April 2008 Die ersten Radieschen schmecken immer am besten, vom milden Aroma der Kohlrabis wird noch lange geschwärmt und der früheste Salat ist sowieso an Zartheit und Schmelz nicht mehr zu übertreffen. Damit Sie die Gourmet-Gemüse schon 3 bis 4 Wochen vor der üblichen Zeit genießen können, lohnt sich das Verfrühen unter Lochfolien und Vliesen.
Sie schaffen eine warme, fruchtbare Treibhaus-Atmosphäre, die den keimenden und heranwachsenden Jungpflanzen gut bekommt. Zusätzlich schützt die Abdeckung vor Wind, Schnee- und Graupelschauern, leichten Frösten und auch allerhand Schädlingen.
Lochfolie
Gewöhnliche transparente Baufolie ist zum Verfrühen nicht geeignet, denn schon im Frühjahr können die Temperaturen unter Folie bei Sonnenschein leicht 50°C und mehr erreichen. Das halten die empfindlichen Jungpflanzen nicht aus, sie verkochen. Abhilfe schaffen allerdings Löcher, durch die überschüssige Wärme entweichen kann. Bei etwa 500 Löchern pro Quadratmeter liegt das Optimum. Die Löcher selbst reinzubohren ist jedoch sehr mühsam. Besorgen Sie sich lieber fertige Lochfolie im Gartenfachhandel. Empfehlenswert sind gegen UV-Strahlen stabilisierte Folien aus PVC, die erst nach 2 bis 5 Jahren an Stabilität verlieren. Man erkennt sie an der orange-gelben Farbe.
Luftdurchlässiges Vlies
Eine ähnliche Wirkung erreicht der Gärtner mit Vlies. Vliese sind federleichte luftdurchlässige Gespinste aus Polypropylen, einem Kunststoff, der nur aus Kohlenstoff und Wasser - also giftfrei - hergestellt wird. Weil sich ein Vlies nicht dehnen kann, sollten Sie den Pflanzenzuwachs schon beim Verlegen entsprechend reichlich bemessen. Vliese können ein gutes Kleinklima schaffen. Im Winter halten sie die Pflanzen von Schnee frei und schützen in der Übergangszeit indirekt vor Früh- und Spätfrösten. Gefrierende Tautröpfchen bilden in Frostnächten einen Eispanzer, der sich schützend zwischen die Pflanzen und die weiter abkühlende Luft darüber schiebt. Bis minus 8 Grad C können so überbrückt werden. Luft, Gießwasser und Regen gelangen dabei dennoch kaum gehindert an die Pflanzen. Umgekehrt trocknen die Pflanzen schneller ab, wachsen freudig und gesund heran.
Jetzt im April können Sie unter Folien Salatsorten von Kopf-, Eis-, Schnitt- und Pflücksalaten säen, Kraussalat, Radieschen, Rettiche, Möhren, Mairüben, Puffbohnen, Spinat, Spitzkohl, Weißkraut, Wirsing und schossfeste Kohlrabisorten aussäen.
Nach dem Aufgang vereinzelt man auf den Endabstand und kann sich schon bald an ersten Ernten erfreuen. Auch wärmeliebende Jungpflanzen wie Gurken, Melonen, Kürbisse, Paprika oder Tomaten wachsen unter der Abdeckung bis zum späteren Auspflanzen gut heran.
Schon gleich nach dem Aussäen oder Pflanzen wird die feder leichte Decke der Vliese oder Folien locker über die Beete gebreitet. Damit sie nicht wegfliegen, kann man sie an den Rändern mit Erde, Steinen oder Latten beschweren. Auch Kunststoffhaken, die durch die Folien -ränder in die Erde geschlagen werden, sorgen für einen guten Halt. Weil Folien und Vliese nicht nur luft-, sondern auch wasserdurchlässig sind, kann man wie üblich bequem mit der Brau se gießen oder flüssig düngen.
Der Folienschutz bleibt bis kurz vor der Reife auf den Kulturen und verfrüht dabei den Ernte termin im Frühjahr um wertvolle 3 bis 4 Wochen, weil die einfallenden Sonnen strahlen den Boden und die Luft erwärmen. Erst kurz vor der Ernte nimmt man die Folie an einem regnerischen oder wolken -verhangenen Tag ab, damit sich die verwöhnten Pflanzen keinen Sonnenbrand einfangen.
Ab Mai wird es unter den Folien zu heiß, dann tauscht man sie gegen das etwas grobmaschigere Gemüsefliegen-Netz aus. Es schützt gegen zufliegende Schädlinge und sorgt für herrlich schmackhaftes und appetitliches Gemüse.