© von Esebeck, Heribert
Hartriegel
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August 2008 Denken wir an den Herbst, mit seiner oft einmaligen Farbenpracht, wollen wir hier die Ursachen dieser Verfärbungen näher begründen: Zunächst ist es der Abbau des Blattgrüns (Chlorophyll) und weiterer Farbstoffträger die zu dieser Herbstfärbung führen.
Panaschierungsformen
Die Panaschierung kann durch Züchtung entstehen, aber auch zufällige Veränderungen der Erbanlage spielen mit, wie bei vielen vertrauten Zimmerpflanzen. Zu erwähnen sind: Aukuben, Aralien, Kriech- und Kletterformen der Feige. Außerdem sind die weißgestreiften Blätter der Zierananas zu nennen, die für dekorative Pflanzenarrangements Verwendung finden. Auch im Freiland ist die Weißfleckigkeit bei den Gartengehölzen keine Seltenheit. Der Gartengestalter bedient sich gerne der wirkungsvollen und aparten Erscheinungsformen. Sie eignen sich als Kontrast in Wechselwirkung von Gehölzgruppen. Wenn auch hiesige Baumschulen weißbunte Gehölze in ihr Angebot aufnehmen, so ist festzustellen, dass die Nachfrage im Ausland weit höher liegt, wie z.B. in Holland oder Frankreich.
Veränderungen auf dem Blatt
Hier sei auch die Virus-Panaschierung erwähnt. Viren sind durch Bakterien verursachte Abweichungen. Das Vorkommen betrifft vornehmlich die gesamte Blattspreite, selten die Blütenentwicklung.
Die Abart läßt sich auf ungeteilten wie auch auf gefiederten Blättern beobachten, wie beim Holunder (Sambucus nigra 'Albovariegata’). Die chlorophyllfreie Zone kann sich mitunter längs des Blattendes bilden. Selbst an den Fruchtständen lässt sich das Merkmal feststellen. Ein Beispiel ist der Eschen-Ahorn, ein Ahorn mit echenähnlichem Laub, genannt Acer negundo 'Variegatum’. Die Spaltfrüchte sind deutlich panaschiert. Außerdem ist an den Gehölzen eine starke Krümmung der Blattoberseite wahrzunehmen. Sie wird als "Epitonie" bezeichnet. Ein Beispiel ist die heimische Quercus, O. robur cuculata. In einer Form trägt sie löffelartiges Laub.
Die Panaschierung der Blätter zeigt sich mal längs-, mal quergestreift oder auch gänzlich verfärbt.
Panaschierung
Panaschieren bedeutet Weißfleckigkeit der Blätter durch Mangel an Chlorophyll.
Teppichbeete mit weißbunter Zeichnung
Vollkommen fremd ist uns der Begriff Panaschierung nicht, denn bei den Wahlen hat ein jeder davon Kenntnis genommen, indem man sich für verschiedene Kandidaten entscheiden konnte.
Der Ausdruck Panaschierung geht auf das 19. Jh. zurück. Für den Gartengestalter waren es figürlich abstrakte Pflanzenkonzepte, die in Parkanlagen zur Schau gestellt wurden. Bekannt ist für die damalige Zeit der umfangreiche Park des Fürsten Pückler in Bad Muskau. Die Pflanzungen stellten an den Gärtner ein hohes Maß an handwerklichem Können. Ein Beispiel waren die Teppichbeete im Frankfurter Palmengarten um 1872, die sofort nach der Pflanzung einen fast völlig fertigen Eindruck entstehen ließen. Die formenreichen Muster verursachten einen hohen Kostenaufwand. Das Farbenspiel der Grünflächen hinterließ einprägsame Szenarien wie die großen "Blumenparterre" in historischen Gärten im In- und Ausland. Die Vielfalt der Auslese im Sommerflor fand damals bei der Bevölkerung viel Bewunderung. Die Anlage wurde durch Wechselpflanzungen mehrfach geändert. Zu nennen sind der Frühlingsflor, der Nachsommer- und der Herbstflor. Die Eintönigkeit der großräumigen Pflanzung wurde durch das Einbringen höherer panaschierter Pflanzen in Ihrer Wirkung gesteigert. In der gestaffelten Pflanzweise entstanden Höhen und Tiefen, die zur hochsommerlichen Zeit Bewegung in das Gesamtbild brachten. Die höheren Pflanzen waren das Blumenrohr, Canna, die Keulenlilie, Cordyline, und dekorative Zwergpalmen. Es würde zu weit führen, auf die einzelnen Pflanzen einzugehen. Die Pflanzenliste umfasst auch die heute noch gebräuchliche Lobelie, Pantoffelblume und Fuchsschwanz. Einzubeziehen sind noch die Buntblättrigkeit goldgelber Blätter vieler Kulturpflanzen. Meist führen sie die Bezeichnung 'Aureo variegatus’, 'Variegatus’.