November 2007 Die Haltung von exotischen Haustieren (Schlangen, Echsen, Frösche u.a.) wird immer beliebter. Die Zahl der Terrarienhalter belief sich im Jahr 2005 (lt. Industrieverband Heimtierbedarf e.V.) auf mehr als 400.000 in Deutschland. Es sind nicht nur junge Menschen die begeisterte "Terrarianer" sind sondern sie ist eine der wenigen Passionen, die Jung und Alt vereinen.
Aufgrund des großen Interesses werden immer mehr Foren und Vereine ins Leben gerufen. Darauf reagiert natürlich auch der Fachhandel mit einem großen Angebot zu günstigen Preisen.
Die Terrarienhaltung trägt zum Arten- und Umweltschutz bei, da das Interesse zum Schutz des natürlichen Lebensraumes der Tiere angeregt wird. Der künstliche Lebensraum (Terrarium) bietet oft bedeutend bessere Lebensbedingungen als die Natur. Grund dieser Annahme ist die längere Lebensdauer des Tieres, welches im Terrarium lebt. Dass Nachzuchten gegenüber Wildfängen bevorzugt werden geschieht zum Wohle und zum Schutz der Tiere. Vor der Anschaffung eines solchen Haustieres gilt es, einige Fragen zu klären:
Welche Tierart kommt infrage?
Für Anfänger besonders geeignet sind beispielsweise Leopardgeckos, Bartagamen, Kornnatter, Korallenfinger- und Laubfrösche.
Wie groß muss ein Terrarium für eine artgerechte Haltung sein?
Die Größe und der Bewegungsdrang des Tieres sind ausschlaggebend für die Maße des Terrariums.
Welche Lebensbedingungen benötigt die jeweilige Tierart?
Zu empfehlen sind zwei Materialien: Für tropische Lebensräume sind Vollglasterrarien besonders geeignet, da durch die hohe Luftfeuchtigkeit die Schimmelbildung minimiert werden kann.
Für wüsten- und wüstenähnliche Vegetation sind Holzterrarien wegen der besseren Wärmedämmung zu bevorzugen. Außerdem hilft diese den Stromverbrauch zu reduzieren.
Wo kann man das Tier beziehen?
Die meisten Tiere werden durch den Fachhandel vertrieben. Weiterhin bieten auch viele Züchter ihre Nachzuchten an. Ein sehr beliebtes Mittel der Beschaffung sind Terrarienbörsen (z.B. Reptilica-Börse in Fürth). Die verschiedenen Beschaffungsquellen haben jedoch ihre Vor- und Nachteile:
- Der Fachhandel bietet ganzjährig Hilfe und Fachberatung an. Das ist mit Kosten verbunden.
- Der Züchter bietet meist günstigere Nachzuchten an, leider nur je nach Brutsaison.
- Die große Auswahl auf kleinem Raum macht Handelsgeschäfte auf Börsen möglich. Jedoch können mangelnde Fachberatung und schlechte Erreichbarkeit des Verkäufers von Nachteil sein.
Vor der Anschaffung des Tieres zu berücksichtigen sind dabei folgende finanzielle Aufwendungen: Anschaffungskosten des Terrariums, Dekorationsmaterial (entsprechend der Vegetation), Futter- und Wassernäpfe, Beleuchtungsmittel, Technik und Nahrung. Bevor eine Entscheidung getroffen werden kann, sollte daher eine Beratung in Anspruch genommen werden.
Was ist beim Futter zu beachten?
Unterschiedliche Tiere benötigen unterschiedliches Futter! Manche Tierarten brauchen für die artgerechte Haltung lebende Futtertiere (Insekten, Nager usw.). Vor der Anschaffung sollte solch ein Umgang mit Futtertieren eingeräumt werden können.
Kann das Terrarium an jedem beliebigen Ort aufgestellt werden?
Die Standortwahl des Terrariums ist für das Wohlbefinden des Tieres ein wichtiger Faktor. Stressempfindliche Tiere sollten auf Dauer nicht audiovisuellen Reizüberflutungen ausgesetzt werden. Dies können sein: Fernsehgeräte, Stereoanlage, aber auch Katzen, zu nervöse Beobachter und manches mehr.