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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Stein, Dagmar

Aufräumen im Gemüsebeet


Filderkraut
© Stein, Dagmar
Filderkraut
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November 2008 Ein abwechslungsreiches Gartenjahr neigt sich dem Ende zu. In den Höhen liegt schon der erste Schnee und im Flachland kämpft sich die Sonne nur mühsam durch dichte Nebelwände. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um Ordnung zu schaffen, zum Aufräumen, für die fällige Bodenbearbeitung und zum Ernten der letzten Gemüse. Bringen wir daher den Rest des Vitaminreichtums in Sicherheit, bevor der Frost zuschlägt.

Wer Schnittlauchballen im Haus treiben möchte, gräbt jetzt die Ballen aus und lässt sie im Schuppen oder an einer anderen trockenen Stelle einziehen. Frost schadet nichts -im Gegenteil: Er stimmt die Pflanzen wieder auf den Frühling ein. Anschließend treiben sie in Töpfen umso williger. Auch Petersilie kann man am Fensterbrett treiben. Die Pflanzen werden mit Ballen ausgegraben und in Töpfe gesetzt.

Spargel zählt zu den Dauerkulturen, die jetzt einige Aufmerksamkeit brauchen. Das meterhohe Laub hat seine Schuldigkeit getan, färbt sich gelb und muss kurz über dem Boden abgeschnitten werden, damit darin keine Schädlinge überwintern. Männliche und weibliche Pflanzen (mit leuchtendroten Samen) sind jetzt deutlich voneinander zu unterscheiden. Wer will, kann die Beete mit Mist oder halbreifem Kompost abdecken. Für eine solche Düngung sind auch die Rhabarberstauden dankbar, damit ihnen im Frühjahr genug Nährstoffe zum Austreiben zur Verfügung stehen. Übrigens: Nun ist die beste Zeit, überalterte Bestände zu teilen. Geben Sie den neuen Pflanzen genug Platz - 150 cm sind ein guter Abstand. Der Boden soll feucht und nährstoffreich sein. Gut vertragen wird ein halbschattiger Standort, zum Beispiel unter hohen Bäumen.

nach oben Gründüngung runterschneiden

Wer auf den leeren Beeten vor einigen Wochen eine Gründüngung wie Bienenfreund (Phacelia), Gelbsenf oder Ölrettich, Lupinen und Tagetes als Bodenkur ausgesät hat, kann das Blattgrün nun herunterschneiden. Raureif und Fröste haben den Wuchs der frostempfindlichen Gründüngungspflanzen meist gestoppt. Lassen Sie die Pflanzenreste jedoch als schützende Mulchschicht liegen. Regenwürmer und andere Bodenlebewesen werden die Masse bis zum Frühjahr weitgehend vertilgen. Was davon nach dem Winter noch übrig geblieben ist, kann im Frühjahr in das Beet eingegraben werden. Die Pflanzenfasern, die im Pflanzenwuchs gebundenen Nährstoffe aus der vorherigen Düngung und die von den Wurzeln gebohrten Öffnungen lockern so den Boden und geben ihm neue Kraft für die nächste Gemüsesaison.

nach oben Kompost zum Mulchen

Mit Mulchen - so nennt man das Bedecken des Bodens mit einer dünnen Schicht organischen Materials oder mit Folien - schützt man den Boden und überwinternde Pflanzen vor übermäßigem Frost. Grundsätzlich eignet sich dafür vieles: halbreifer, noch brockiger Kompost, gehäckseltes Stroh, abgestorbenes Kartoffelllaub, Schreddermaterial aus Gehölzschnitt, Ernterückstände, abgehäckselte Gründüngung, Grasschnitt und - im Beerenobstquartier - auch Säge- oder Hobelspäne. Ungeeignet ist für diesen Zweck im Gemüsegarten die im Gehölzbereich so beliebte Rinde aus dem Wald, weil sie noch viele Harze und manchmal auch Schädlingsbekämpfungsmittel enthält, die den Pflanzenwuchs hemmen. Überdies entziehen die Bodenbakterien beim allmählichen Abbau der Rinde den Pflanzen sehr viel Stickstoff, was sich stark auf Wachstum und Ertrag auswirkt. Wenn schon Rinde, dann sollte es aufgeschlossener, kompostierter Rindenhumus sein oder aufbereitetes Material aus Holzschnitzeln. Wenig empfehlenswert sind auch Küchenabfälle. Sie sehen nicht nur kaum vorzeigbar aus, sondern locken auch Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge an. Auf dem Kompost sind diese Stoffe besser aufgehoben.

Die Mulchschicht sollte den Boden gut bedecken, also 2 bis 5 cm dick sein. Wenn das Jahr vorbei ist, wird sie einfach eingearbeitet und dient dann den Regenwürmern zur Nahrung.

Sind alle geeigneten Reste aus dem Zier- und Nutzgarten aufgeräumt und auf den Kompost verfrachtet, wird dieser mit Steinmehl lagenweise überstreut und mit Erde, Laub oder Stroh abgedeckt. Wenn das Wetter noch gut ist, kann man gleich die Gelegenheit nutzen und eine neue Kompostanlage fürs nächste Jahr anlegen.

Umgraben des Beetes
© Stein, Dagmar
Umgraben des Beetes
Mulchen mit Häcksel...
© Stein, Dagmar
Mulchen mit Häcksel...
... und mit Kartoffellaub
© Stein, Dagmar
... und mit Kartoffellaub


nach oben Gemüse sachgemäß einlagern

Feldsalat, Winterportulak, Salatrauke, Schwarzwurzeln und Pastinaken sind winterharte Gemüse, denen auch tiefe Temperaturen nichts ausmachen. Anders sieht es bei den frostgefährdeten Gemüsen aus. Ein kühler und einigermaßen luftfeuchter Keller ist ideal für die Einlagerung von Gemüse wie Chinakohl, Weißkohl, Rotkohl, Kohlrabi, Zuckerhutsalat, Radicchio, Endivien und Roten oder Gelben Rüben. Geerntetes Gemüse fault leicht. Es versteht sich daher von selbst, dass nur völlig gesunde Blätter und Früchte den Aufwand lohnen. Damit sich keine Fäulnis ausbreitet, schichtet man sie in Kisten mit keimfreiem Sand und lagert diese bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

Porree, Grünkohl, Rosenkohl und Zuckerhutsalat überstehen zwar einen leichten bis mittleren Frost ohne Schaden. Bei starkem Frost und direkter Besonnung entstehen jedoch Temperaturgegensätze, die der Haltbarkeit im Freien schaden können. Besser ist es daher, diese Gemüse samt Wurzeln im Schatten von Gebäuden oder Zäunen windgeschützt einzuschlagen. Auch leer stehende Frühbeete sind dafür gut geeignet.

Gemüse, die im Freien bleiben, wie z.B. Spinat, Feldsalat, Löffelkraut, Winterzwiebeln und Winterportulak erhalten eine Abdeckung aus Vlies, Insektenschutznetz oder Schlitzfolie. Diese Gewebe halten den Wind fern, der für viele Schäden durch Austrocknen verantwortlich ist. Zudem hindern sie Hasen, Rehe und Vögel daran, die erntereifen Gemüse zu beschädigen. Außerdem erleichtern sie die winterliche Ernte, weil die Kulturen sauber bleiben von Falllaub und Schnee. Spinat, der im August gesät wurde, hat bereits eine Ernte hinter sich. Bleibt er nun mit unbeschädigtem Wurzelwerk stehen, wird er überwintern und im zeitigen Frühjahr eine weitere Ernte bringen.

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