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Autor
Breidbach, Martin

Bodenbearbeitung und Düngung 1


© Breidbach, Martin
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Februar 2008 Die Zeit der Winterruhe haben viele genutzt und sich schon einmal gedanklich mit dem kommenden Gartenjahr auseinandergesetzt: Wo kann ich ein neues Beet anlegen, wie werde ich dieses Jahr meine Bäume und Sträucher schneiden oder welche Pflanzen werde ich neben dem Bewährten im Nutzgarten ausprobieren?

Doch so langsam nähert sich das Frühjahr und damit auch die Zeit, in der wieder aktiv im Garten gearbeitet werden kann. Und dabei stellt sich gerade bei der Vorbereitung des Gemüsebeetes die jährliche Frage, wie der Boden bearbeitet werden soll. Ein guter Gartenboden besteht aus Luft, Wasser und Bodenteilchen im Verhältnis 25:25:50. Er ist nährstoffreich, locker und die Bodenlebewesen erhalten seine Krümelstruktur. Dies ist wichtig, damit er bepflanzt werden kann und damit ihn die Pflanzen besser durchwurzeln können. Diese Bodengare kann - auch in Abhängigkeit von der geplanten Bepflanzung - durch verschiedene Maßnahmen verbessert werden.

Das konventionelle Verfahren ist das Wenden des Bodens. Eine alte Bauernweisheit sagt: "Frost ist der beste Pflug". In diesem Satz ist die Erfahrung zusammengefasst, dass bei schweren Böden grobe Erdschollen durch die sich bei Frost bildenden Eiskristalle auseinander fallen und der Boden feinkrümelig und durchlässig wird. Ein solcher Boden kann im Frühjahr besser abtrocknen und sich schneller erwärmen. Zudem können beim Wenden Dünger, Ernterückstände und sonstiger Bewuchs tief in den Boden eingebracht werden.

In der Landwirtschaft ist das typische Gerät der Pflug, im Hausgarten wird diese Arbeit mit dem Spaten oder der Grabegabel durchgeführt. Deren Vorteil darin besteht, leichter in den Boden eindringen zu können und vorhandene Bodenlebewesen, u. a. den Regenwurm, nicht so stark zu schädigen. Denn darin liegt der Hauptnachteil dieser Bodenbearbeitung. Das Unterste wird nach oben befördert und umgekehrt. Organismen, die Licht und Sauerstoff benötigen, wandern tief in den Boden, während diejenigen, die mit wenig Licht und Sauerstoff auskommen, ans Tageslicht befördert werden. Zudem werden die Bodenstruktur und die obere Bodenschicht mächtig durcheinandergewirbelt. Regenwürmer werden durchtrennt, wobei es ein irrige Vorstellung ist, beide Hälften eines in der Mitte getrennten Regenwurmes würden sich wieder zu je einem lebensfähigen Exemplar entwickeln. Tatsache fein krüist, dass nur das Vorderende mit den lebenswichtigen Organen (Hirn, Herz, Magen, u. a.) weiterlebt, sofern hinter dem Gürtel noch genügend Segmente einen funktionsfähigen Darm gewährleisten und keine Wundinfektion eintritt. Das abgetrennte Hinterende stirbt in jedem Falle nach kurzer Zeit ab.

Schonender im Umgang mit dem Boden ist die nichtwendende bzw. konservierende Bodenbearbeitung. Während in der Landwirtschaft der Grubber eingesetzt wird, ist im Hausgarten der Sauzahn das Bearbeitungsgerät schlechthin für dieses Verfahren. Er wird kreuz und quer durch den Boden gezogen und lockert dadurch den Boden "in sich" auf. Durch die weitgehende Erhaltung der oberen Bodenschicht und der Bodenfauna wird die Bodenfruchtbarkeit erhöht. Ähnlich kann der Vierzahn, auch Krail genannt, eingesetzt werden, die Bearbeitungstiefe ist allerdings geringer. Dieses Verfahren funktioniert aber weniger gut bei schweren Böden. Die besten Helfer in der Bodenbearbeitung sitzen aber im Boden selbst. An erster Stelle steht dabei der Regenwurm. Neben der schonenden Bodenbearbeitung ist es besonders wichtig, seine Nahrungsgrundlage in Form von organischem Material ausreichend sicherzustellen. Dies kann mittels organischer Düngung (Mist, Kompost) und konsequenter Bodenbedeckung (Mulchen) erreicht werden. Er wird es ihnen mit einem funktionierenden Regenabflussystem, stabilen Bodenkrümeln und einer gut durchlüfteten Erde danken.

Ihr Bundesgartenfachberater

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