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Autor
von Soosten, Rolf

Sommergäste in Obstgehölzen


Hier handelt es sich vermutlich um die Gänsedistellaus, die vornehmlich die Schwarze Johannisbeere befällt. Es hat sich ein Marienkäfer eingefunden, der mit seinen Larven ein tüchtiger Vertilger von Blattläusen ist.
Hier handelt es sich vermutlich um die Gänsedistellaus, die vornehmlich die Schwarze Johannisbeere befällt. Es hat sich ein Marienkäfer eingefunden, der mit seinen Larven ein tüchtiger Vertilger von Blattläusen ist. © von Soosten, Rolf
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Sepember 2008 Gemeint sind hier die Blattläuse. Sie erscheinen mit zunehmender Wärme, manchmal schon im zeitigen Frühjahr, haben jedoch in den Sommermonaten ihren Höhepunkt im Auftreten. Mit Ausnahme der Kulturheidelbeere haben alle Obstarten ihre Läuse, einige treten auch auf mehreren Obst arten auf oder auf oft verwendeten Ziergehölzen.

Man denke an die, unseren Obstgehölzen nahe verwandten, Rot- und Weißdornarten, Cotoneaster und den Schlehdorn. Eine andere Sonderheit ist der Wirtswechsel mancher Arten. Obligatorischer Wirtswechsel bedeutet, dass ein Individuum zwangsläufig eine Zeit der Entwicklung auf einer spezifischen anderen Pflanzenart durchlaufen haben muss, um fortpflanzungsfähig zu werden. Dabei sind die Blattläuse nur eine Gruppe unter den zahlreichen pflanzenschädigenden Läusen. Die Zahl der Arten ist beachtlich und lässt sich im Rahmen eines Beitrags kaum ausreichend darstellen. Darum sollen hier einige wichtige und in ihrem Lebensablauf interessante Arten besprochen werden:

nach oben Apfelgraslaus

Die Apfelgraslaus tritt nicht in jedem Jahr in Erscheinung. Vom Knospenschwellen an, sitzen die frisch geschlüpften Tiere an den ersten grünen Teilen. Häufig löschen die Nachtfröste diese erste Welle. Mit dem Erscheinen geflügelter Tiere beginnt der Wirtswechsel zu den Wurzeln von Grasarten. Dort leben sie unterirdisch und kehren zum Herbst an den Apfelbaum zurück, um dort die Eier an die Rinde abzulegen. Der Schaden hält sich in Grenzen. Die Blätter befallener Triebe rollen sich ein, Tiere findet man jedoch nicht.

nach oben Grüne Apfelblattlaus

Anders verhält sich die Grüne Apfelblattlaus. Sie tritt häufiger auf und besiedelt den Baum während des ganzen Jahres. Nahe Verwandte wie Mispel, Weißdorn und Birne sind ebenfalls Wirtspflanzen. Wir finden sie an den Triebspitzen und den Unterseiten der spitzennahen Blätter. Die Blätter rollen sich ein und sind dadurch in ihrer Assimilationsleistung eingeschränkt. Mit dem Nachlassen des Längenwachstums verringert sich die Zahl der Tiere. Sie sind auf die Wasserschosse angewiesen. Von dort aus verbreiten sich die Tiere, die für die Eiablage - kleine schwarze glänzende Eier an den Triebspitzen - zur Überwinterung verantwortlich sind. Die Grüne Apfelblattlaus ist zweifellos eine der bedeutendsten Blattlaus-Arten.

nach oben Rosige Apfelblattlaus

Die Rosige oder Mehlige Apfelblattlaus saugt an wachsenden Trieben, Blättern und jungen Früchten. Die Einstiche verursachen Blattrollen, Triebstauchen und verkrüppelte Früchte, die nicht abfallen. Die Befallsherde können beachtlich groß sein, daher ist dies die wirtschaftlich schädlichste Blattlausart. Nach der Besiedelung der Triebe entstehen mehrere ungeflügelte Generationen. Sie bilden Befallsnester, die häufig von Ameisen besucht werden. Sie machen auf den Befall aufmerksam. Ab Juni entstehen geflügelte Tiere, die auf Wegericharten abwandern, um dort weitere Generationen zu durchleben. Zum Herbst kehren die Tiere an den Apfelbaum zur Eiablage zurück.

nach oben Läuse am Apfelbaum

Apfelblutlaus
Apfelblutlaus © von Soosten, Rolf
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Apfelblutlaus

Nicht zu den typischen Blattläusen zählt die Apfelblutlaus. Sie umgibt ein weißer wachsartiger Flaum, durch den sie von weitem zu erkennen ist. Sie besiedelt zuerst die Ränder von Schnittwunden und Rissen in der Rinde, vernachlässigt man die Bekämpfung im zeitigen Frühjahr, wandern sie bis an die jungen Triebe, auf dünne Äste und sogar Früchte. Durch den Einstich gelangt Speichel in das Rindengewebe. Der Baum reagiert mit verstärkter Zellbildung. Diese Wucherungen werden Blutlauskrebs genannt. Mangelnde Ausreife führt zum Absterben. Im Gegensatz zu anderen Arten überwintern Larven an den Wurzeln, von wo aus sie im Frühjahr wieder mit der Besiedelung beginnen.
Apfelfalten- oder Blattrollenlaus
Apfelfalten- oder Blattrollenlaus © von Soosten, Rolf
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Apfelfalten- oder Blattrollenlaus

Die Apfelfalten- oder Blattrollenlaus hat eher einen lokalen Charakter und tritt dann oft stark auf. Charakteristisch ist das Aufrollen parallel zur Länge des Blattes. Die Blätter färben sich gelblich oder rötlich. Das Blattgewebe verdickt sich gallenartig. Diese Lausart macht nur wenige Generationen und ist im Sommer mit der Entwicklung fertig. Die Eier werden bereits im Juli in Ritzen und Risse der Rinde versteckt.


nach oben Johannisbeerblasenlaus

Die Johnnisbeerblasenlaus verursacht blasenartige Wölbungen, die sich bald rot oder rotbraun färben. Sie kommt hauptsächlich an Roter und Weißer Johannisbeere vor. Das Schadbild tritt bald nach voller Blattentfaltung auf. Die gelblichen Tiere sitzen gedrängt auf der Unterseite. Ende Mai wandern die Tiere auf den Ziest ab und kehren zum Herbst zur Eiablage auf die Johannisbeere zurück. Der wirtschaftliche Schaden ist nicht bedeutend. Diese Art kommt aber in Gegenden mit ungepflegten und überalterten Beständen als Überträger von Viruskrankheiten in Frage.

nach oben Johannisbeerblattlaus

Weniger von Bedeutung ist die Kleine Johannisbeerblattlaus. Auffällig ist das Schadbild: An der Triebspitze kräuseln sich die Blätter und bilden eine Hülle um das Triebende. Die grau-grünen Läuse sitzen dicht gedrängt um Blattachse und Stiel. Sie gelten ebenfalls als Überträger von Viruskrankheiten.

nach oben Kirschenblattlaus

Die Schwarze Kirschenblattlaus lebt vorwiegend auf der Süßkirsche. Aus den überwinterten Eiern schlüpfen mit dem Erscheinen des ersten Blattgrüns die Stammmütter. Sie saugen an den jungen Blättern und lassen dort ihre Kolonien entstehen. Die Blätter kräuseln sich, bei starkem Befall leidet der Zuwachs und Früchte werden wertlos. Im Hochsommer wandern sie auf krautartige Pflanzen (Ehrenpreis, Labkraut und Augentrost) und kehren zum Herbst auf die Gehölze zurück. Die Eier werden in und an der Rinde versteckt.

nach oben Schalottenlaus

Eine weitverbreitete Läuseart an Erdbeeren ist die Schalottenlaus. An vielen Pflanzenarten vorkommend ist sie an der Erdbeere nur während des Austriebes problematisch. Durch das Anstechen der Leitungsbahnen der Blatt- und Blütenstiele kommt es zu deren Stauchung und damit zu Missbildungen bei den Früchten. Diese sitzen dann dicht gedrängt im Inneren des Laubdaches und sind kaum zu ernten. Im Sommer wandert sie auf andere Pflanzen. Sie vermehrt sich ungeschlechtlich und überwintert in der Winterknospe der Erdbeere.

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