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Autor
Schmidt, Joachim

Raum für pfiffige Wohnideen


Wohnen im Dreieck. Der Durchgang in der Mitte ist zugleich Wohnfläche. Links unter der Schräge ein eingebautes Podest für Rücken- und Sitzpolster, gegenüber der Arbeitsbereich mit Schreibtisch, Stellfläche für PC und TV umgeben von Bücherregalen.
© Schmidt, Joachim
Wohnen im Dreieck. Der Durchgang in der Mitte ist zugleich Wohnfläche. Links unter der Schräge ein eingebautes Podest für Rücken- und Sitzpolster, gegenüber der Arbeitsbereich mit Schreibtisch, Stellfläche für PC und TV umgeben von Bücherregalen.
Über allem die Schlafempore auf den Kehlbalken. Sie muss gegebenenfalls zusätzlich (wie im Bild) unterstützt werden.
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März 2007 Wohnen unterm Dach. Zusammen mit VELUX hatten wir im letzten Jahr einen Wettbewerb der interessantesten Ideen ausgeschrieben. Aus der Vielzahl der Einsendungen haben unsere Experten-Vorschläge erarbeitet, die wir Ihnen zur Anregung eigener Planungen weitergeben wollen. Nach dem Entwurf für eine Mini-Wohnung im letzten Heft hier jetzt Ideen für "Junges Wohnen" unterm Dach.

Schon immer hat der Dachboden auf Kinder und junge Leute besonderen Reiz ausgeübt. Sei es als düstere und unheimliche Rumpelkammer, in der es so mancherlei zu entdecken gab, oder auch als eigenes Reich, das man nach Lust und Laune selbst gestalten konnte, ohne sich dem Wohngeschmack der Eltern unterwerfen zu müssen.

Im Sommer funktionierte das Wohnen unterm Dach trotz der Wärme leidlich. Im Winter hingegen hat schon vor Jahrzehnten so mancher im kalten Dachboden über energiesparendes Heizen nachgedacht.

Heute ist Dachdämmung kein Problem mehr und auch die notwendige Belichtung an fast jeder Stelle durch Einbau von Dachflächenfenstern möglich. So steht dem Ausbau des Dachbodens nichts mehr im Wege, und wer unkonventionell wohnen möchte, der findet hier eine Raumform und eine Holzkonstruktion, die sich für und von jungen Leuten mit pfiffigen Ideen selbst ausbauen und attraktiv gestalten lässt.

Dachstudio zum Arbeiten, Ideen entwickeln und Musik hören. Hier sind Raum und Höhe wichtig, damit sich auch der Geist frei entfalten kann.
© Schmidt, Joachim
Dachstudio zum Arbeiten, Ideen entwickeln und Musik hören. Hier sind Raum und Höhe wichtig, damit sich auch der Geist frei entfalten kann.
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Zugegeben, in unserer Zeichnung wirkt der Dachboden größer als er meist ist. Gleichwohl zeigt sie, dass enger Raum und schräge Wände reizvoll ausgebaut werden können. Unter den Schrägen Sitzpolster zum Lümmeln. Gegenüber ein Arbeitsplatz für PC und TV, das gemütlich von der Sitzbank betrachtet werden kann. Über allem die Schlafhöhle unterm Dachfirst. Gut geplant wird’s hier so richtig kuschelig.

Wichtig für all diese Einbauten ist die Holzkonstruktion des Dachstuhls. Doch diese ist heute auf Mindest-Tragfähigkeit berechnet und bietet nicht mehr so viele Balken wie noch in den Häusern unserer Großeltern der Fall. Nicht selten besteht der Dachstuhl nur noch aus schrägen Sparren mit Querträgern (Kehlbalken). Darauf können meist keine schweren Lasten mehr aufgelegt werden. Auch der Fußboden wird aus Kostengründen nicht selten nur mit relativ dünnen Spanplatten belegt, die zwar Koffer und Kartons tragen können, sich aber unter jedem Schritt durchbiegen.

Vor dem Einbau von Wohnräumen muss also die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion beurteilt werden. Für den Fußboden genügt meist ein 22 mm dicker Dielenboden einfacher Qualität. Wer Teppichboden auslegen will, sollte auf die Dielen noch eine dünne Spanplatte schrauben oder gleich eine dicke Fußboden-Verlegeplatte wählen. Das ist eine Kostenfrage.

Gut zu wissen!

Große Fenster im Dach (auch verglaste Dachflächen) lassen nicht nur viel Licht, sondern auch Sonnenwärme hinein. Deshalb ist eine wirksame Lüftung wichtig, und die funktioniert nur zufriedenstellend, wenn am höchsten Punkt im Dach die dort gestaute Warmluft durch ein Fenster austreten und von unten die entsprechende Menge kühler Luft nachströmen kann.

Eine Schlafempore auf die Kehlbalken zu legen ist nur möglich, wenn diese durch Längsbalken (wie in unserer Zeichnung) zusätzlich unterstützt werden. Die dafür notwendigen Stützen bieten dann auch gleichzeitig die Auflager für Polsterbank, Arbeitsfläche und Bücherregale. Das alles ist für den versierten Heim- und Handwerker relativ leicht zu bauen. Wichtig ist jedoch vorher ein Gespräch mit einem Fachmann, um Fehler und spätere Schäden zu vermeiden.

Vermieten darf man eine solche Wohnung nicht. Dafür ist eine normgerechte Treppe notwendig, und die simple Leiter zur Schlafempore ist genauso wenig genehmigungsfähig wie die zu geringe Raumhöhe überm Bett.

Vom First bis zum Fußboden. Moderne Dachfenster machen diesen Lichtschlitz möglich.
© Schmidt, Joachim
Vom First bis zum Fußboden. Moderne Dachfenster machen diesen Lichtschlitz möglich.
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Trotzdem ist es hier oben urgemütlich. Dafür sorgt die eingehängte Plane aus einfachem Leinenstoff. Sie sollte durchscheinend sein und filtert dann den möglicherweise schon am Morgen allzu grell einstrahlenden Sonnenschein zu mildem Licht. Auch leitet sie jede Art von Zugluft, die unter Fenstern letztlich unvermeidlich ist, am Bett vorbei. Schlafen wie im Zelt wird zur Realität im eigenen Haus.

Die Plane ist nicht nur der Clou des Schlafplatzes. Sie kann auch in die Firstspitze des Dachraums eingehängt werden und eine Reihe von Strahlern oder Leuchtstoffröhren verbergen. Wird das elektrische Licht dann eingeschaltet, entsteht die "coole" Atmosphäre eines Studios.

Als Heizkörper empfehlen sich im hohen Dach vornehmlich flache Heizplatten. Sie strahlen milde Wärme ab und produzieren keine heiße Luft, die dann in die Dachspitze steigt und den Schlapplatz stickig macht. Was die Heizkosten anbelangt, so steigen sie nur gering, da der beheizte Dachboden die darunter liegenden Räume wie ein Puffer vor der Kälte schützt, so dass dort weniger geheizt werden muss.

Gut zu wissen!

Während moderne Dachkonstruktionen mit nur wenigen genau berechneten Holzteilen auskommen, finden sich in alten Dächern nicht selten jede Menge Balken und Stützen. Das macht zwar den Dachraum interessant, verleitet aber auch zum Ausbau von Hölzern, die störend im Wege stehen oder überflüssig erscheinen.
Hier ist absolute Vorsicht geboten. Alte Baumeister waren in der Regel gute Konstrukteure und verbauten nicht mehr Balken und Stützen als notwendig. Vor dem Ausbau alter Hölzer ist unbedingt ein Statiker zu befragen, der dann die notwendigen Verstärkungen vorgibt.

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