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Autor
Ratschinski, Ilja

Das Wandern ist der Pflanzen Lust (Teil 2)


Drüsiges Springkraut
© Ratschinski, Ilja
Drüsiges Springkraut
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August 2008 Für unsere Gesundheit gefährliche Neophyten-Pflanzen, wie das "beifußblättrige Traubenkraut" oder der "Riesen-Bärenklau", machen Schlagzeilen. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich, die von diesen Pflanzen ausgeht?

Während etablierte Neophyten wie Nachtkerze, Duftveilchen oder das entlang von Autobahnen häufig vorkommende schmal blättrige Greiskraut keine Probleme bereiten oder sogar eine Bereicherung der Landschaft darstellen, gibt es weitere Neophyten, die als problematisch eingestuft werden. Hierzu zählen zum Beispiel der Riesen-Bärenklau, der Japanische Staudenknöterich, das Drüsige Spring kraut oder die Kanadische Goldrute.

Der B#{Riesen-Bärenklau} (Heracleum mantegazzianum) ist dieses Jahr zur Giftpflanze des Jahres gekürt worden. Hintergrund der Wahl ist, Aufmerksamkeit für problematische Pflanzen zu erregen und aufzuklären. Früher als Bienenweide empfohlen, wird die eindrucksvolle Erscheinung dieser Pflanze heute vor allem mit ihrer phototoxischen Wirkung in Verbindung gebracht. In Kombination mit Sonnenlicht kann die Berührung der Pflanze zu schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen. Besonders Kinder sind gefährdet und sollten frühzeitig aufgeklärt werden. Der ökologische Schaden durch die Verdrängung anderer Pflanzenarten ist im Vergleich zu anderen Neophyten eher gering.

Der Japan-Knöterich (Fallopia japonica) ist eine sehr schnellwüchsige Pflanze, der man praktisch beim Wachsen zusehen kann (täglicher Zuwachs im Frühsommer 10 bis 30 cm). Ursprünglich als Zier- und Viehfutterpflanze angebaut und von Imkern als frühherbstliche Bienenweide gern gesehen, gilt sie heute als eine Bedrohung für die biologische Vielfalt. Aufgrund seiner konkurrenzlosen Wuchskraft und seinem Ausbreitungsdrang, insbesondere im Bereich von Auen und Bachläufen, kann der Japan-Knöterich einheimische Arten verdrängen.


Auch das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) ist in der Lage, einheimische Arten zu verdrängen. Als Zierpflanze eingeführt, ist sie aber seit etwa 50 Jahren bei uns vollkommen eingebürgert und vor allem in Auenwäldern und Seeufern anzutreffen. Intensiv duftende Drüsen am Blattstiel und ein effektiver Mechanismus zur Verbreitung der Samen begründen den eigentümlichen Namen.

Die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) ist in ganz Europa verbreitet und als Hybride in vielen Gärten als spätblühende, robuste Staude anzutreffen. Im Bereich von Brachflächen oder Bahnstrecken kann sich die Goldrute stark ausbreiten und damit andere einheimische Arten verdrängen. Zu Unrecht stand die Goldrute im Verdacht, Allergien auszulösen. Vielmehr handelt es sich um eine potente, Heilpflanze, die vor allem im Nieren-Blasenbereich Wirkung zeigt.

Etliche weitere Neophyten könnten aufgezählt werden, viele mit, aus menschlicher Sicht, guten Eigenschaften und einige wenige, die Probleme bereiten können. Eines machen die "wandernden Pflanzen" deutlich: die Erde ist kein Museum, wo alles statisch seinen festgelegten Platz hat. Das Ökosystem Erde ist lebendig und im ständigen Wandel.

Ihr Gartenfachberater

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