weiß indes niemand genau. Ein halbes Jahrhundert mögen wir noch Zeit haben, uns auf neue Energien umzustellen.

Und warum sollte das nicht gelingen. Aber wie werden sich die nächsten Jahrzehnte gestalten? Schon lange können wir nicht mehr aus dem Überfluss schöpfen. Doch wir wollten es nicht akzeptieren und haben darauf vertraut, dass die steigenden Kosten durch bessere Technik und sparsamere Heizsysteme auszugleichen sind. Jetzt scheint jedoch das Ende der Fahnenstange erreicht. Wärmedämmung, Solarenergie und Wärmepumpen können zwar den Verbrauch von Heizöl oder Gas mindern, aber die Sanierungen und Umrüstungen kosten so viel Geld, dass unterm Strich nichts gespart wird. Und die staatlichen Förderprogramme laufen aus.

Wer seine Lebensqualität auch für die Zukunft erhalten will, muss das zur Verfügung stehende Geld neu einteilen und neue Prioritäten setzen. Was ist lebensnotwendig, was ist Komfort - oder gar Luxus? Darüber sind sich viele von uns gar nicht im Klaren. Es ist deshalb wichtig, die eigenen Ansprüche zu bewerten.

Wer sein Haus zur Weihnachtszeit zur Schaubude macht, muss sich fragen lassen, ob dieses Darstellungsbedürfnis die Stromkosten rechtfertigt. Das Geld könnte als Spende sicher Besseres leisten.
© uwest / PIXELIO, www.pixelio.de.de
Wer sein Haus zur Weihnachtszeit zur Schaubude macht, muss sich fragen lassen, ob dieses Darstellungsbedürfnis die Stromkosten rechtfertigt. Das Geld könnte als Spende sicher Besseres leisten.
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nach oben 3 bis 4 Grad weniger

Lebensnotwendig ist eine warme Wohnung. Dafür genügen 18 Grad. Mit 20 Grad wohnt man schon komfortabel. Und 22 Grad (die heute übliche Raumtemperatur) sind Luxus. Das hören wir nicht gern und beklagen uns lieber über das Gewinnstreben der Energiekonzerne.

Wenn ein Politiker zu kühlerem Wohnen rät, und dass man häufiger einmal einen Pullover überziehen sollte, wird das als unsozial und unzumutbar empfunden. Dabei ist dies die einfachste und effektivste Methode, Energie zu sparen - und gesund ist sie obendrein.

Fest steht, dass eine Senkung der Raumtemperatur um 3 bis 4 Grad rund 25 Prozent Heizkosten spart, ohne dass wir dafür einen Euro investieren müssen.

nach oben "Betriebsprüfung" vornehmen

Laut Statistik ist das deutsche Einfamilienhaus rund 140 Quadratmeter groß, wird aber im Winter nur zur Hälfte wohnlich beheizt. Jeder Hausbesitzer sollte eine eigene "Betriebsprüfung" vornehmen. Häuser sind nur zukunftssicher, wenn sie auch wirtschaftlich sind. Wohnqualität ist keine Frage von Hausgröße und Architektur. Repräsentation kostet Geld.

Komfort oder Luxus? Das zeigt sich auch beim Warmwasser. Nicht bei der Warmwasserbereitung, sondern vorrangig im Verbrauch. Auf zeitgemäßen Komfort zu verzichten, kann nicht das Ziel sein. Aber mit jedem Liter warmen Wasser fließt auch Geld in die Kanalisation.

nach oben Lebensqualität neu definieren

Als Architekt habe ich erlebt was die Energiekrisen von 1974 bewirkten. Ein vergleichbarer Technologie-Sprung ist heute nicht mehr möglich. Den Energieverbrauch um nur 10 Prozent zu reduzieren, erfordert einen finanziellen Aufwand, der die Einsparungen meist wieder aufzehrt. Wirklich sparen können wir nur noch an unserer Lebensführung und deren Kosten. Große Autos, große Häuser, der Wunsch komfortabel in Urlaub zu fahren, von einigen der uns liebgewordenen Gewohnheiten werden wir uns verabschieden müssen. Komfort ist untrennbar mit Energie verbunden und entsprechend teuer. Jeder muss selbst entscheiden was ihm im Leben wichtig ist und wofür er sein Geld ausgeben will.

http://www.joachim-schmidt-archtxt.de

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