© von Esebeck, Heribert
Samt-Hortensie
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Oktober 2006 Im Gehölzsortiment gibt es nur wenige Blütensträucher, die der Gattung das Gepräge geben. Ihr Bekanntschaftsgrad macht die Hortensie zu einer wichtigen Marktpflanze des Erwerbsgärtners. Bekannt ist sie für ihre vielseitige Verwendung in Baum-, Strauch- und Kletterform. Außerdem ist es die vielfältige Farbenfreudigkeit mit beachtlichen Abstufungen ihrer Blütenbälle, die sie volkstümlich machte.
Eingeführt wurde sie vor mehr als zweihundert Jahren. Ihren Namen erhielt sie von Hortense Daré, auch bei uns ein weiblicher Vorname in früheren Zeiten (der männliche lautete Hortensius). Verwandtschaftlich bildet sie eine eigene Pflanzenfamilie, früher ein Steinbrechgewächs. Der Name Hydrange setzt sich aus dem Wort hydor = Wasser, und angeion = Gefäß zusammen.
Herkunft, Arten - Verwendung
Das Vorkommen der Artenzahl erstreckt sich über Nordamerika, Ostasien, Chile. Beliebte Topfpflanze war die Hortensie schon zu Urgroßmutters Zeiten. Gebräuchlich als Konfirmations- und Kommunionsgeschenk, ebenso auch als Kübelpflanze auf Terrasse oder Balkon. Auffällig sind ihre bis 20 cm großen ballförmigen Doldenrispen. Die wittrigen fertilen unfruchtbaren Staubgefäße sind unscheinbar. Die sterilen Blüten in Weiß über Rot zu Blau halten sich über Monate. Die weißblütigen Sorten lassen sich durch Gaben von Ammoniak-Alaun blau färben. Die Floristen verwenden die Blüten im getrockneten Zustand.
Bekannte Namen
'Blue Bird’, Blüte blau, Rand rötlich/purpurn.
'Preziosa’, anfangs rosa, später rot bis dunkelrot, flach ballförmig,
'Rosalba’, karminrosa und rot,
'Weiße Königin’, großblütig, feste, kräftige Stiele.
Laufend kommen Neuzüchtungen hinzu.
Auswahl marktfähiger Arten und Sorten
Ins Auge zu fassen wäre die Idylle alter Bauerngärten in ländlichen Flecken. Dort ist stets noch die bewährte Garten- oder Bauern-Hortensie in zahlreichen Farbtönen anzutreffen. Neben den ballförmigen Blüten früherer Jahre gibt man heute immer mehr schirmförmigen Blütenformen den Vorzug.
Im Hortensienverband nehmen einige Kulturformen eine bevorzugte Stellung ein. Beachtung verdient die Samthortensie aus einer westchinesischen Provinz mit ihrem aparten, fast tropischen Aussehen, namentlich H. aspera ssp. sargentiana, 3 m hoch. Mit zunehmendem Alter werden die eiförmigen Blätter samtartig und dicht behaart, mit einem wertvollen Velourteppich vergleichbar. Reizvoll sind auch die tellerähnlichen Blüten im Juli/August. Die violetten Fruchtblüten im Zentrum der Blüte werden von weißen rundum gestellten Blüten umgeben. Sie sind Schauapparate und dienen den Insektenbesuchen.
Gerade im Spätherbst sind Gruppenanordnungen ein Blickfang besonderer Art. Hier sollte ein Platz in Sichtnähe gewählt werden, da sich außerdem das muntere Insektenspiel für Jung und Alt amüsant auswirkt.
Vielfältig sind auch die Blattformen der Freiland-Hortensien. Die eichblättrige H. quercifolia aus Nordamerika entwickelt kegelförmige Blütenrispen mit leicht rötlichen Schaublüten. In extremen Wintern ist ein Winterschutz anzuraten. Blüte im Juli, Höhe 1 m.
Als widerstandsfähig und geeignet zur Pflanzung im Naturgarten hat sich die Wald-Hortensie, H. arborescens' 'Grandiflora’ bewährt. Beheimatet in den Appelachen bis Alabama wächst sie dichtbuschig bis 1,50 m, Blüte cremeweiß, verträgt Halbschatten. Eine Sorte der Wald-Hortensie trägt den Namen 'Annabelle’. Sie gehört zu den Lacecaps (Spitzenhäubchen) und ist für England und die europäischen Küsten wie geschaffen. Die hohe Luftfeuchtigkeit fördert ihr Wachstum. Auf saurem Boden mit 5,5 ph verfärben sich die Sorten intensiv blau. Schwach duftend blühen sie im Mittsommer in dezenten Farben bei 1,70 m Höhe.
Hortensie mit Kletterwuchs
Gegenüber den meisten Hortensien, die sich von der Basis verjüngen, gibt es die sogenannte Kletter-Hortensie. Sie hat längs der Triebe wie der Efeu Haftscheiben, mit denen sie sich Halt sucht und schlangenartig in Höhen bis zu 20 m emporwindet. Die rispigen, doldenähnlichen Blüten bilden am Rande weiße, unfruchtbare Blüten aus, wie schon erwähnt.
Verwendung - Unterhaltungsarbeiten - Schnitt
Um starre, nüchterne Zäune aufzulockern, eignen sich Freiland-Hortensien, die mit ihren vielen Farb- und Artsorten Abwechslung und Unterbrechung bringen. Im Herbst sollte man die verblühten Fruchtstände ausnahmsweise belassen. Auch wenn es unästethisch wirkt, so schützt diese Maßnahme gegen Frosteinwirkung. Geschnitten wird im zeitigen Frühjahr kurz vor dem Jahresaustrieb.
Begleitpflanzen
Zur Unterstützung des Hortensienschmucks stehen zum Impuls der Farbenpracht einige Blütensträucher zur Verfügung: Schmetterlingsstrauch, Zier-Apfel, Zier-Birne, Cistrose (Cistus, keine echte Rose).