Februar 2007 Glockendach, Zwiebeldach, Kegeldach, Kuppeldach, Walmdach, Pultdach. Es gibt so viele Formen der Kopfbedeckung eines Hauses, dass es schon verwundert, wie viele Satteldächer nach wie vor gebaut werden. Schiefer, Zink, Kupfer, Grün. Und es gibt so viele Varianten für die Eindeckung, dass es erstaunt, wie oft der gemeine Ziegel Verwendung findet. Irgendwann stellten wir fest, dass das Dach unseres Hauses nicht mehr so schmuck aussieht, wie damals, als wir es voller Stolz eindeckten. Aber nach dreißig Jahren ist das ja auch kein Wunder. Nun soll es aber nicht wieder die in unserem Ort weit verbreitete Betonpfanne sein. Nachfragen beim Bauamt zeigten uns, dass auch hier die Flexibilität eingezogen ist. Es gibt sogar Empfehlungen, die Bebauungsplan und Ortssatzung berücksichtigen. Daraus haben wir uns ein paar Möglichkeiten rausgesucht, die unser Dach in ein ganz anderes Licht stellen. Einige dieser Alternativen zeigen wir Ihnen auf diesen Seiten. Vielleicht findet sich ja für Sie die eine oder andere Anregung.
400 Millionen Jahre alter Naturstein
Woran denken Sie bei Schiefer zuerst? An den edlen blaugrauen Farbton, die handwerkliche Ästhetik auf Dach und Fassade oder an die Langlebigkeit des Naturbaustoffes? "Die Gründe, weshalb sich immer mehr Bauherren für das Sedimentgestein als Baustoff für Dächer und Fassaden entscheiden sind ebenso vielfältig wie die Vorzüge des Natursteins", sind sich die Experten von dach.de, dem führenden Internetportal rund ums Thema Dach einig. (Lohnt sich, reinzuschauen! d. Red.)
Doch Schiefer ist nicht gleich Schiefer: Das natürliche Baumaterial unterscheidet sich nicht nur in Form und Farbe, sondern auch durch das breite Spektrum an verschiedenen Deckarten. Dadurch ergeben sich maßgefertigte Lösungen für jedes Haus. Bei der Bauplanung kann so neben den technischen Gegebenheiten auch auf das ästhetische Empfinden der Bauherren sowie auf deren finanzielle Vorstellungen eingegangen werden.
Die Klassiker unter den traditionellen Schiefer-Deckarten sind ohne Frage die Altdeutsche und die Wilde Deckung. Nicht ohne Grund wird erstere häufig auch als "Königin der Deckarten" bezeichnet. Bis ins Detail kunstvoll ausgeformt, demonstriert diese Deckart Dachdeckerkunst par excellence.
Der Begriff Dekorative Deckungen umfasst verschiedene Schiefer-Deckungen, die nicht nur auf dem Dach, sondern in erster Linie zur spielerischen Gestaltung von Fassaden eingesetzt werden. Während die Varianten Octogones und Coquettes auch auf Dächern verlegt werden, lockern die Formate Spitzwinkel, Fischschuppen und Waben speziell die Fassaden-Optik auf. Noch relativ neu sind die von Rathscheck entwickelten Deckungsarten "unterlegte", "variable" und "lineare" Rechteckdeckung.
© Braas Lafarge
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Sicher in den Frühling
Dachinspektion erhält die Substanz Bald grünt und blüht es wieder. Um auch das Dach auf die neue Jahreszeit vorzubereiten, empfiehlt sich ein umfassender Frühjahrscheck. Dies ist auch aus Sicherheitsgründen ratsam, denn der Hausbesitzer kann für Schäden haftbar gemacht werden, die durch eine angegriffene Dachdeckung verursacht werden. Kalte Witterung und Temperaturschwankungen im Winter sind ein Härtetest für jedes Dach. Kleinere Schäden am Dach zu ignorieren, geht zudem zu Lasten der Bausubstanz, wenn aufgrund einzelner defekter Dachpfannen oder undichter Anschlüsse Feuchtigkeit den Weg in die Dachkonstruktion findet. Die Folge sind faulende Hölzer oder gar Hausschwamm. Deshalb ist die Dachinspektion im Frühjahr eine lohnende Investition. Auf der Checkliste einer professionellen Frühjahrsinspektion stehen die Deckung, An- und Abschlüsse sowie Sicherheitsvorrichtungen wie Trittsysteme und Schneefanggitter. Damit es erst gar nicht zu irreparablen Dachschäden kommt, ist der Abschluss eines Wartungsvertrages mit einem örtlichen Dachhandwerker-Fachbetrieb zu empfehlen. Denn die meisten Dächer sind von unten kaum einsehbar und sollten schon aus Sicherheitsgründen nur vom Fachmann begangen werden. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass das Dach jährlich professionell auf Schäden überprüft wird. Musterverträge sind beim Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks erhältlich (
http://www.dachdecker.de ).