© Schmidt, Joachim
Solide selbstgebaut. Diese Gartenterrasse luftig über dem Erdboden auf Wohnzimmer-Niveau, könnte später sogar durch einen Balkon mit Treppe zum Reich der Kinder ergänzt werden.
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Mai 2007 Was wäre ein Wohnhaus ohne Terrasse, denn das Wohnen im Grünen gehört zu den wichtigsten Attributen des eigenen Hauses. Scheinen zu Anfang ein paar Betonplatten auszureichen, stellt man schnell fest, dass auch eine Terrasse solide gebaut werden muss. Hier deshalb eine Bauidee für eine ausbaufähige Terrasse in langlebiger Holzbauweise.
Eine Wohnterrasse muss vor allem einen ebenen Fußboden haben. Tisch und Stühle dürfen nicht wackeln. Und auch der Grill oder Servierwagen sollte sich gut rollen lassen, ohne immer wieder in Fugen oder an hoch stehenden Platten-Kanten hängen zu bleiben. Eine geflieste oder mit Platten belegte Terrasse setzt deshalb einen soliden Unterbau und fachmännische Verlegung voraus.
Selbstbauer bevorzugen deshalb einen hölzernen Terrassenbelag aus druckimprägnierten Brettern. Er ist unempfindlich gegen Regen und Frost und bietet, auf einer Balkenlage verlegt, immer eine ebene Fläche.
Vor allem ist der Bau einfach. Mit Materialien, die man aus dem Baumarkt bezieht und ohne viel Kenntnis schnell selbst verarbeiten kann.
Doch stimmt das wirklich? Genügt es, einige Quadratmeter druckimprägnierter Bretter zu kaufen, sie auf ein paar Balken zu nageln - und fertig ist die Terrasse.
Am Beispiel unserer Zeichnungen wollen wir deshalb ein paar fachliche Grundlagen aufzeigen.
Für die Terrasse braucht man zuerst ein Fundament. Aus einfachem Beton (B15), der in einen mindestens 70 cm tiefen und schaufelbreiten Graben gefüllt wird. Zwei in den Beton eingelegte 10-mm-Rundeisen (jeweils 20 cm über der Sohle und unter der Oberkante) verhindern ein später mögliches Brechen des Fundamentes aufgrund von Setzungen im Erdreich. Auf dieses Fundament wird eine Reihe von Beton-Schalungs-Steinen gesetzt. Sie sind 25 cm hoch und sollten mindestens 20 cm breit sein. Sie bilden den sichtbaren Sockel der Terrasse. Im Hohlraum dahinter kann Luft zirkulieren und die Holzteile austrocknen.
Die Sockelsteine müssen exakt verlegt werden, damit sich eine gerade waagerechte Oberkante ergibt. Am besten setzt man die Betonsteine in den noch weichen Fundamentbeton. Sie können dann entsprechend verschoben und "auf Höhe" eingeklopft werden.
Liegt der Sockel in der Waage, werden die Schalungssteine mit Beton ausgefüllt und oberseitig glatt abgezogen. Sie bilden jetzt das Auflager für die Fußbodenbalken.
© Schmidt, Joachim
Ein seitlicher Überstand von 15 cm überdeckt den Betonsockel und eine auf die Dielung geschraubte Randleiste (Dachlatte) verhindert, dass Stühle versehentlich über die Kante geschoben werden.
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Beim Kauf der Balken sollte man sich nicht auf die Aussagen des Verkäufers verlassen. Er ist kein Statiker. Zu dünn gewählte Balken brechen zwar nur selten, sie biegen sich aber durch und bleiben dann in dieser Form.
Ein paar Euro mehr für dickere Balken sind deshalb gut investiertes Geld. Bei unserer Terrasse müssen die Balken rund 2,60 m zwischen den Fundament-Sockeln freitragend überspannen. Ein Balken-Querschnitt von 8/20 cm ist zwar überdimensioniert, macht sich aber mit den Jahren bezahlt. Bei Billigholz wären sogar 10/22 cm zu empfehlen.
Hier nicht gezeichnet, aber dringend anzuraten, ist das Auflegen eines Streifens Dach- oder Teichfolie. Er wird vor dem Aufschrauben der Fußboden-Dielung auf die Tragebalken gelegt und lappt beidseitig ein paar Zentimeter über. Dieser Streifen verhindert die Durchfeuchtung der Balken, wenn Regen durch die Fugen der Fußboden-Dielen läuft oder im Winter der Schnee darauf abtaut.
Der Abstand der Fußbodenbalken richtet sich nach der Dicke und Qualität der Dielung. Deshalb ist die Wahl der richtigen Fußboden-Bretter besonders wichtig.
Schaut man sich Billig-Angebote an, so scheint das minderwertigste Holz für Fußböden im Freien gerade gut genug, Hauptsache druckimprägniert! Doch so einfach ist die Sache nicht. Billigbretter bestehen fast immer aus Splintholz. Das ist die äußere Schicht eines Baumes. Dieses Holz ist nicht ausgereift wie das feinschichtige Kernholz. Es ist deutlich weniger belastbar, zumal wenn es große eingewachsene Äste zeigt - was bei Splintholz üblich ist. Auch hat Splintholz die fatale Eigenschaft, viel stärker zu quellen und zu schwinden als Kernholz. Diese Holzqualität ist eigentlich für Terrassenbeläge nur bedingt geeignet.
Ein Fachmann wird für den soliden Holzfußboden einer nicht überdachten Terrasse nur qualitativ gute Bretter verwenden und eine Mindestdicke von 22 mm wählen. Sonst sind spätere Regressansprüche kaum zu vermeiden. Holzdielen auf Terrassen werden nicht selten stark beansprucht. Tobende und hüpfende Kinder haben ihren Spaß wenn sich Balken und Bretter biegen. Wenn aber ein Bodenbrett an einem Astloch durchbricht, können ungeahnte Verletzungen die Folge sein.
Für unser Beispiel haben wir sogar eine 30 mm dicke Dielung (Gerüstbretter) gewählt und die Tragebalken darunter in einem Abstand von 75 cm verlegt. Hierauf kann auch die ausgelassenste Gartenparty stattfinden.