© von Esebeck, Heribert
Tulpen-Magnolie
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April 2008 Nachdem sich der vorzeitige Frühlingsflor bereits ein Stelldichein gegeben hat, öffnet die Magnolie, die farbenfreudige Baumart, ihre Blüten.
Die prächtigen Blütenbäume stammen aus den gemäßigten bis subtropischen Klimagebieten. Benannt wurden sie nach dem französischen Botaniker Pierre Magnol (1638). Sie sind zur Blütezeit Schaustücke des Vorfrühlings und gehören zu den Laubbäumen bis auf wenige Immergrüne, die M. grandiflora, die in den USA bis Florida ihre Heimat haben.
Geschichtliches
Bedeutung hatten sie bereits in der Arzneikunde des 1. Jh. In den Kaisergärten Chinas. Auch heute noch findet die Yulan Magnolie, M. denudata, in den chinesischen Gärten hohe Wertschätzung. Sie werden anfangs in Topfkultur zur Veredlung kultiviert. In unseren historischen Anlagen und Grünflächen - öffentlichen wie privaten - erfreut sie inzwischen immer häufiger unser Auge. Blüte im April/Mai, duftend mit creme-weißen Blütenschalen. In ihrem Kulturland wurde sie sehr verehrt, zur Zeit der Tang-Dynastie (118-906).
Magnolienblüten wurden auf Porzellan gemalt, auf Wandteppichen und anderen Gebrauchsgegenständen abgebildet, denn sie sind ein Symbol für Reinheit und Unberührtheit.
Parkbäume - öffentliches Grün - Eigenheimsiedlungen
Magnolien bieten durch ihre unterschiedliche Wuchshöhe eine vielseitige Verwendung. Die Wüchsigkeit differiert zwischen 5 und 12 m Höhe. Ihre Schönheit beglückt den Besitzer auch auf mehr oder weniger begrenzten Grundstücken durch farbliche Abwechslung. Magnolien sorgen oft durch eine zweite Nachblüte für einen nochmaligen Flor. Ihr imposanter Fruchtzapfenschmuck bewirkt eine fast tropische Atmosphäre.
Seit ihrem Auftreten vor 100 Millionen Jahren zeigen sie sich kaum verändert. In der Blütenanatomie (Zergliederung) spricht man von einer in der Entwicklung "primitiven" Blüte. Auch Schirmmagnolien genannt, zeigen sie in der Gestalt eine breitbuschige Form und reichen Blütenansatz.
© von Esebeck, Heribert
Fruchtstand der Magnolie
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Weitere Verbreitungsgebiete
Im 9. Jh. wurden die Magnolien in Japan eingeführt und fanden dort allgemeine Verbreitung und Bewunderung. In Japan ist es der Waldbaum, M. kobus, die Kobushi-Magnolie, bei uns ein mittelhoher Laubbaum. Blüte April/Mai. Knospen wollig behaart (Knospenschutz).
Gleichfalls sehr zu empfehlen ist die Stern-Magnolie, M. stellata (stella = Stern), sternartige Blüten weiß. Reizvoll ist auch 'Rubra’, Blüten purpurrosa. Ebenso hübsch die M. 'Susan’, dichtbuschig, bis 4 m hoch, violettrot. Für eine "Frühlingsecke" sind Begleitpflanzen wünschenswert, wie Erica, Kriechwacholder oder Primeln.
Gelegentlich werden die Magnolien nach ästhetischem Ermessen auch "Baumorchideen" genannt, was jedoch leicht überbewertet klingt. Die Orchideen gehören mit zu den größten Pflanzenfamilien. Ihre Zahl bewegt sich zwischen 20 und 25 Tausend wild wachsenden Arten. Die Blütezeit der angeführten Magnolien fällt in die ersten Frühlingsmonate. Eine weitere Gruppe ist die der Sommer-Magnolien, M. sieboldii. Sie überraschen uns im Juni/Juli - für Magnolien eine untypische Blütezeit - mit weißen, duftenden Blüten. In den Wuchseigenschaften schwach erreichen sie in ihrer Heimat Kreta oder Japan eine Höhe von 7 Metern. In unserem Klima wesentlich kleiner eignen sie sich deshalb für kleinere Flächen, wie zum Beispiel Vorgärten in halbschattiger Lage, was ein wesentlicher Faktor ist. Vorraussetzung sind lehmighumose Böden, geschützte Platzauswahl. Die kleine, relativ einfache Blütenform unterstreicht ihre Ursprünglichkeit. Ebenso die gelbliche Herbstfärbung.
Weitere Notizen
Bei der Durchsicht der alljährlichen Kataloge wird dem aufmerksamen Gartenfreund M. x soulangiana aufgefallen sein, die durch Schönheit und Frosthärte besticht. Wegen ihrer tulpenähnlichen Blüten wird sie auch Tulpen-Magnolie genannt. Sie entstand zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts durch eine Kreuzung von M. denudata x Mund M. liliiflora. Die Blüte ist überreich mit lilarosa gefärbten Blütenblättern besetzt. In Solitärstellung rückt sie mit ihren Konturen besonders stattlich ins Blickfeld und übt gleichzeitig auf die Umgebung eine optische Anziehungskraft aus.