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Autor:
Stein, Dagmar

Freie Beete neu bestücken für die Ernte im Herbst


Endivienpflanzen angießen
© Stein, Dagmar
Endivienpflanzen angießen
Juli 2008 Erbsen, Kohlrabi, Radieschen und Eissalat sind gerade abgeerntet und nach den Erdbeeren wird schon wieder Platz frei. Lassen Sie die Beete nicht brachliegen. Nachschub bietet sich in Hülle und Fülle an. Viele leckere Herbstgemüse wachsen jetzt rasch und bringen in ein paar Wochen eine reiche Ernte
.

Im Gemüsegarten ist noch lange nicht Schluss. Wer nicht mit der Aussaat zögert, den erwarten bald leckeres Wurzel- und Blattgemüse und dicke Köpfe von Salaten und Kohl, die bei milden Spätsommertemperaturen in zarter Qualität heranreifen. Graben Sie freie Beete vor der nächsten Gemüse-Anzucht einmal flach um und versehen sie mit einer leichten Düngung (20 g Volldünger/m2 oder schnell wirkender Biodünger). Dann hat der Boden wieder genügend Kraft für einen neuen Schwung an Gemüse. Schnell wachsende Karotten wie die langen ,Laguna' und ,Almaro' oder die runden Pariser Karotten nehmen den Platz ein. Bis Oktober reifen sie noch zu knackigen, süßen Knabbermöhren aus. Oder wie wäre es mit würzigen Riesenrettichen? Imposante 40 cm Länge erreichen die schlanken Rettiche ,Neptun F1'. Im Gegensatz zu den milden Japan-Sorten ist ihr Geschmack würzig. Empfehlenswert sind auch Baby Beets, kleine rote Rüben. Sie sind besonders im jungen Stadium eine echte Delikatesse und bis die schmackhaften Rüben die Erntegröße kleiner Kugeln erreicht haben, vergehen nur wenige Wochen.

Wenig bekannt ist, dass man mit späten Sätzen von Buschbohnen und neuerdings auch mit Sommererbsen (Sorten ,Vitara', ,Delikata' oder ,Zuccola') noch hohe Erträge von sehr guter Qualität in den Herbstmonaten ernten kann. Weil die Pflanzen resistent sind gegen die in der warmen Jahreszeit häufige Mehltaukrankheit, kann man sich an leckeren süßen Zuckerschoten noch bis September-Oktober erfreuen.

Mit pflanzfertigen Setzlingen aus dem Gartencenter gelingt auch bei Brokkoli, Eissalat, Kopfsalat, Endivien, Radicchio, Zuckerhutsalat, Kohlrabi, Winterporee und Knollenfenchel der Anschluss bei Gemüsen, die längere Zeit zum Wachsen brauchen.

nach obenIm Herbst entfällt die Schossergefahr

Vorbei ist jetzt die Blühgefahr bei Langtagspflanzen wie Brokkoli, Chinakohl, Pak Choi, Endiviensalat und Spinat, denn die Natur hat sich aufs Fruchten eingestellt.

Erbsenernte
© Stein, Dagmar
Erbsenernte
Brokkoli gewinnt immer mehr an Beliebtheit, vor allem seit man weiß, dass seine Inhaltsstoffe dem Krebs besonders gut vorbeugen. Sein herzhafter Geschmack, die zarten Knospen und Stiele sind eine Delikatesse, zudem lassen sie sich problemlos auf Vorrat einfrieren. Besser als die Kulturen aus früher Anzucht (sie müssen bei Hitze schnell verwertet werden) eignet sich Brokkoli für spätere Sätze, die erst im Herbst ausreifen. Sorten wie ,Marathon', ,Futura' und ,Green Valiant' bringen schöne große Köpfe in ausgezeichneter Qualität und sind sogar teils widerstandsfähig gegen Mehltau. Ein besonderer Leckerbissen ist violetter Brokkoli (Sorte ,Graffiti'), weil er intensiver schmeckt. Beim Kochen färbt er sich dann grün. Bis Anfang August kann man noch Chinakohl, Pak Choi und Pflücksalat direkt ins Beet säen. Nach dem Aufgang werden sie auf 25 bis 30 cm Abstand vereinzelt. Das bekommt ihren langen, dünnen Pfahlwurzeln besser als das Pflanzen. Immer beliebter werden Zichoriensalate wie der haltbare Endiviensalat und sein naher Verwandter, der aus Belgien und Frankreich stammende Frisee mit großen, dicht gefüllten Köpfen und fein geschlitzten Blättern. Zu den interessantesten Herbstsalaten zählen auch der leuchtend weinrote Radicchio mit seinen ballförmigen festen Köpfen und der tütenförmige Zuckerhutsalat. Sie alle reifen zwischen September und November.

nach obenSchnellwüchsige Sorten wählen

Sägemüse für den Herbst sind auch Spargelerbsen, die bis zu 40 cm langen weißen Japanrettiche, schwarze, weiße, rosa und blaue Herbst- und Winterrettiche, Feldsalat und Mairüben. Bei Feldsalat sind wüchsige und mehltautolerante Sorten wie ,Favor', ,Gala', ,Elan' oder ,Vit' empfehlenswert. Mitte August ist der letzte Termin zur Aussaat von vitaminreichem Spinat zur Ernte im Herbst. Wählen Sie raschwüchsige und mehltauresistente Sorten wie ,Dolphin', ,Sharan' oder ,Lazio'. Ein guter Reihenabstand für Spinat ist 15 bis 20 cm. Wer bis dahin frostbeständige Winterzwiebeln sät wie die gelbe ,Senshyu Yellow Globe', die weiße, milde Salatzwiebel ,White Lisbon' oder die saftige Lauchzwiebel ,Ishikura Long White' kann im Frühjahr 5 bis 6 Wochen zeitiger ernten und im Herbst noch viele würzige Zwiebelschlotten ernten.


Netzabdeckung
© Stein, Dagmar
Netzabdeckung

nach obenKulturtipps für Gemüse

Immer noch sind die Gemüse fliegen gefährlich. Das Überdecken der Beete sofort nach der Aussaat mit Vlies oder Insektenschutz-Netz hindert sie an der Eiablage, das Gemüse bleibt appetitlich und frei von Befall. Gefährdet sind neben den Kreuzblütlern auch Möhren, Petersilie, Schnittlauch und Zwiebeln. Auch die Erdflöhe sind noch aktiv, die in die Keimblätter kreisrunde Löcher fressen. Gegen sie hilft es am besten, wenn die Saatbeete immer reichlich feucht gehalten werden.

Gurken, Zucchini, Melonen, Kürbis, Herkuleskeulen wachsen jetzt so üppig, dass man fast zusehen kann. Sie benötigen entsprechend reichliche Wassergaben und eine Düngung, die den Anforderungen genügt. Organische Dünger werden gerne angenommen und in üppige Erträge umgesetzt. Aber auch wöchentliche Mineraldüngung, am besten dem Gießwasser beigefügt, kann das Aufhellen der Blätter und das Braunwerden und Abstoßen der Früchte (ein sicheres Zeichen für Nährstoffmangel) verhindern.

Tomaten ausgeizen
© Stein, Dagmar
Tomaten ausgeizen
An Tomaten- und Paprikapflanzen bilden sich im Sommer viele Seitentriebe, die es wöchentlich zu entfernen gilt (Ausgeizen). Das steigert den Ertrag an gesunden, großen Früchten. Die Pflanzen erhalten zudem mehr Sonne und sind dadurch weniger von Krankheiten bedroht.

Ob Buschbohnen oder Stangenbohnen, beide lieben es, wenn man ihre Wurzelhälse mit zusätzlicher Erde umgibt. Lockern Sie daher mit einer Hacke den Boden um die Pflanzen und schichten Sie ihn etwa handhoch um die Horste auf. Das erhöht die Standfestigkeit und schützt die mit vielen Hülsen behangenen Pflanzen vor dem Umfallen. Außerdem werden weitere Wurzeln gebildet, was die Pflanzen kräftigt und mit weiteren Nährstoffen versorgt.

Schön weiß soll der Blumenkohl sein, doch ohne Vorkehrungen färben Sonnenstrahlen die heranwachsenden Köpfe gelblich und grau. Bei genügend Schatten bleiben sie weiß. Sobald die Köpfchen faustgroß sind, knickt man deshalb die Randblätter ein, so dass sie ein schützendes, schattiges Blätterdach bilden. Die Qualität der Köpfe wird so verbessert.

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