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Familienheim und Garten, Copyright: Siegfried Mairböck
 
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Autor
Schmidt, Joachim

Wohnen Sie zu teuer?


Wohnen mit Komfort
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Wohnen mit Komfort
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Dezember 2006 Wer bewusst haushalten oder gar sparen will, der muss zuerst seine Kosten ermitteln. Viele Hausbesitzer rechnen mit Beträgen, die häufig der Realität gar nicht entsprechen. "Familienheim und Garten" hat deshalb die wichtigsten Kostenfaktoren fürs Wohnen im eigenen Haus einmal aufgelistet und bewertet. Wer zuviel verbraucht, der sollte nach den Ursachen suchen - aber nicht auf Kosten der Wohnqualität. Und auch das Haus darf nicht verfallen.


Zeitgemäßen Komfort im Eigenheim bekommt man nicht zum Nulltarif. Rund 6.000 Euro müssen dafür im 135 Quadratmeter großen Eigenheim pro Jahr aufgewendet werden. Das sind monatlich 500 Euro. Doch für ein vollversorgtes Haus ist das vergleichsweise billig.

Trotzdem sollte jeder Hausbesitzer seine Kosten auch im Detail kennen und wie ein guter Kaufmann immer im Blick haben. Dabei kann unsere Tabelle helfen. Auch wenn sie nur Mittelwerte aufzeigt, bleibt doch der Stellenwert der Positionen gleich und macht deutlich, was das meiste Geld kostet.

nach oben Heizen ist doppelt wichtig

Auch wenn das Heizen nicht an erster Stelle der Wohnkosten steht, soll es zuerst betrachtet werden, denn heute ist der Energieverbrauch Thema Nr.1.

Das warme Haus ist kein Luxus. Wer sich für ein eigenes Haus entschieden hat, nimmt viele Vorteile in Anspruch von denen die meisten Mieter nur träumen. Vor allem ist es der Platz, das Raumangebot zum Wohnen, das geräumige Bad, das separate Arbeitszimmer usw. Dies alles nur im Sommer genießen zu können, wäre fatal und würde ein eigenes Haus nicht rechtfertigen. Damit der Nutzwert des Hauses auch im Winter aufrecht erhalten bleibt, muss geheizt werden. Das ist unvermeidlich, und hierbei kann auch nicht viel eingespart werden. Sonst treten Nachteile ein, die dann später teuer bezahlt werden müssen.

Das zeit- oder zimmerweise Abschalten der Heizung führt schon nach kurzer Zeit zu "klammem" Raumklima in dem nur Schimmelpilz gut leben kann. Auch sind bei Sparfanatikern rheumatische Erkrankungen nicht selten. Wer sich und sein Haus liebt, weiß um den Wert warmer Zimmer und sorgt für die notwendige Wärme. Sie schützt auch die Bausubstanz.

nach oben Warmes Wasser ist Wohnkomfort

In den letzten Jahrzehnten haben sich in vielen Häusern die Badezimmer zu privaten Entspannungs-Zentren entwickelt. Attraktiv geflieste Wohnbäder mit TV und HiFi über der Wanne, Whirlpools und Duschtempel. Das Design moderner Bäder wurde in vielen modernen Häusern zum Vorzeige-Objekt.

Doch Bäder werden nicht zum Anschauen und Bewundern gebaut. Hier beginnt jeder Tag mit der notwendigen Körperpflege und endet nicht selten im duftenden und entspannenden Wannenbad. Aber wieviel ist uns dieser Komfort wert? Ohne warmes Wasser liegt das Badezimmer trocken wie ein Schiff auf der Sandbank.

In der Rangfolge der Wohnkosten liegt die Warmwasserbereitung im unteren Bereich. Trotzdem müssen rund 50 Euro pro Monat für modernen Badekomfort ausgegeben werden. Das sind 10 Prozent der monatlichen Kosten, aber man sollte sich dieses besonderen Wohnkomforts bewusst sein. Für rund 80 Cent kann man eine Stunde in der Wanne liegen, und das warme Duschbad ist zu Hause schon für 25 Cent zu haben.

nach oben Frischwasser und Abwasser

Auch wenn die Gebühren für Trinkwasser und Abwasser-Entsorgung das Schlusslicht der Wohnkosten ausmachen, sollte man mit dem Trinkwasser nicht allzu verschwenderisch umgehen. Beispielsweise es nicht über Gebühr durch die Toilette zu spülen. Auch zum Rasensprengen ist Frischwasser eigentlich zu schade. Und auch zu teuer, denn für jeden Kubikmeter Frischwasser müssen zusätzliche Abwassergebühren bezahlt werden, die meist höher ausfallen als das Frischwasser selbst kostet.

Umstritten ist der Wasserbedarf von Waschmaschinen. Spar-Apostel wollen am liebsten mit 10 Litern die ganze Wäsche waschen, und nehmen dabei in Kauf, dass dabei das Waschwasser durch den relativ hohen Anteil an Waschmitteln in eine extrem verschmutzte Lauge verwandelt und zur Umweltbelastung wird. Die Befürworter größerer Wassermengen argumentieren mit dem geringeren Verschmutzungsgrad und damit, dass das Waschwasser danach leichter wieder aufzubereiten ist. In diese ideologische Auseinandersetzung soll hier nicht eingegriffen werden, fest steht jedoch, dass eine größere Wasserfüllung der Waschmaschine nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wäsche schont.

nach oben Ohne Strom geht nichts

Kein Licht, kein Radio, Fernsehen, Computer - aber auch keine Hausklingel, Kaffeemaschine und kein Kühlschrank. Auch die Steuerung der Heizung und die Druckpumpe am Ölbrenner brauchen elektrische Energie. Wenn der Strom ausfällt, funktioniert außer Kachelofen und Petroleumlampe nichts mehr. Der Wert von elektrischem Strom wird uns erst dann bewusst, wenn er einmal ausfällt.

Elektrizität ist vergleichsweise teuer. Die "elektrische" Kilowattstunde (kWh) kostet rund dreimal mehr als eine in der Ölheizung produzierte kWh. (1 Liter Heizöl ergibt in der Heizung ca. 9,3 kWh).

Trotzdem sind die Möglichkeiten Strom zu sparen relativ begrenzt. Haushaltsmaschinen mit sogenannter Sparschaltung täuschen oft darüber hinweg, dass ihre Leistung auch entsprechend geringer ist. Auch die Werbung für Energiesparlampen basiert auf einer Täuschung des Verbrauchers.

In der Tat verbrauchen Energiesparlampen bei gleicher Leuchtkraft deutlich weniger Strom als konventionelle Glühlampen. Das liegt daran, dass Energiesparlampen nicht heiß werden. Der berechnete Spareffekt resultiert aus ihrer geringen Wärmeabgabe an die Umgebung. Doch die Spar-Berechnung gilt nur für Lampen, die im Freien oder in unbeheizten Räumen montiert sind. Im bewohnten Haus helfen normale Glühlampen mit ihrer effektiven Wärmestrahlung ganz erheblich beim Heizen und sparen "ungewollt" Heizöl oder Gas. In der realen Energiebilanz fällt der Spareffekt von Energiesparlampen deshalb viel geringer aus als allgemein vermutet.

Aber nicht nur Glühlampen helfen heizen. Jeder Physiklehrer kann bestätigen, dass alle elektrischen Geräte im Haus ihren Stromverbrauch grundsätzlich in Wärme umsetzen. Diese zusätzliche Heizleistung kann mit 60 Prozent des Jahres-Stromverbrauches angesetzt werden und mindert die Heizkosten um rund 214 Euro.

nach oben Das Haus muss erhalten werden

Die Kosten zur Erhaltung und Modernisierung des Eigenheims sind zwar keine unmittelbaren Wohnkosten, gleichwohl müssen sie einbezogen werden. Nur wenn das Haus gut instand gehalten wird, können Schäden und teure Reparaturen vermieden werden.

Die Berechnung der Instandhaltungskosten pro Jahr ist indes ein Durchschnittswert, der sich aus den Renovierungs- und Modernisierungskosten im Zeitraum von 30 Jahren errechnet und deshalb nicht in jedem Jahr in gleicher Höhe anfällt. Weitsichtige Hausbesitzer sehen diese Summe deshalb als jährliche Rücklage, aus der dann die Kosten, beispielsweise für einen neuen Heizkessel, bezahlt werden. Als Sparvertrag bringt diese Rücklage sogar Zinsen, ein Kredit indes kostet Zinsen.

nach oben Gebühren werden gern vergessen

Wartungskosten für die Heizung, Gebühren für den Schornsteinfeger, die Müllentsorgung, den Winterdienst, dazu Grundsteuer, Gebäude- und Haftpflichtversicherung. Diese Grundkosten summieren sich und machen pro Jahr eine Summe aus, die schnell 600 Euro übersteigen kann. Hier lässt sich kaum etwas sparen. Im Gegenteil: Man sollte bei Wertverbesserungen, Umbauten und Anbauten ans Haus auch die Gebäudeversicherung anpassen, damit im Schadensfall eine Unterversicherung nicht zu einer unliebsamen Überraschung führt.

Die Werbung ist voll mit angeblichen Spartipps und Spartechniken. Auch gibt es Freunde und Nachbarn, die sich damit brüsten, besonders billig zu heizen, wenig Strom und kaum Wasser zu verbrauchen. Hier ist Vorsicht geboten. Das komfortable Wohnen hat seinen Preis. Wer mit Wärme, Strom und Wasser knausert, spart zwar Geld, verzichtet aber meist auf Wohn- und Lebensqualität. Unsere kleine Tabelle soll helfen, die durchschnittlichen Kosten für Wohnen transparent zu machen. Wer es genauer wissen will kann seine Daten im Internet in den Computer von "Familienheim und Garten" eingeben: Rufen Sie auf www.rundumshaus.com und rechnen Sie aus was Ihr Wohnen kostet.


nach oben Wohnkosten im privaten Einfamilienhaus

berechnet am Beispiel eines Hauses mit 135 m2 Wohnfläche, bewohnt von 3 Personen mit durchschnittlichem Komfort-Anspruch.

Diese Tabelle kann nur Richtwerte aufzeigen, denn jeder Haushalt hat seine individuellen Gewohnheiten. Im Öl- oder Gasverbrauch der Zentralheizung ist in der Regel auch die Warmwasserbereitung enthalten. Zum Vergleich mit dem eigenen (Gas)Verbrauch müssen deshalb die Werte (kWh) von 1. und 2. addiert werden. Wird das Ergebnis durch 0,9 geteilt, ergibt das den Verbrauch in Liter Heizöl.

1. Heizkosten23.450 kWh/Jahr1.550 EUR/Jahr25,8 %
2.Warmwasserbereitung3.880 kWh/Jahr
100 m3/Jahr
247 EUR/Jahr
360 EUR/Jahr
 
  607 EUR/Jahr10,1 %
3.Wasser- und Abwasserkosten80 m3/Jahr290 EUR/Jahr4,8 %
4. elektrischer Strom5.400 kWh/Jahr1.030 EUR/Jahr17,1 %
5. Wert-Erhaltung und Modernisierung 1.930 EUR/Jahr32,1 %
6. Grundsteuer, Versicherungen, Gebühren 600 EUR/Jahr10,0 %
Gesamt 6.007 EUR/Jahr 
Alle Preise und Angaben gerundete Mittelwerte, Stand Okt.06
Quelle: ARCHTXT

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