Autor
Griegel, Adalbert
Rosenrost
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Zeichnung: Margarete Griegel aus dem Buch "Mein gesunder Ziergarten
Schaderreger und Schadbild
Neben Sternrußtau und Rosenmehltau ist Rosenrost die bedeutendste Rosenkrankheit. Die im Frühjahr auf den alten Trieben aufplatzenden, orangefarbenen bis roten Anschwellungen (2) und die ersten orangefarbenen Sporenlager auf den jungen Trieben (3) werden meistens übersehen. Auf der Blattoberseite werden ab Mai gelbliche bis rötliche, stecknadelkopfgroße Flek ken sichtbar (6). Auf der Blattunterseite bilden sich den Flecken entsprechend gelborange, später rotbraune bis schwarze Pusteln (7). Stark befallene Blätter werden vorzeitig abgestoßen , sodass bei mehr jährigem Befall die Sträucher immer schwächer werden. In extremen Fällen sterben sie nach einigen Jahren ab.
Krankheitsentwicklung
Rosenrost ist nicht wirtswechselnd und deshalb beschränkt sich der ganze Entwicklungszyklus auf die Rosenpflanzen. Der Pilz überwintert in erster Linie in Form von schwarzbraunen Wintersporen auf den abgefallenen Blättern (1). Es ist auch eine Überwinterung in Holztrieben möglich, wodurch sich bei vernachlässigtem Schnitt im Frühjahr immer wieder erneuernde Infektionsherde bilden können (2). Aus diesen alten Infektionsherden und aus den inzwischen neu entstandenen Frühjahrssporenlagern (3) werden die Blätter infiziert, auf deren Blattoberseite sich kurz danach gelbe bis rötliche Flecken bilden (4). Aus den auf der Blattunterseite entstehenden gelben Pusteln werden Millionen von Sommerpilzsporen entlassen (5), die für epidemieartige Infektionen bei empfindlichen Sorten - besonders bei feuchten Wetterverhältnissen - sorgen können. Im Spätsommer ver schwinden die orangefarbenen Pusteln, und stattdessen bilden sich vermehrt dunkelbraune bis schwarze Pusteln mit den Wintersporen (6). Stark befallene Blätter fallen vorzeitig ab (7). Das Überwintern des Pilzes erfolgt über wiegend auf dem Falllaub (8).
Vorbeugung und Bekämpfung
Durch genaues Zusammenkehren und anschließendes Entfernen des Falllaubes noch im Herbst, kann die wichtigste Quelle der Frühjahrsinfektion beseitigt oder zumindest reduziert werden (der blaue Balken). Ein sachgerechter Schnitt der Rosensträucher schaltet Infektionsherde auf den Trieben aus, sorgt für luftige, nach dem Regen schnell abtrocknende Pflanzen. Eine ausgewogene, kalibetonte Vollernährung stärkt die Pflanzen gegen Infektionen. Eine abendliche Befeuchtung der Blätter, z.B. durch ein spät durchgeführtes Wassersprengen, sollte vermieden werden. Bei erfahrungsgemäß Jahr für Jahr stark infizierten Pflanzen sollten, am besten vorbeugend ab Ende April, alle 7 bis 14 Tage (je feuchter das Wetter, desto öfter) mehrere genaue Spritzmaßnahmen durchgeführt werden (der rote Balken). Die "Behandlungsserie" sollte spätestens bei den ersten Befallssymptomen begonnen werden und bei erfahrungsgemäß starkem Infektionsdruck bis Juli erfolgen. Mittel mit gleichzeitiger Rosenmehltau- und Sternrußtauwirkung sollten bevorzugt werden: Fungisan Rosen-Pilzfrei (Neudorff), Compo Ortiva Rosen-Pilzschutz, Rospin Rosen- und Gemüse-Pilzfrei (Spiess-Urania), Bayer Garten Rosen-Pilzschutz M oder Bayer Garten Universal-Pilzfrei M. Regelmäßige Behandlungen mit Pflanzenstärkungsmitteln, wie z.B. Neudo-Vital Rosen-Pilzschutz (Neudorff) oder Pilzfrei Fruton (Spiess- Urania), erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen die Krankheit.
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