© Opitz, Wolfgang
Japanische Zierkirsche, Prunus sargentii
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März 2007 In Fachkreisen des Gartenbaues werden besonders dekorativ und schön wirkende Bäume und Sträucher als Solitärs bezeichnet. Der Solitär-Charakter entsteht durch eine Einzelstellung. Er geht also verloren, wenn wir mehrere schöne Sträucher zusammenpflanzen und damit auch die volle Entfaltung und die Wirkung des Gehölzes beeinträchtigen.
Es ist somit angebracht, bei der Gartenplanung Klarheit zu schaffen und die Bereiche für eine engere und einfachere Bepflanzung einerseits sowie die Standorte für unsere Solitäre andererseits festzulegen. In älteren Gärten kann es durchaus angebracht sein eine Umgestaltung vorzunehmen und durch die Herausnahme älterer, zu groß gewachsener und aufgekahlter Bäume und Sträucher neue, freie Flächen zu schaffen.
Weniger ist mehr
Die zahlreich zur Verfügung stehenden Arten und Sorten können leicht dazu verführen den Garten mit Schwerpunkten zu überhäufen. Hierbei besteht die Gefahr, dass sich unsere Solitärs gegenseitig erschlagen bzw. die Schau stehlen. Auch wenn wir beim Durchblättern eines Gehölz-Buches oder Kataloges viele passende, schöne Arten finden, sollten wir bei der Auswahl das Sprichwort "In der Beschränkung zeigt sich der Meister" beherzigen.
Da die meisten Bäume und Sträucher im Frühjahr blühen und sich hier von ihrer schönsten Seite zeigen, ist es angebracht auch wirkungsvolle Solitärs für die anderen Jahreszeiten mit vorzusehen.
Zu den auffallend schönen Blütenbäumen im Frühjahr gehören die Japanischen Zierkirschen, wobei die Scharlachkirsche, Prunus sargentii, außer ihrer reichen rosa Blütenpracht eine schöne orange bis scharlachrote Herbstfärbung aufweist. Ein attraktives Blütengehölz im Frühjahr ist auch der Goldregen. Zu empfehlen ist hier die Sorte Laburnum watereri "Vossii" mit ihren goldgelben bis zu 50 cm langen, dicht besetzten und duftenden Blütentrauben. Neben den auffallenden Blüten hat vor allem auch der typische Duft den Fliederstrauch so beliebt gemacht.
"Andenken an Ludwig Späth" ist eine sehr bewährte, dunkelpurpurrote und reichblühende Sorte. Zu den botanischen Leckerbissen und typischen Solitär-Sträuchern zählt der Chinesische Blumenhartriegel, Cornus kousa chinensis. Auffällig sind bei dieser Art die vier großen weißen Hochblätter, die aus Laubblättern hervorgegangen sind, in deren Mitte sich die echten kleinen grüngelben Köpfchen-Blüten befinden. Sehr attraktiv sind auch die himbeerartigen, etwa 2 cm dicken, dunkelrosa Früchte.
Blühen auch auf der Nordseite
Ideal für die mehr schattige, windgeschützte Lage ist die mit ihren Blättern und großen schirmartigen Blüten beeindruckende Samt-Hortensie, Hydrangea sargentiana. Auch die in unterschiedlichen Farben prächtig blühenden Rhododendron und Azaleen kommen für die oben genannten Lagen in Betracht. Zur Betonung der Vertikalen, zum Beispiel als Abschluss einer Pergola, können wir säulenförmig wachsende Gehölze verwenden, wie den Raketen-Wachholder, Juniperus virginiana "Skyrockett"; die Säulen-Eibe, Taxus baccata "Fastigiata" - sehr schön auch ihre gelbnadelige Variante und als Laubbaum die Pyramiden-Hainbuche, Carpinus betulus "Fastigiata", die sich mit geringem Schnittaufwand in Form halten lässt.
Mit der Trauer-Birke Betula pendula "Youngii" steht uns ein kleinbleibender Baum (4 bis 6 m hoch) mit schirmartiger Krone und senkrecht herabhängenden Zweigen für die Gestaltung, zum Beispiel im Vorgarten, zur Verfügung.
Der Zugang zum Grundstück lässt sich auch gut mit dem Kugel-Ahorn, Acer plataniodes "Globosum" markieren. Die kugelförmige Krone zeichnet sich im Herbst durch eine goldgelbe Färbung aus. Als eine weitere Ahorn-Art ist der malerisch wachsende und besonders für kleine Gärten empfehlenswerte Rote Fächer-Ahorn, Acer palmatum "Atropurpureum", hervorzuheben. Seine im Sommer dunkelroten Blätter gehen im Herbst in ein leuchtendes Rot über.
Solitärs im Winter
In dieser Jahreszeit beleben vor allem die Nadelgehölze den Garten. In Tagen mit Rauhreif oder Schnee geben die langsam wachsende Blaue Mädchenkiefer, Pinus parviflora "Glauca", mit ihrer lockeren Krone und der silbrig-blaugrünen Benadelung, sowie die schon in frühen Jahren reich mit Zapfen besetzte Korea-Tanne, Abies koreana, dem Grundstück eine besondere Note. Manche Gehölze zeigen erst im unbelaubten Zustand ihre interessanten Wuchsformen. Hierzu gehören der Korkenzieher-Hasel mit seinem bizarren Wuchs und den stark gedrehten Zweigen sowie die Scheinbuche, Nothofagus antarctica. Dieser Großstrauch oder kleine Baum zeichnet sich durch einen malerischen, dekorativen Wuchs aus, bei dem uns die an den waagerechten Seitenästen fischgrätenartig gewachsenen Zweige beeindrucken.