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Autor
von Esebeck, Heribert

Pflanzliche Lebenskünstler im Ökosystem


Blutblume, Scadoxus multiflorus
Blutblume, Scadoxus multiflorus © von Esebeck, Heribert
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März 2008 Ohne Sonnenenergie kein Leben, ohne Wasser kein Pflanzenleben. Voraussetzung für ein gesundes Wachstum ist zudem ein nährstoffreicher Boden zur Aufnahme der erforderlichen Nährstoffe. Lebenskünstler begegnen einem im Alltag nicht selten, aber auch im Pflanzenreich gibt es solche, die sich durch sparsame Lebensweise von anderen unterscheiden.

Welche Pflanzen sind gemeint? Meist sind es solche mit Dauerfreuden, die im Sprachgebrauch auf bestimmte Eigenschaften hinweisen, wie Fetthenne "Sedum", Dachwurz (sempervirens = immerlebend), Brutblatt, Elefantenohr, Geldbäumchen, Christusdorn, lebende Steine (Lithops) u.a.m.

Vorkommen - Eigenschaften

Vornehmlich auf trockenen, nährstoffarmen Böden, Wüsten, extremen Trockengebieten. Abweichend zu den meisten Krautpflanzen haben sie eine dicke Oberhaut, die in der Lage ist, Flüssigkeiten zu speichern. Sie werden als Sukkulente = succulentus = saftig, fleischig bezeichnet.

Auswahl der Lebenskünstler

Zu den Gewächsen der Anspruchslosigkeit gehört die große Zahl der Kakteen, die in Mexiko, Kalifornien ausgedehnte Areale des Kontinents einnehmen. Ein Symbol für die stacheligen Gesellen ist der Sonora-Kaktus, Cereus, aus der gleichnamigen Sonora-Wüste. Baumartig, bis zu 12 m Höhe, kann er nach starken Regengüssen bis zu 700 Litern Wasser aufnehmen. Weiterhin ist zu nennen die Opuntie, die in Zimmerkultur gehalten wird.

Arten

Mit zu den hauptsächlichsten Vertretern gehört die bekannte Fetthenne "Sedum", der Dach- oder Hauswurz "Sempervivum", der Steinbrech "Saxifraga", ein anspruchsloses, reichblühendes Kleinod in vielen Arten und Varianten. Der Name weist auf große Widerstandsfähigkeit hin: Saxum = Fels, frango = brechen. Die Pflanzen leben auf Schotter und brechen sich mit ihren zarten Wurzeln durch die Bodenschichten. Bekannt ist auch der Mauerpfeffer, Sedum acre, der, wie der Name aussagt, auf steinigen Orten sein Dasein fristet. Beliebt als Zimmerpflanze und sogar als S. reflexum der Tripmadam, der als Salat genießbar ist.

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Blutblume, Haemanthus albiflos
Blutblume, Haemanthus albiflos © Opitz, Wolfgang
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Das Brutblatt, Bryophyllum

Goethe (1749-1832), als Dichterfürst in aller Munde, war ein leidenschaftlicher Naturforscher. Bedeutsam sein Werk "Metamorphose" (1790). Es betrifft die Veränderung der Pflanzen- und Tierwelt, u.a. Raupe zur Puppe zum Schmetterling. Das Brutblatt, auch "Schwiegermutterpflanze" genannt, ist ein unkompliziertes Gewächs. B. pinnatum hat die Eigenschaft, am grünen Blatt lebende Jungpflanzen zu entwickeln. Zitat 1826: "Wenn Du’s gut mit mir meinst, blüht sie Dir wohl dereinst".

Blutblume, Haemanthus albiflos

Unter dem volkstümlichen Namen "Schweinsohr" verbirgt sie sich seit Generationen. Sie schmückte die Wohnzimmer seit Urgroßmutters Zeiten. Sie hat dicke, fleischige Blätter (Ohren) und trotz leichter Pflege lässt sie sich viel gefallen. Im Winter wenig gießen, geringe Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit. Mit ihr verwandt ist die südafrikanische Blutblume, Scadoxus multiflorus, eine ansprechende Schmuckpflanze.

Vegetation der alpinen Pflanzen

Unterschieden werden Tal- und Gebirgspflanzen, Letztgenannte zeichnet ein weitreichendes Feinwurzelsystem aus, abweichend von den Pflanzen des Flachlands. Die Gruppe der Lebenskünstler gliedert sich nach den jeweiligen Höhenstufen. Höhenlagen 1.900 bis 2.900 m sowie die mittleren Gebirgshöhenlagen bis in das Polargebiet. Alpine Pflanzen haben sich auf die unterschiedlichen Kälte- und Wärmeeinflüsse eingestellt und sind auf den Silikat- und Kalkböden anzutreffen. Erwähnenswert sind:

Gletscher-Nelke, Primula glacialis


Während die langstielige Edelnelke als Schnittblume des Handels gilt, lebt die alpine Art wie der Name sagt. Sie verträgt hohe Kältegrade. Die Polsterstaude wächst an steinigen Orten und hat sich rasenbildend angesiedelt. Blüte purpur/rosa im Juli/August, Höhe niedrig, kaum 5 cm, auf Silikatgestein.

Dolomiten-Fingerkraut, Potentilla nitida


Es wächst in höheren Felspartien und steigt bis 3.160 m hoch. Das zierliche Pflänzchen sitzt auf schroffen Felswänden. Farbe tiefes Rosa. Eine große Freude herrscht, wenn man es nach langem Anstieg entdeckt.

Klebrige Primel, Primula glutinosa


Auch Roß-Speik genannt, ist es eine gelegentlich auftretende Art. Der deutsche Name weist auf die Eigenart hin. Blüten im Juli, duftend, Blätter punktiert, auf tonigem Untergrund.

Grauer Alpendost, Adenostylis alliariae


Blüten purpurfarben/violett, geschützt, von 0,50 bis 1,20 m hoch, vor dem Felsmassiv hebt sie sich deutlich aus dem Umfeld ab, besonders im Sonnenlicht.

Die hochalpinen Stauden überleben auf unterschiedlichen Gesteinsarten, sind Garanten der Anspruchslosigkeit und daher wahre "Lebenskünstler".

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