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Oktober 2006 Windmühle im Rapsfeld, ein Bild mit Symbolwert: Vor 60 Jahren, als die letzten Windmühlen von Dampfmaschine und Elektromotor verdrängt wurden, hätte niemand der Windenergie jemals wieder eine Zukunft prophezeit. Und auch das Öl aus der Rapspflanze ist nicht mehr nur für Margarine und Speiseöl gefragt, sondern wird bereits als Bio-Brennstoff dem Dieselkraftstoff und versuchsweise auch schon dem Heizöl beigemischt. Doch all das löst unsere Probleme nicht. Deshalb gibt es nur eine Devise:
Der nächste Winter kommt bestimmt und die Sorge vor hohen Energiepreisen bewegt uns alle. Eine große Baumarktkette wirbt im Fernsehen für ihre energiesparenden Produkte und stellt Sparquoten bis zu 70 Prozent in Aussicht.
Doch das ist für heutige Häuser, Altbauten wie Neubauten, völlig illusorisch. Auch wenn das Bauwerk noch aus Großmutters Zeiten stammt, die gesetzlichen Auflagen der letzten Jahrzehnte haben zu Mindeststandards geführt, die derart hohe Einsparungen nicht mehr möglich machen. Es sei denn, man verzichtet aufs Heizen.
Aus dem Heizwert (nicht zu verwechseln mit dem Brennwert) von Öl oder Gas holen moderne und gut gewartete Kessel rund 93 Prozent heraus. Der Rest von 7 Prozent entweicht mit den warmen Abgasen durch den Schornstein. Damit ist die normale Kesseltechnik ausgereizt.
Rund 10 Prozent mehr bringen die sogenannten Brennwert-Kessel. Sie entziehen zusätzlich dem Wasserdampf in den Abgasen seine Wärme. Das funktioniert aber nicht immer, sondern nur zu Zeiten, wenn die Heizung mit vergleichsweise niedrigen Temperaturen, das heißt, nicht unter "Voll-Last" läuft - und das ist die meiste Zeit im Jahr. Deshalb spart der Brennwert-Effekt auch nur anteilig. Das aber wissen oder sagen viele Heizungsbauer nicht.
Den Energiespar-Versprechen der Heizungsbranche sollte man deshalb mit Vorsicht begegnen und exakt berechnen, ob sich die Anschaffung einer neuen Heizung auch amortisiert.
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Die Eigentümer von alten Siedlungshäusern, wie sie sich in großer Zahl in ganzen Straßenzügen finden, müssen nicht neidisch auf die modern gebauten und gedämmten Neubauten blicken. Bei Althäusern kann die Sonnenwärme ungehindert ins ungedämmte Mauerwerk dringen und dadurch die Wärmeverluste deutlich mindern. Die einfachen Ziegelwände werden durch Sonne und Heizung gleichermaßen entfeuchtet und geschützt und sind deshalb besonders langlebig. Wenn Wärme das Haus vor Schäden schützt, muss dieser Effekt auch bewertet und von den Heizkosten abgezogen werden.
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Im übrigen muss jeder Berater oder Heizungsbauer der gegen Entgelt tätig wird, für die versprochene Energieeinsparung haften. Ein kluger Hausbesitzer lässt sich deshalb vor Auftragserteilung eine entsprechende Erklärung unterschreiben. Das ist keine unbillige Forderung, denn hier geht es meist um viel Geld, dessen Ausgabe sich auszahlen muss.
Bevor man sich zum Einbau einer neuen Heizung oder Zusatzheizung entschließt sollte man deshalb die bestehende Anlage überprüfen und deren Wirkungsgrad feststellen. Das macht am besten der Schornsteinfeger, denn der will nichts verkaufen und ist deshalb objektiv.
Erst wenn der Kesselwirkungsgrad unter 85 Prozent liegt und auch durch Reinigung und Neueinstellung des Brenners nicht zu erhöhen ist, kann man eine Renovierung ins Auge fassen. Aber die Investition muss sich lohnen. Wer 5.000 Euro ausgibt muss diese in mindestens 10 Jahren durch einen entsprechend geringeren Energieverbrauch wieder hereinbekommen. Wenn die Ausgabe sich nicht beizeiten amortisiert, wird kein Geld gespart.
Was jedoch tun, wenn die Heizungsanlage nicht älter als 15 Jahre ist und gut funktioniert? Energie zu sparen heißt dann verzichten. Nicht mehr 22 Grad im Raum, sondern nur noch 20,5 bis 21 Grad. Das bringt spürbare Spar-Ergebnisse, doch man muss sich selbst (und die Familie) erst daran gewöhnen. Ein Trost ist vielleicht die Tatsache, dass unsere Großeltern auch mit Raumtemperaturen unter 20 Grad recht gut lebten.
Die Fenster abzudichten und aufs regelmäßige Lüften zu verzichten, bringt indes nur einen Scheingewinn. Schlecht belüftete Häuser werden auf die Dauer feucht und erzeugen ungesundes Raumklima. Auch das nachträgliche Aufbringen von mehr Wärmedämmung bringt nicht so viel wie vermutet. Der Hauptgrund liegt darin, dass heute bis zu einem Drittel der Heizenergie für die Warmasserbereitung verbraucht wird, und diesen Verbrauch kann auch die beste Wärmedämmung nicht beeinflussen.
Es lohnt sich also, den häuslichen Badekomfort einmal gründlich zu analysieren. Dort kann man sogar dreifach sparen. Durch geringeren (Warm)Wasserverbrauch, reduzieren sich nicht nur die Energie-, sondern auch die Wasser- und Abwasserkosten.
Viele Hausbesitzer glauben durch den Kauf eines Ofens den ansteigenden Heizkosten begegnen zu können. Leider geht auch hier die Rechnung meist nicht auf, denn die Brennholz-Kosten sind in diesem Jahr teilweise um bis zu 70 Prozent gestiegen. Und wer mit Holz heizt weiß, welche enormen Mengen Brennholz gekauft, gelagert und gespalten werden müssen, um einen großen Wohnraum mit dem Ofen zu heizen. Nicht zu vergessen der Kaufpreis des Ofens, der Bau des Schornsteins und auch die damit anfallenden Fegegebühren des Kaminkehrers.
Wahrlich keine ermutigenden Aussichten. Das warme Haus und moderner Badekomfort sind teuer und werden wohl noch deutlich teurer werden, denn die sich abzeichnende Verknappung der Energie lässt automatisch die Preise steigen. Und dabei spielt der Brennstoff keine Rolle. Ob Heizöl, Erdgas, Pellets, Holzschnitzel, Rapsöl oder Bio-Alkohol, alles wird letztlich in kWh um- und abgerechnet. Und wer sich nach alternativen Heizsystemen umschaut, sollte sich die Bilanz objektiv vorrechnen und bestätigen lassen.
Bei der Heizungsrenovierung kann man jedoch die modernen Erkenntnisse über die Strahlungswärme nutzen. Wärmestrahlung ähnelt dem Sonnenschein, wird vom Menschen schon bei Raumtemperaturen um 19 Grad als behaglich empfunden. Sie kann weder als warme Luft unter die Decke steigen noch durch Fugen und Ritzen entweichen. In strahlungsbeheizten Häusern steigt die Dämmwirkung von modernem Wärmeschutzglas bis auf das Vierfache, denn die auf die Scheiben aufgedampften Reflexionsschichten spiegeln die Strahlungswärme in den Raum zurück.
Es lohnt sich also, alte Rippenheizkörper oder Konvektoren gegen flache (unverrippte) Heizplatten auszutauschen. Versuche haben ergeben, dass strahlungsbeheizte Häuser rund 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als Gebäude mit konventionellen (Luft erwärmenden) Zentralheizungen. Im Zweifelsfall ist der Austausch von Heizkörpern wirkungsvoller und billiger als der Einbau eines neuen Kessels.