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Autor
von Esebeck, Heribert

Fichte und Wacholder


Fichtenzapfen
Fichtenzapfen © von Esebeck, Heribert
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Oktober 2008 Die Nadelgehölze stehen als Symbol des immerwährenden Lebens. Sie nehmen für den Gartengestalter eine bevorzugte Stellung ein, da sich Ihre "Blätter" (Nadeln) und das frischgrüne "Kleid" fast unbemerkt erneuern. Zwei typische Vertreter aus unterschiedlichen Familien der Nadelholzgewächse sind Fichte und Wacholder.

Vor etwa 270 Mio Jahren entwickelten sich die so genannten Nacktsamigen Pflanzen (Gymnospermae), zu denen auch die Nadelgehölze gehören. Bei Nacktsamern sind die Samen nicht in einem Fruchtknoten eingeschlossen.

Man kann geteilter Meinung über Nadelgehölze sein: Die einen lieben sie, anderen sind sie zu trist und eintönig, obgleich sie den Winter über mit Schnee oder Raureif bedeckt oft bezaubernd aussehen. Auch bringen sie Stauden und Blütensträucher zur Geltung, da diese sich vor Fichten oder Kiefern besonders kontrastreich absetzen. Sie schaffen in einem Garten ruhige Schattenpartien, die allzu wüchsige Blütensträucher vermeiden, da diese oft ausreichende Lichtverhältnisse bevorzugen.

nach oben Fichte

Kennzeichen: Fichten sind immergrüne Bäume. Ihre Zapfenschuppen fallen nicht ab - anders als bei der Tanne, bei der die reifen Zapfenschuppen abfallen und die Spindel stehen bleibt.

Zum Namen: Verfolgt man die deutsche Namensgebung wird man feststellen, dass der Baum allgemein als Gemeine Fichte (Picea abies) oder Rottanne bezeichnet wird. Der Name Rottanne ist fälschlicherweise verbreitet, erklärt sich aber durch die rötliche Stammfarbe. In Gebirgs- und Alpengegenden wird sie oft als "Wetter-Tanne" bezeichnet, da sie bis zur Baumgrenze anzutreffen ist. Zwar gehört die Tanne - wie auch die Fichte - zu der Nadelholz-Familie der Kiefern, sie wird aber unter dem Namen Abies geführt. In der Alpenregion stehen vor allem die knorrigen alten Exemplare der Fichte unter Naturschutz.

Arten- und Formenvielfalt: Bei der Fichte bilden sich die Zapfen längs der ausgebreiteten Zweige. Einige Formen, wie die P. abies 'Acrocona' (Zapfen-Fichte), setzen ihre Zapfen jedoch nur an den Zweigspitzen an. Die Zapfenfichte wurde im Jahr 1890 entdeckt. Weitere Formen sind die 'Cincinnata' mit hängenden Zweigen, rotbraun ringförmig gerollt. Schmuckvoll im Gartenbereich ist die Gold-Fichte (P. abies 'Aurea'), die etwa 8 m hoch werden kann und sich bei voller Sonne goldgelb verfärbt. In voller Sonne blasser ist die bodendeckende P. abies 'Procumbens'.

Wacholder im Winterkleid
Wacholder im Winterkleid © von Esebeck, Heribert
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nach oben Wacholder

Kennzeichen: Der Wacholder kann als Strauch oder Baum von bis zu 8 m Höhe auftreten. Es gibt viele Formen des Wacholders. Innerhalb der Nadelgehölze gehört die langsam wachsende Pflanze zur Familie der Zypressengewächse. Die Blüten des Wacholders sind meist zweihäusig (diözisch)! Die Blätter hingegen sind immergrün, nadelförmig, spitz, stechend und in Quirlen angeordnet. In trockenem Zustand duften sie nach Äpfeln. Seine Früchte sind schwarzbraune Beerenzapfen. Besonders im Tiefland der nördlichen Hemisphäre findet man den Wacholder. Weite Verbreitung findet er durch die Wacholderdrossel (Krammetsvögel) und Amseln.

Sogar Bauernsprüche zeugen von der Wertschätzung des Wacholders: "Vor Hollerstaud’n und Kranawitt’n (Wacholder) - Ruck i mei Huat und noag mi bis halbe Mitt’n".

Zum Namen: Durch den zypressenartigen Wuchs des Wacholders wird er auch "Zypresse des Nordens" genannt. In diesem Zusammenhang sei an den bekannten Dichter Hermann Löns (1866-1914) erinnert, dem die Heidelandschaft ans Herz gewachsen war und der (vermutlich) im Tietlinger Wacholderhain seine letzte Ruhe fand. Eine weitere Bezeichnung für den Wacholder ist "Machhandelbaum", auch als Machhandelboom im Märchen bekannt. Und selbstverständlich findet der Wacholder eine vielfältige kulinarische Verwendung: Nicht nur sind die Zapfenbeeren als Gewürz weltbekannt, auch die Zweige des Wacholders finden für das Räuchern von Katenwürsten im Kamin Verwendung. Weiterhin wird die Pflanze schon seit Jahrhunderten als Heilmittel eingesetzt: Auf den flüssigen Einsatz als Genever (Gin) weist bereits das Kräuterbuch von Hieronymus Bock (1577) hin. Genever wurde einst vorbeugend gegen die Pest eingenommen. Die Beeren gelten als verdauungsfördernd.

nach oben Handelsübliche Arten

  • Gemeiner Wacholder (Juniperus communis) mit bläulichschwarzer Frucht.
  • Zwerg-Wacholder (Juniperus var. Alpina), Bodendecker.
  • Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis 'Pfitzeriana’ oder 'Aurea’).

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