© von Esebeck, Heribert
Kurzkronige Narzisse
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Januar 2008 In unseren Breiten verläuft das Gartenjahr nach den vier Jahreszeiten. Voller Sehnsucht erwartet der Gartenbesitzer die erste Blütenüberraschung, um sich aus nächster Nähe an ihnen zu erfreuen. Obwohl wir uns noch mitten im Winter befinden, sei ein Blick voraus erlaubt!
Von klimatischen Ausnahmen abgesehen sind es die Blütenkätzchen der Haselnuss und der Weiden, die mit ihren stäubenden Kätzchen den Vorfrühling ankündigen. Doch wer sich eingehender mit dem rhythmischen Ablauf auseinandersetzt, wird festgestellt haben, dass es zuerst die unzähligen Erdbewohner (die Geophyten) sind, die sich als die Vorboten des Frühlings fühlen.
Frühzeitige Blüher
Im Pflanzenreich werden Zwiebel- und Knollengewächse unterschieden. Eine Zwiebel setzt sich aus mehreren Zwiebelschalen zusammen, während die Knolle eine verdichtete Wurzel darstellt. Typische Zwiebelgewächse sind: Tulpen, Schneeglöckchen, Blumenlauch (Allium); Knollen dagegen sind: Krokus, Dahlie, Gladiolen, Winterling (Eranthis). Beide Wurzelgebilde sind letztlich Speicherorgane. Vorwiegend handelt es sich um Wüsten- und Steppenbewohner, die längere Trockenzeiten mühelos überstehen können.
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Tazetten-Narzissen
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Offerte der Beobachtung
Empfehlenswert ist ein Spaziergang durch den Frühlingsblumenwald, um sich von den diversen Einjahresblühern, Stauden und Blütensträuchern unserer Heimat zu überzeugen. Der reine Buchenwald zum Beispiel mit den silbergrauen Stämmen der Rotbuche (Fagus) erinnern an das Urbild eines gotischen Doms. Ebenso einnehmend ist der Anblick eines geschlossenen Eichen-Hainbuchen-Mischwaldes, wo die beiden Baumarten eine Lebensgemeinschaft bilden (Symbiose) mit Wechselbeziehung untereinander. Auch in dieser Pflanzengemeinschaft sind es die Baumvertreter, die ursprünglich und bodenständig ins Blickfeld rücken. Frühlingsbejahend ist auch die bunte Farbpalette des Unterwuchses, der Krautschicht, mit ihrer artenreichen Vegetation, wie Schneeglöckchen, Märzbecher, den bunten Primeln, dem Blaustern (Scilla) u.a.
Außer den aufgeführten Wildschätzen, die durch ihr zeitiges Farbenspiel die Frühlingsidylle ausmachen, hat sich der Pflanzenkultivateur jener Pflanzen vornehmlich angenommen, die durch künstliche Wärme schneller ihre Schönheit offenbaren. Mithin sind es Hallen-Gartenschauen der öffentlichen Hand, die Gelegenheit bieten, Frühlingsblumen vorzustellen und dem Gartenfreund etwas Neues bieten. Gesteigert werden die Frühlings-Ausstellungen in der Gesamtwirkung durch bewährte Gartenzierpflanzen, Exponate, die im Garten ebenfalls von sich reden machen, wie Kaiserkronen (Fritillarien), Schwertlilien (Iris), Botanische Tulpen mit ihren Cultivars. Dargestellt werden sie in Form von Frühlingsstafetten in bunten Farben vob Traubenhyazinthen (Muscari), Krokus.
Recherche - Gartenliteratur
In alten Kräuterbüchern um 1565 findet man nicht selten die Bezeichnung "doppelte Blüte", kenntlich gemacht unter dem Namen "Plena", "flos plenus" u.a., während die einfache, ungefüllte Blüte die natürliche Form darstellt.
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Tulpen
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Entstehung einer gefüllten Blüte
Die ungewöhnliche Blüte entsteht durch Umwandlung der Staubgefäße in Blütenblätter. Deutlich lässt sich dieser Vorgang an halbgefüllten Dahlienblüten wahrnehmen. Veränderungen lassen sich auch durch bewusste Kreuzungen erreichen; mitunter sind es Zufallserscheinungen, die anomale Blüten entstehen lassen. Dieser Aufgabe haben sich die Pflanzenzüchter angenommen. Obgleich die Züchtung viele Erfolge bei Rosen, Dahlien und vielen anderen Gattungen zu verzeichnen hat, hat nach eigenen Erfahrungen die schlichte und natürliche Blütenform das Wohlwollen in der Bevölkerung, da eine gefüllte Blütenform oft plump und unförmig wirkt.
Frühling daheim - im Familienkreis
Wem es zur Frühlingszeit nicht mehr vergönnt ist, die charakteristischen Frühjahrsboten an Ort und Stelle in Augenschein zu nehmen, kann sich trotzdem an der Blütenvielfalt vertrauter Zimmerpflanzen erfreuen. Mit der täglichen Pflege und durch das Beobachten des Wachstums entsteht eine persönliche Verbindung mit der Pflanze, wird gleichsam ein Vertrauensverhältnis geschaffen. Für die Zimmerkultur ist stets der allgemein beliebte Ritterstern (Hippeastrum), auch Amaryllis, zu empfehlen, der durch seine Farbigkeit und Eleganz der Riesenblüte Freude ins Heim bringt. Die Pflege ist einfach. Ein Fehler wird leider of beim Gießen gemacht. Nach dem Eintopfen ist sofort stark zu wässern. Gießt man ab dieser Zeit ständig, wird der Blattaustrieb stark gefördert, was zu Lasten des Blütenschafts mit der Knospe geht. Nach der Blüte die Zwiebel einziehen lassen, nur gelegentlich wässern. Im nächsten Jahr lässt sich die Amaryllis zum Treiben im Oktober ansetzen. Die Blüte erscheint dann mit Gewissheit zum Weihnachtsfest. Zimmerwärme 15 bis 20° C. Mitunter kommen auch zwei Blütenschäfte. Je größer die Zwiebel, umso sicherer ist die Blütenpracht. Blütenfarben vom zarten Rosa bis zu feurigem Rot. Weitere bewährte Zimmerpflanzen: Strauch-Eibisch (Hibiscus rosa sinensis), Klivie, Fliederprimel, Fuchsien.
Liste bekannter gefüllt blühender Pflanzen
| Leberblümchen | Hepatica nobilis | "Rubra Plena" |
| Ranunkelstrauch | Kerria japonica | "Plenifolia" |
| Schöllkraut | Chelidonium majus | "Flore Pleno" |
| Sonnenblume | Helianthus annuus | "Nanus Pleno" |
| Sonnenhut | Rudbeckia laciniata | "Plena" |
| Spierstrauch | Spiraea prunifolia | "Plena" |