Sepember 2008 Die Zeit der großen Wohnbäder und Duschtempel ist vorbei, denn warmes Wasser ist ein teures Luxusgut. Trotzdem bleiben die sanitären Installationen und auch die Gestaltung von Badezimmern wichtige Faktoren für Wohnqualität. Wer über ein neues oder ein zusätzliches Bad nachdenkt, findet hier unkonventionelle Lösungen, die sowohl Platz sparend als auch attraktiv sind.
Wer geschickt plant, dem machen die Dachschrägen im Obergeschoss kaum Probleme. Darunter kann man nämlich gut Sofas, Betten und auch Badewannen platzieren. Speziell für den Einbau von Duschkabinen und Mini-Bädern findet sich im Dachboden immer Platz. Man muss nur Ideen entwickeln und vor allem genau ausmessen. Auch mit den Versorgungsleitungen gibt es bei richtiger Planung kaum Probleme. Sie können fast immer in die Dach-Abseiten verlegt werden.
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Auf engsten Raum: Zwei Waschbecken, Badewanne - dahinter verborgen Dusche und WC (siehe Grundriss rechts). Durch das Dachflächenfenster über der Wanne fühlt man sich nicht beengt. Außerdem sorgt es für eine gute Belüftung.
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Schaumstoff-Formen, in die man Badewannen einbetten kann, Sanitärblöcke, an die das WC-Becken nur noch "angehängt" wird und Spezial-Werkzeuge zum Fliesenschneiden und Verpressen von Rohrverbindungen machen das Arbeiten vergleichsweise einfach und auch eine kostengünstige Selbstmontage möglich.
Viele Heimwerker arbeiten mittlerweile oft sorgfältiger als Fach-Handwerker, denn sie stehen nicht unter Zeitdruck. Aber häufig fehlt es an Ideen und fachlicher Erfahrung. Deshalb schadet es nicht, ein wenig länger zu überlegen. Und es ist immer von Vorteil, einen Fachbetrieb um entsprechende Hilfe zu fragen - auch, wenn es Geld kostet.
Die auf diesen Seiten gezeichneten Beispiele sind, wie immer, keine Baupläne, sondern nur Ideenskizzen. Sie müssen den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Auch ist die Wahl der Materialien Sache des Bauherrn. Die hier dargestellten Wände können gleichermaßen gut in Porenbeton, wie auch im Leichtbau-System ausgeführt werden.
In den Hohlräumen von Leichtbaukonstruktionen lassen sich meist alle Versorgungsleitungen gut verlegen, allerdings müssen entsprechende Verstärkungen eingebaut werden, um Waschbecken aufzuhängen. Und deren Gewicht ist nicht zu unterschätzen! Wer nicht selbst verfliesen kann und will (dem Neuling ist davon abzuraten), der sollte den Fliesenleger gleich in die Planung einbeziehen. Das hässliche "Einflicken" schmaler Endstreifen kann meist vermieden werden, wenn entsprechend der Fliesenmaße geplant wird.
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Raumfläche wird doppelt genutzt.
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Baumärkte, Fachgeschäfte, Bad- und Fliesenstudios bieten eine Riesenauswahl an Produkten fürs Badezimmer. Deshalb gilt: Nicht sofort kaufen, sondern gezielt suchen, vergleichen und auswählen - und vor allem, die Maße notieren, Maßprospekte mitnehmen oder kopieren lassen. Dann lassen sich Wandbreiten auf die Maße der Waschbecken abstimmen und die Öffnungen von Unterschränken den Fertigmaßen von Lamellentüren anpassen.
Auch wenn die Dusche funktioneller und energiesparender ist, eine Badewanne hat unbestritten therapeutische Vorteile. Man sollte sie deshalb im Haus haben. In unserem ersten Beispiel bietet der Hohlraum unter der Wanne auch den notwendigen Platz für die Zu- und Abflussleitungen der beidseitig angeordneten Waschbecken. Wichtig dabei ist die Zugänglichkeit der Installationen. Für die Säuberung von Geruchverschlüssen muss man Fliesen abnehmen können (im Revisions-Rahmen). Gleiches gilt auch für die Spülkästen der WCs. Spröde gewordene Ablaufdichtungen müssen problemlos ausgewechselt werden können.
Nicht selten befinden sich die Abwasser-Fallrohre an einer Stelle des Hauses, die gar nicht für den Einbau eines darüber liegenden Bades geeignet ist. Auch hier sollte man nicht sofort kapitulieren. Lieber ein neues Fallrohr verlegen, als das ganze Bad am falschen Platz installieren.
Auch ans Alter denken
Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, ein neues oder zweites Bad zu installieren. Doch immer erst an die Funktionalität denken - die gute Form findet sich dann schon.
Häufig benutzte Bäder müssen gut sauber zu halten sein. Hier sollte man auch mit dem Platz nicht geizen. Weiterhin macht es einen großen Unterschied, ob das Bad für die Kinder oder die Eltern geplant wird. Kinder sind beweglich und gelenkig. Sie kommen auch mit kleinen Nasszellen gut zurecht.
Erwachsene sind indes schon für einen gut platzierten Handgriff neben der Wanne dankbar und auch für einen rutschfesten Wannenoder Duschwannen-Boden. Mit zunehmendem Alter kann das Ein- und Aussteigen aus der Wanne mühsamer werden - wichtiger wird aber auch das wöchentliche Gesundheitsbad. Bei der Planung für ältere Menschen sollte man sich deshalb speziellen Rat (auch aus dem Internet) holen.
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Alle Baumaße exakt auf die Fliesenformate abstimmen
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Raumfäche wird doppelt genutzt!
Eine außerordentlich Platz sparende, dennoch reizvolle Lösung bietet die Möglichkeit, das Bad direkt ins Schlafzimmer zu integrieren. Es wird von zwei Schiebewänden oder durch Lamellen-Falttüren vom Schlafbereich abgeteilt. Dadurch kommt die Badezeile mit einer Raumtiefe von 80 bis 90 cm aus. Bei geöffneten Türen wird die Fläche vor den Betten als Freiraum vor den Waschbecken mitgenutzt und das Bad bekommt eine unvermutete Großzügigkeit. Dieser Vorschlag bietet sich nicht nur bei großen Schlafzimmern an. Auch bei der Umgestaltung des Wohnbereichs im Dachboden oder beim Einbau eines kompletten Apartments kann die Kombination von "Betten und Bad" helfen, mit wenig Fläche auszukommen.