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Autor
Schmidt, Joachim

Wo die Sonne mitheizt


Je dunkler das Rot eines Bereichs, desto weniger kalt ist die
© Deutscher Wetterdienst
Je dunkler das Rot eines Bereichs, desto weniger kalt ist die Region. Grüne Bereiche mit überdurchschnittlich geringen Temperaturen finden sich nur am Alpenrand. In München muss man theoretisch 7,7 \% mehr heizen als in Hamburg.
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November 2007 Wer sparsam heizen will, sollte auch ein wenig vom Wetter verstehen. Das Klima in Deutschland ist durchaus nicht überall gleich und die abendlichen Wetterberichte im Fernsehen werden oft recht simpel kommentiert. Schaffen Sie sich selbst einen Überblick und entdecken Sie Ihre Klimazone in diesen Karten.

Spötter behaupten, dass viele Leute das Thermometer nur dazu haben, um zu wissen wann sie frieren. Auch das Gefühl fürs Wetter ist der heutigen Generation fast gänzlich abhanden gekommen. Regnet es mal zwei Wochen, ist gleich der ganze Sommer schlecht. Steigen hingegen die Temperaturen über 26 Grad, stöhnen alle über die vermeintliche Hitzewelle.

Geht es jedoch ums Heizen und Energiesparen überbieten sich viele Hausbesitzer mit ihren Kenntnissen über Wärmedämmung und Sparsystemen.

Vergessen scheint, dass Wärme und Kälte ganz natürliche Eigenschaften unserer Umwelt sind, und dass für alle Energie dieser Erde letztlich die Sonne zuständig oder Vorbild ist. Wärmestrahlung, Wind, Wolken, Regen und Trockenheit - all das resultiert allein aus der täglichen Energie-Einstrahlung der Sonne. Doch erst die Erkenntnis, dass Mineralöl und Erdgas noch in diesem Jahrhundert zur Neige gehen werden, rückt jetzt die Sonne als Energieversorger ins Bewusstsein der Verbraucher. Und damit auch das regionale Klima.

Bezogen auf den Heizbedarf eines Hauses macht es nämlich einen erheblichen Unterschied, ob man in Kiel oder in Karlsruhe wohnt. Das ist keineswegs nur mit der geographischen Nord- oder Südlage zu erklären. Auch Augsburg und München sind als "süddeutsche" Städte nicht besser dran als Kiel. Das beweist eindrucksvoll die Gradtagzahl-Karte die uns der Deutsche Wetterdienst (DWD) freundlicherweise zum Nachdruck zur Verfügung gestellt hat. Wer hierauf den Standort seines Hauses aufsucht, kann die heiztechnischen Bedingungen rund ums eigene Haus gut ablesen.

Was jedoch sind (Heiz)Gradtage? Zuerst einmal alle Tage an denen geheizt werden muss. Für Fachleute zählen dabei nur die Tage mit einer Außentemperatur unter 15 Grad. Wieviel Heizen diese Tage jedoch jeweils erfordern ergibt sich aus ihrer jeweiligen Tages-Mittel-Temperatur. Zum Beispiel werden bei 5 Grad plus 10 Heizgrade gezählt, 5 Grad minus ergeben 20 Heizgrade. Aus der Anzahl der Heiztage und deren Heizgrade ergibt sich die Gradtagzahl der unterschiedlichen geographischen Regionen in Deutschland.
Das liest sich komplizierter als es ist. Entscheidend ist jedoch die Möglichkeit, mit der Gradtagzahlen-Karte den grundsätzlichen Heizbedarf von Häusern zu bestimmen. Erstaunliches kann die Folge sein. Beispielweise dass man in "warmen" Regionen bis zu 52 Prozent weniger heizen muss als in "kalten".

Doch Theorie ist eine Sache, die Praxis eine andere. Nicht von ungefähr sprechen auch seriöse Meteorologen von der "gefühlten" Temperatur, und die kann man nicht am Thermometer ablesen.

Was den Sonnschein angeht, ist München 20 Prozent besser dran als Hamburg. Diese Karte zeigt die jährliche Einstrahlung in Kilowattstunden pro Quadratmeter (Klimareport 2006).
© Deutscher Wetterdienst
Was den Sonnschein angeht, ist München 20 Prozent besser dran als Hamburg. Diese Karte zeigt die jährliche Einstrahlung in Kilowattstunden pro Quadratmeter (Klimareport 2006).
Regenfälle über dem Bundesdurchschnitt sind in den blauen Bereichen dieser Karte nicht ungewöhnlich. Deutlich trockener ist es nur ganz im Osten (Klimareport 2006).
© Deutscher Wetterdienst
Regenfälle über dem Bundesdurchschnitt sind in den blauen Bereichen dieser Karte nicht ungewöhnlich. Deutlich trockener ist es nur ganz im Osten (Klimareport 2006).

Einen strahlenden Sonnentag im März kann man schon bei 16 Grad als angenehm warm empfinden. Vorausgesetzt es ist Windstille. Hingegen führt eine kräftige Brise bei gleichen Bedingungen zu Unbehagen, denn die gefühlte Temperatur sinkt beträchtlich ab. Ähnlich wirkt auch die Luftfeuchte. Gemeinhin wird trockene Kälte weitaus weniger unangenehm empfunden als feuchte Luft bei gleicher Temperatur. Auch wird der Standort des Hauses von Faktoren der Umgebung beeinflusst.

Klimakarten und Satellitenbilder
© Deutscher Wetterdienst
Klimakarten und Satellitenbilder
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Klimakarten und Satellitenbilder

Die Astrologen haben es vorgemacht und bieten zum Geburtshoroskop oder zu bestimmten Ereignissen im Leben farbige Graphiken mit der jeweiligen Sternen-Konstellation.

Wer jedoch weiß, dass der Deutsche Wetterdienst über reproduzierbare Wetterkarten ver-fügt, die teilweise bis ins Jahr 1876 (Geburtsjahr von Konrad Adenauer) zurückreichen? Und seit den 90er Jahre gibt es farbige Satellitenfotos.

Diese Karten und Fotos sind als historische und moderne Dokumente beim DWD erhältlich. Zum Verschenken an Freunde oder zur Illustration von eigenen Ereignissen im Leben. Während die historischen Wetterkarten jeweils einen Tag betreffen, können Satellitenbilder sogar stundengenau bestellt werden. Als Poster oder als Datensatz per email. http://www.dwd.de


So wird in größeren Städten meist eine um 2 bis 3 Grad höhere Außentemperatur gemessen als in der umgebenden freien Landschaft. Und ein windgeschützt gelegenes Haus benötigt nachweislich weniger Energie als ein freistehendes. Insofern sind viele der heutigen Pauschal-Aussagen zum Heizen und Energiesparen nicht seriös. Es kommt immer auf die Umweltbedingungen an.

Wer mehr erfahren möchte kann beim Deutsche Wetterdienst eine Vielzahl von Informationen im Internet abrufen.

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